Der
Bucka-Komplex
Historische und genealogische Forschungen zu den Familien Bucka und Fuchs,
Vorfahren der Familie Kiese
Das Titelbild zeigt Frieda Bucka als junges Mädchen und Max Fuchs als jungen Soldaten zur Zeit des Ersten Weltkriegs, etwa 1914 bis 1918.
Zur Einordnung der Arbeit
Diese digitale Fassung beruht auf dem Forschungsbericht „Der Bucka-Komplex“ von M. Hecl, vorliegende Fassung vom 15.07.2026.
Der Bericht untersucht die genealogische Verbindung der Linien Bucka und Fuchs als Vorfahren der Familie Kiese. Der Recherchezeitraum reicht vom 09.03.2026 bis zum 15.07.2026.
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Bucka-Knoten: zwei Linien desselben Familienverbands, die von Vielitz bei Selb über Selb-Plößberg und Thonbrunn bis nach Weingarts führen und sich 1929 durch die Ehe von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka wieder vereinten.
Die Darstellung stützt sich auf evangelische Kirchenbücher, standesamtliche Urkunden, gerichtliche Unterlagen, Archiv- und Behördenauskünfte sowie digitale Quellen. Die vollständige Quellenübersicht befindet sich am Ende der Seite.
Zentrales Forschungsergebnis
Der Bucka-Knoten auf einen Blick
Zwei Nachkommenlinien desselben Elternpaares trennten sich im 19. Jahrhundert und liefen 1929 wieder zusammen. Diese Rückverbindung erklärt die ungewöhnliche Struktur der Familie und bildet den Kern des gesamten Forschungsberichts.
Johann Max Fuchs heiratete Frieda Emma Bucka. Damit liefen die beiden Linien desselben Bucka-Elternpaares wieder zusammen.
Die räumliche Spur
- Vielitz bei SelbUrsprung beider Linien in Haus Nr. 12
- Selb-PlößbergBahnhof Selb Nr. 20 · Geburtsort von Frieda und letzter Wohnort ihrer Mutter
- ThonbrunnHaus Nr. 13 · Wohn- und Lebensort der späteren Familie Fuchs
- NeubergOrt der Eheschließung von Max und Frieda im Jahr 1929
- WeingartsHaus Nr. 64 · Neuer Lebensmittelpunkt der Familie nach dem Zweiten Weltkrieg
Inhaltsverzeichnis
In Erinnerung an
Gerda Kiese, geb. Fuchs †
06.11.1929 – 26.05.2020
Geboren in Thonbrunn
Verstorben in Amberg in der Oberpfalz
meine Oma
Ingrid Schubert, geb. Kiese †
13.10.1953 – 17.05.2015
Geboren in Weingarts
Verstorben in Amberg in der Oberpfalz
meine Tante
Wer so gewirkt wie du im Leben,
wer so erfüllte seine Pflicht
und stets sein Bestes hergegeben,
der stirbt auch im Tode nicht.
Vorwort
Diese Arbeit hält meinen Forschungsstand zum sogenannten Bucka-Komplex fest, einem zentralen Knoten innerhalb meiner väterlichen Linie Fuchs und Bucka. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt sie nicht. Kirchenbücher wurden umfangreich, aber nicht lückenlos geführt, und Verluste durch Krieg, Zerstörung oder schlichten Verfall haben manchen Eintrag unleserlich gemacht oder ganz verschwinden lassen. Gerade deshalb war es mir ein Anliegen, die gefundenen Schriftstücke, Urkunden und Einträge nicht nur auszuwerten, sondern zu sichern und so einzuordnen, dass spätere Generationen sie nachvollziehen können.
Entstanden ist die Arbeit im Wesentlichen zwischen März und Juli 2026, gestützt auf die Auswertung evangelischer Kirchenbücher, standesamtlicher Unterlagen, gerichtlicher Protokolle, späterer Nachträge und Personenstandsurkunden sowie verschiedener Archivbestände aus Deutschland und Tschechien. Dass die staatlichen Standesämter im Deutschen Reich erst zum 01.01.1876 eingeführt wurden, prägt diese Quellenlage. Für die Zeit davor bleiben die evangelischen Kirchenbücher die tragende Säule, auch wenn sie nicht überall mit der Genauigkeit der späteren amtlichen Register geführt wurden.
Den Begriff Bucka-Komplex habe ich bewusst gewählt, weil die zugrunde liegende Familienstruktur weit mehr ist als eine gerade Ahnenreihe. In ihr verdichten sich mehrere uneheliche Geburten, spätere Legitimationen durch Heirat, wechselnde Vor- und Nachnamen, gleich zwei gerichtliche Vaterschaftsverfahren, handschriftliche Nachträge in den Kirchenbüchern und am Ende sogar die Ehe zweier nah verwandter Personen. Erst dieses Geflecht ineinandergreifender Einzelfälle machte eine besonders sorgfältige quellenkritische Untersuchung nötig.
Mir ging es dabei nie um das bloße Sammeln von Daten und Namen oder das Zeichnen eines Stammbaums, sondern um die methodisch nachvollziehbare Rekonstruktion verwickelter Zusammenhänge. Deshalb stützen sich die zentralen Aussagen auf zusammenhängende Beweisketten aus Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträgen, Hausnummern, Ortsbezügen, Namensentwicklungen, Personenstandsurkunden und späteren Randvermerken. Ebenso wichtig war mir die kritische Prüfung früherer Annahmen. Mehrere zunächst plausible Spuren habe ich erneut hinterfragt und verworfen, wo sie sich nicht halten ließen oder sich als falsch erwiesen.
Bei den Ortsangaben habe ich ganz bewusst jeweils die Bezeichnung gewählt, die zum Zeitpunkt des Ereignisses galt. Derselbe Ort steht in dieser Arbeit deshalb je nach Zeitpunkt in unterschiedlichen staatlichen und politischen Zusammenhängen. Das ist kein Widerspruch, sondern folgt dem Lauf der Geschichte. Thonbrunn etwa gehörte in der älteren Zeit zum Königreich Böhmen innerhalb der Habsburgermonarchie, lag in der Zwischenkriegszeit im Bezirk Asch der Tschechoslowakei, während der Zeit des Reichsgaus Sudetenland im Landkreis Asch und liegt heute als Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, in Tschechien. Ebenso trägt der Nachbarort Neuberg, in dem meine Urgroßeltern heirateten und ihre Tochter Gerda getauft wurde, heute den tschechischen Namen Podhradí und gehört zum Okres Cheb.
Auch bei den Namen bin ich durchgehend quellenkritisch vorgegangen. Für dieselbe Person finden sich in den Quellen mitunter verschiedene Schreibweisen, Ruf- oder Taufnamen und später veränderte Formen. Diese Unterschiede habe ich nicht geglättet, sondern im jeweiligen Zusammenhang ausgewertet. Mein Urgroßvater wurde als Johann Bucka geboren und erst später zu Johann Max Fuchs, seine Mutter kam als Eva Katharina Baumgärtel zur Welt und wurde durch die spätere Heirat ihrer Eltern zur Eva Bucka, und bei Emma, der Tochter seiner Tante Anna Katharina, begegnen uns in einem einzigen Vorgang gleich zwei Namensformen, je nachdem, ob Standesamt, Gericht oder Kirchenbuch spricht. Ziel war nie die Modernisierung alter Schreibweisen, sondern die möglichst genaue Wiedergabe dessen, was die Quellen tatsächlich hergeben.
Diese Fassung meiner Arbeit beruht auf den bisher ausgewerteten Kirchenbuch-, Gerichts-, Melderegister- und Standesamtsunterlagen. Seit den ersten Niederschriften ist dieser Quellenstand deutlich gewachsen. Mit Emma Bucka ist die lange nur mündlich überlieferte ältere Schwester meiner Urgroßmutter Frieda erstmals urkundlich dokumentiert, und mit ihr trat ein zweiter gerichtlicher Vaterschaftsfall ans Licht. Zugleich reichen die Linien weiter zurück, tief ins 18. Jahrhundert hinein, zu Vorfahren, die sonst fast nur als Namen am Rand der Überlieferung geblieben wären. Vollständig ist damit nichts, und künftige Archivfunde können einzelne Bereiche noch vertiefen. An der tragenden Struktur des Bucka-Komplexes aber ändert das nach meinem heutigen Stand nichts mehr. Was als unübersichtliche Folge einzelner Namen und Urkunden begann, fügt sich heute zu einer Familiengeschichte, die auf festem Grund steht und die ich auf den folgenden Seiten Schritt für Schritt ausbreiten möchte.
M. Hecl
Berlin, 15. Juli 2026
1. Der Bucka-Komplex
oder auch: Der Bucka-Knoten
Diese Arbeit beruht auf meiner privaten Forschung zur Familie Bucka, die in meiner väterlichen Linie zu meinen direkten Vorfahren gehört. Von heute aus betrachtet führt diese Linie von meinem Vater über meine Großmutter Gerda Kiese, geb. Fuchs, zu meinen Urgroßeltern Max Fuchs und Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka. Max Fuchs kam ursprünglich als Johann Bucka zur Welt und wurde unter diesem Namen sowohl standesamtlich beurkundet als auch getauft.
Warum ich vom Bucka-Komplex spreche, klang im Vorwort schon an. Hinter dem Begriff steht ein Geflecht aus mehreren Personen, wechselnden Namensformen und Ereignissen, die erst gemeinsam ein Bild ergeben. Noch genauer trifft es das Bild des Knotens. Zwei zunächst getrennt wirkende Abstammungslinien führen letztlich auf denselben Familienverband in Vielitz bei Selb zurück. Im Zentrum stehen Johann Michael Bucka und seine Frau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, sowie mehrere ihrer Kinder, deren Wege sich in unterschiedlichen Orten und Quellen weiterverfolgen lassen. Ziel dieser Arbeit ist es, diese anfangs unübersichtliche Lage zu ordnen und die einzelnen Belege nicht isoliert, sondern als zusammenhängende Kette lesbar zu machen.
Eine eigene Rolle spielen dabei zwei Personen aus diesem Familienverband, die nicht aus meiner direkten Linie stammen, aber als Seitenbelege wertvoll sind. Johann Oswald Bucka, geboren 1860 in Vielitz Haus Nr. 12, stützt den Familienverband als weiteres gesichertes Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel. Emma Bucka war lange nur aus der mündlichen Familienüberlieferung bekannt. Die Urkunden zeigen sie nun als ältere Schwester meiner Urgroßmutter Frieda und bestätigen die Linie von Anna Katharina Bucka zusätzlich. Beide stehen nicht im Mittelpunkt der Erzählung und geben ihr doch spürbar mehr Halt.
Diese Übersicht macht deutlich, dass die Bucka-Linie keine gerade Ahnenreihe ist. Mehrere Personen, wechselnde Namen und Ortsbezüge führen immer wieder auf dasselbe Elternpaar in Vielitz Haus Nr. 12 zurück. Wie dieser Knoten im Einzelnen geknüpft ist, entfalten die folgenden Kapitel, zuerst entlang der beteiligten Menschen, dann entlang der Beweise, die sie verbinden.
2. Schlüsselpersonen des Bucka-Komplexes
2.1 Johann Max Fuchs (Urgroßvater)
24.05.1891 um 02:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 6/1891, Standesamt Vielitz bei Selb
Nr. 102/1891, Kirchenbuch Selb
18.06.1962 um 05:45 Uhr, Beisetzung am 20.06.1962, Friedhof Weingarts
Weingarts, Bayern
Nr. 10/1962, Standesamt Weingarts
Herzasthma
- Johann Bucka (ursprüngliche standesamtliche Geburtsnamensform)
- Johann Max Fuchs (spätere vollständige Namensform nach Anerkennung / Legitimation)
- Max Johann Fuchs (Namensform auf der Sterbeurkunde Nr. 10/1962)
- Max Fuchs (Namensform im Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth)
Mein Urgroßvater Max Fuchs gehört zu den Schlüsselfiguren des Bucka-Komplexes, weil sich in seiner Geburt mehrere Fäden der Beweisführung verknoten. Er kam unehelich als erstes Kind von Eva Katharina Bucka unter dem Namen Johann Bucka zur Welt, wurde später von Johann Nikol Fuchs als Sohn anerkannt und trug danach einen geänderten Namen. Er verbindet so die Linien Bucka und Fuchs in einer einzigen Person. Dass er zunächst sowohl standesamtlich als auch kirchlich als Johann Bucka beurkundet wurde, ist dabei der entscheidende Ausgangspunkt.
Erst spätere gerichtliche und kirchliche Nachträge formten daraus die Namensform Johann Max Fuchs. Diese Entwicklung ist lückenlos nachvollziehbar und macht ihn zu einem zentralen Übergangspunkt der ganzen Familiengeschichte. Die verschiedenen überlieferten Namen widersprechen sich nicht, sondern bilden nacheinander seine rechtliche und familiäre Zuordnung ab. Aus dem Zusammenspiel von Geburtsbeurkundung, gerichtlicher Vaterschaftsanerkennung, Kirchenbuchnachträgen, späteren Sterbeeinträgen und dem überlieferten Rufnamen ergibt sich ein dichtes Bild, das ihn zu einer der am besten belegten Personen dieser Arbeit macht.
Zur Vollständigkeit gehört ein Teil seiner Biografie, der sich nicht beschönigen lässt. Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im Oktober 1938 trat Max Fuchs der NSDAP bei. Die Mitgliedschaft ist unter der Nummer 6658192 zum 01.11.1938 in Thonbrunn verzeichnet. Sein Eintritt fällt in die Beitrittswelle, die das deutschböhmische Grenzgebiet unmittelbar nach dem Anschluss erfasste, als die Partei dort binnen weniger Wochen zur Massenorganisation wurde. Das erklärt den zeitlichen Rahmen, nimmt der Entscheidung aber nichts von ihrer Eindeutigkeit. Ich halte den Vorgang fest, weil eine Familiengeschichte, die Redlichkeit für sich beansprucht, auch die unbequemen Seiten zeigen muss.
Sein Lebensweg führte ihn schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ascher Gebiet ins oberfränkische Weingarts, wohin die Familie nach 1945 als Heimatvertriebene kam und im Haus Nr. 64 ein neues Zuhause fand. Dort starb er am 18.06.1962 an Herzasthma. Der Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth bezeichnet ihn als Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland und ordnet damit den letzten Abschnitt seines Weges historisch ein.
2.2 Eva Katharina Fuchs, geb. Bucka (Ur-Urgroßmutter)
20.03.1857
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
28.03.1857
Nr. 44/1857, Kirchenbuch Selb
Eva Katharina Baumgärtel
Eva Katharina Bucka, Eva Bucka
Eva Fuchs, geb. Bucka
12.07.1931 um 08:15 Uhr, Beisetzung am 14.07.1931, Friedhof Thonbrunn
Thonbrunn Haus Nr. 13, Bezirk Asch, Tschechoslowakei, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Nr. 19/1931, Kirchenbuch Thonbrunn
Gehirnblutung und Lungenödem
Meine Ur-Urgroßmutter Eva Katharina wurde am 20.03.1857 in Vielitz unehelich geboren, und zwar unter dem Namen Eva Katharina Baumgärtel. Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 nennt als Vater Michael Bucka, als Mutter Anna Katharina Baumgärtel, Tochter des Johann Baumgärtel. Weil Evas Eltern erst am 31.01.1858 heirateten, also gut zehn Monate nach der Geburt, wurde das Kind zunächst unter dem Familiennamen der Mutter eingetragen. Mit der Eheschließung änderte sich das. Der Eintrag trägt den Vermerk „p. s. m. legitimiert“, die Abkürzung für „per subsequens matrimonium legitimiert“, also die Legitimation durch die nachfolgende Heirat. Aus Eva Katharina Baumgärtel wurde dadurch Eva Katharina Bucka.
Dieser Übergang lässt sich sogar an der Handschrift ablesen. Der ursprüngliche Name Eva Baumgärtel und die später ergänzte Form Bucka zeigen ein deutlich abweichendes Schriftbild. Der Geburtseintrag dokumentiert damit nicht nur Evas Geburt, sondern auch den rechtlichen Schritt vom unehelichen Geburtsnamen zur legitimierten Namensform. Genau dieses Muster kehrt eine Generation später wieder, diesmal bei Evas eigenem Sohn. In der Geburtsurkunde Nr. 6/1891 des Standesamts Vielitz bei Selb wurde er zunächst als Johann Bucka beurkundet, die Mutter dort als Eva Bucka, ledige Dienstmagd. Angezeigt wurde die Geburt von Michael Bucka, Weber aus Vielitz, der in der Urkunde als Vater dieser ledigen Dienstmagd genannt wird. So verankert schon die Geburtsurkunde Eva fest im Familienverband Vielitz Haus Nr. 12. Im zugehörigen Geburtseintrag Nr. 102/1891 wird Eva ebenfalls als Mutter genannt, und auch hier wurde nachträglich eingegriffen: Der ursprüngliche Nachname Bucka ist durchgestrichen und durch Fuchs ersetzt, dazu kamen der Zusatzname Max und die Vaterangabe Johann Nikol Fuchs. Bei Evas Sohn wiederholt sich also, was Eva selbst erlebt hatte, nämlich uneheliche Geburt, spätere Anerkennung und ein geänderter Name. Die Anerkennung der Vaterschaft durch Johann Nikol Fuchs steht zusätzlich auf gerichtlichem Boden. Das Urteil des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 und das Protokoll vom 29.09.1891, von dem ich eine beglaubigte Kopie aus dem Staatsarchiv Bamberg erhalten habe, halten den Vorgang fest. Auch dort taucht Michael Bucka auf, erneut als Vater der Eva Bucka zu Vielitz. So sichern Geburtsurkunde, Geburtseintrag und Gerichtsakte unabhängig voneinander, dass Eva die Tochter von Michael Bucka war.
Die Ehe von Eva und Johann Nikol Fuchs wurde am 29.07.1900 in Neuberg im Bezirk Asch geschlossen. Ein eigener Eheeintrag ließ sich bislang nicht auffinden, der zuständige Kirchenbuchband ist laut Auskunft des Staatsarchivs Pilsen zwar erhalten, der Eintrag aber nicht enthalten. Das Datum selbst ist trotzdem belegt, denn der Geburtseintrag Nr. 102/1891 trägt einen späteren Randvermerk mit dem Hinweis „Ehe der Eltern am 29.07.1900“. Bestätigt wird die Verbindung außerdem durch Evas Sterbeeintrag Nr. 19/1931, der sie als Witwe des Johann Nikol Fuchs, Landwirt in Thonbrunn, führt und neben dem Ehenamen Fuchs auch ihren Geburtsnamen Bucka nennt. An der Ehe besteht damit kein Zweifel, auch wenn der eigentliche Eheeintrag fehlt.
Über Eva läuft noch eine zweite wichtige Verbindung. Ihre Schwester Anna Katharina Bucka kam am 12.02.1865 ebenfalls in Vielitz Haus Nr. 12 als Tochter desselben Elternpaares zur Welt. Wie eng die beiden verbunden waren, zeigt sich daran, dass sie einander bei den Taufen ihrer unehelichen Kinder als Patin zur Seite standen, und dass Eva diese Rolle über Jahre hinweg immer wieder übernahm, zuletzt 1899 bei Anna Katharinas drittem Kind, dem späteren Hans Bucka. Aus dieser Schwesternschaft ergibt sich der entscheidende Schritt für den weiteren Verlauf: Evas Sohn Johann Max Fuchs und Anna Katharinas Tochter Frieda Emma Bucka waren Kinder zweier Schwestern und damit Cousin und Cousine ersten Grades.
Eva steht so im Zentrum der Namensentwicklung von Baumgärtel über Bucka zu Fuchs und verbindet den Bucka-Familienverband in Vielitz mit der späteren Fuchs-Linie in Thonbrunn. Und sie steht zugleich für ein Motiv, das sich durch den ganzen Komplex zieht. Zweimal innerhalb einer Familie wurde ein Kind unehelich geboren und später legitimiert, und beide Male war es Michael Bucka, der die Verantwortung übernahm, erst als Vater der unehelich geborenen Eva, dann als Großvater und Anzeiger bei der Geburt ihres Sohnes.
2.3 Johann Nikol Fuchs (Ur-Urgroßvater)
27.12.1865
Thonbrunn Haus Nr. 13, Königreich Böhmen, Kaisertum Österreich, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Landwirt
12.01.1921 um 06:00 Uhr, Beisetzung am 14.01.1921, Friedhof Thonbrunn
Thonbrunn Haus Nr. 13, Bezirk Asch, Tschechoslowakei, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Nr. 4/1921, Kirchenbuch Thonbrunn
Magen-Darm-Katarrh
Mein Ur-Urgroßvater Johann Nikol Fuchs gehört nicht zur eigentlichen Bucka-Abstammung, ist für die Fortsetzung der Linie aber unverzichtbar. Er war es, der die Vaterschaft zu Evas Sohn anerkannte und damit aus dem unehelich geborenen Johann Bucka den späteren Johann Max Fuchs machte.
Im kirchlichen Geburtseintrag Nr. 102/1891 meines Urgroßvaters Max Fuchs habe ich die Handschriften der Schreiber sehr genau analysiert und festgestellt: Die Vaterangabe „Johann Nikol Fuchs“ wurde nachträglich durch eine andere Person im Eintrag ergänzt. Die Angaben zum Kind und zur Mutter heben sich im Schriftbild deutlich von der Vaterangabe und den Namenszusätzen ab, was darauf hindeutet, dass diese Teile zu verschiedenen Zeitpunkten in den Eintrag kamen.
Johann Nikols eigener Geburtseintrag ließ sich bisher nicht auffinden. Geburtsdatum und Geburtsort beruhen daher nicht auf einem Geburtseintrag, sondern auf den Angaben in seinem späteren Sterbeeintrag Nr. 4/1921 des Kirchenbuchs Thonbrunn. Dieser Eintrag ist damit die wichtigste Quelle zu seinem Leben überhaupt.
Die Kirchenbücher von Thonbrunn und Neuberg lagern im Staatsarchiv Pilsen, doch gerade der Band, der seine Geburt enthalten müsste, ist dort nicht mehr auffindbar. Das bremst die Forschung an einer entscheidenden Stelle, denn ohne diesen Eintrag bleiben seine Eltern im Dunkeln und die Fuchs-Linie lässt sich über ihn hinaus zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiterverfolgen. Einen leisen Fingerzeig gibt immerhin das Gerichtsprotokoll vom 29.09.1891, das ihn als ledigen 26-jährigen Ökonomensohn aus Thonbrunn führt. Sein Vater war demnach selbst Ökonom, ein Name fällt aber nicht.
Eine leichte Unschärfe sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber benannt. Das Protokoll bezeichnet ihn im September 1891 als 26-jährig, nach dem im Sterbeeintrag überlieferten Geburtsdatum vom 27.12.1865 war er zu diesem Zeitpunkt jedoch erst 25 Jahre alt und stand im 26. Lebensjahr. Die Differenz erklärt sich aus der damals verbreiteten Zählung nach dem laufenden Lebensjahr und stellt die Zuordnung nicht in Frage. Sie erinnert aber daran, wie schmal die Quellenbasis für seine Lebensdaten ist, die allein auf dem Sterbeeintrag von 1921 ruhen.
Ein kleines Detail aus dem Sterbeeintrag passt ins Bild. Dort steht nicht „Januar“, sondern „Jänner“. Diese österreichisch geprägte Schreibweise passt zum historischen Sprachraum Thonbrunns. Der Ort gehörte bis 1918 zum Königreich Böhmen innerhalb der Habsburgermonarchie und lag zum Zeitpunkt des Todes von Johann Nikol Fuchs im Jahr 1921 dann bereits in der Tschechoslowakei.
Von diesem sprachlichen Detail zurück zum Rechtlichen: Die Vaterschaftsanerkennung ist über das Urteil des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 und das zugehörige Protokoll vom 29.09.1891 belegt, von dem mir eine beglaubigte Kopie aus dem Staatsarchiv Bamberg vorliegt. Seine Ehe mit Eva schließlich wurde am 29.07.1900 in Neuberg geschlossen. Ein eigener Eheeintrag fehlt zwar, doch das Datum trägt der Randvermerk in Max’ Geburtseintrag, und die Sterbeeinträge beider Eheleute bestätigen die Verbindung. Als anerkennender Vater von Johann Max Fuchs und als Ehemann der Eva ist Johann Nikol Fuchs damit gesichert, auch wenn die Überlieferung über seine Herkunft leider an einer folgenschweren Archivlücke endet.
2.4 Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka (Urgroßmutter)
03.11.1905 um 14:30 Uhr
Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 30/1905, Standesamt Selb-Plößberg
Nr. 289/1905, Kirchenbuch Selb
Anna Katharina Bucka
unbekannt
Johann Jakob Bucka (1888), Emma Bucka (1892) und Hans Bucka (1899), jeweils mütterlicherseits
13.03.1998 um 05:25 Uhr
Weingarts, Bayern
Nr. 4/1998, Standesamt Pinzberg, früher Weingarts
Meine Urgroßmutter Frieda kam am 03.11.1905 in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, unehelich zur Welt. Ihr Vater ist bis heute unbekannt. Weder der Geburtseintrag noch die standesamtliche Geburtsurkunde nennen einen Namen, die Urkunde verzeichnet neben der Mutter lediglich die Hebamme. Ihre Mutter dagegen ließ sich klar bestimmen: Katharina Bucka, Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Der Geburtseintrag hält zudem fest, dass Frieda das vierte Kind ihrer Mutter war. Damit bestätigt er die Kinderfolge unabhängig von den übrigen Quellen: Vor ihr kamen Johann Jakob 1888, Emma 1892 und Hans 1899 zur Welt.
Diese Zuordnung wird durch die standesamtliche Sterbeurkunde der Mutter, Nr. 3/1911 des Standesamts Selb-Plößberg, noch fester verankert. Die Urkunde nennt als Sterbeort Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, also genau die Adresse, an der Frieda geboren wurde. Sie bestätigt zudem den ledigen Stand der Mutter, ihren Beruf als Fabrikarbeiterin und ihre Eltern Michael Bucka und Anna, geb. Baumgärtel. So sind Mutter und Tochter nicht nur über das Kirchenbuch, sondern über denselben konkreten Wohnort und eine standesamtliche Primärquelle miteinander verbunden.
Schon Friedas eigener Geburtseintrag deutet auf den familiären Zusammenhalt hin, der den Bucka-Komplex durchzieht. Als Taufpatin ist dort Emma Bucka eingetragen, im Kirchenbucheintrag als „Schwester des Kindes“ bezeichnet. Dass Frieda den zweiten Vornamen Emma trug, dürfte daher kaum zufällig sein, sondern verweist wahrscheinlich auf genau diese enge Verbindung.
Der frühe Tod der Mutter traf Frieda hart. Anna Katharina Bucka starb am 03.03.1911 an Lungentuberkulose, da war Frieda erst fünf Jahre alt. Nach der Familienüberlieferung, die unter anderem über meine Großtante weitergegeben wurde, nahm sich zunächst die ältere Schwester Emma des Kindes an, bevor Frieda später noch recht jung als Magd in das Haus der Familie Fuchs nach Thonbrunn kam. Das galt lange als reine Überlieferung. Der Eheeintrag Nr. 33/1929 führt Frieda aber als Landwirtschaftsgehilfin mit Wohnort in Thonbrunn Haus Nr. 13 und stützt diese Erzählung damit erstmals amtlich.
Eine Abgrenzung sei hier schon angedeutet, weil zwei Vorgänge leicht durcheinandergeraten können. Zu Emma gehört eine gerichtliche Vaterschaftssache, auf die ich im Kapitel zu ihr noch ausführlich eingehe. Für Frieda folgt daraus nichts, ihr Vater bleibt offen, und auch eine Datenbankrecherche des Staatsarchivs Bamberg blieb ohne Ergebnis.
Innerhalb des Bucka-Komplexes nimmt Frieda eine besondere Stellung ein. Über ihre Mutter gehört sie unmittelbar zur Bucka-Linie aus Vielitz Haus Nr. 12, auch wenn sie selbst nicht mehr dort, sondern in Selb-Plößberg geboren wurde. Diese räumliche Verschiebung ist auffällig. Während die älteren Belege immer wieder nach Vielitz Haus Nr. 12 führen, ist Frieda bereits mit Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, verbunden. Ihr weiterer Weg führte über Thonbrunn schließlich nach Weingarts in Oberfranken. Trotz dieser Wanderung bleibt ihre Zugehörigkeit zum zentralen Bucka-Elternpaar durch die standesamtliche Sterbeurkunde ihrer Mutter unverrückbar belegt.
2.5 Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka (Ur-Urgroßmutter)
12.02.1865 um 06:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
Nr. 30/1865, Kirchenbuch Selb
Johann Michael Bucka, evangelisch, Webermeister
Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel
- Johann Jakob Bucka, geboren am 06.02.1888
- Emma Bucka, geboren am 03.08.1892
- Hans Bucka, geboren am 12.03.1899
- Frieda Emma Bucka, geboren am 03.11.1905
Fabrikarbeiterin
03.03.1911 um 18:00 Uhr, Beisetzung am 06.03.1911 in Selb
Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 31/1911, Kirchenbuch Selb
Nr. 3/1911, Standesamt Selb-Plößberg
Lungentuberkulose
Meine Ur-Urgroßmutter Anna Katharina Bucka, in späteren Quellen meist nur Katharina genannt, kam am 12.02.1865 in Vielitz Haus Nr. 12 zur Welt, als Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Ihr Geburtseintrag Nr. 30/1865 hält einen Befund fest, der über sie selbst hinausweist. Als Patin ist dort Anna Catharina Baumgärtel verzeichnet, die Witwe des Johann Baumgärtel, und bei ihr handelt es sich um die Mutter der Kindesmutter, also um die Großmutter des Täuflings. Damit reicht der Blick erstmals bis in die Baumgärtel-Generation oberhalb des Bucka-Elternpaares, worauf ich im Kapitel zu Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, noch genauer eingehe.
Eine Klarstellung gleich vorweg, denn die Namensgleichheit führt leicht in die Irre. Diese 1865 geborene Anna Katharina Bucka ist nicht ihre gleichnamige Mutter Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Gemeint ist hier durchgehend die Tochter, die Mutter von Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda Emma.
Anna Katharina blieb zeitlebens ledig und arbeitete als Fabrikarbeiterin. Von ihr sind heute vier uneheliche Kinder namentlich belegt. 1888 kam Johann Jakob zur Welt, 1892 folgte Emma, 1899 Hans und 1905 schließlich Frieda Emma. Lange kannte ich nur die beiden Töchter, doch schon Emmas Geburtseintrag zeigte, dass die Familiengeschichte an dieser Stelle nicht geschlossen war, denn er führt Emma als zweites Kind ihrer Mutter. Das damit anzunehmende ältere Kind ließ sich zu einem späteren Zeitpunkt auch identifizieren. Der Familienbogen Michael Bucka, Einwohnermeldeamt der ehemals selbstständigen Gemeinde Vielitz bei Selb, führt dieses erste Kind unter dem Namen Hans. Diese Zuordnung beruht auf einer Verwechslung, denn der Bogen hat die Vornamen der beiden Söhne von 1888 und 1899 gegeneinander vertauscht. Der Geburtseintrag Nr. 11/1888 des Kirchenbuchs Rehau nennt dieses Kind Johann Jakob Bucka, geboren am 06.02.1888 in Rehau und dort am 21.02.1888 getauft. Ein Vater wird im Eintrag nicht genannt. Emma als zweites Kind war bereits bekannt, das dritte Kind erschloss sich dann über den Geburtseintrag Nr. 54/1899 des Kirchenbuchs Selb. Dieses Kind wurde am 12.03.1899 in Vielitz geboren, kirchlich zunächst als Johann eingetragen und durch die Schönwalder Einwohnermeldekartei als Hans Bucka belegt. Auch bei Hans ist kein Vater bekannt. Die Väter von Johann Jakob, Hans und Frieda sind damit gänzlich unbekannt, allein bei Emma wurde die Vaterschaft gerichtlich festgestellt. Die Geschichte um Emma, einschließlich der gerichtlichen Vaterschaftssache gegen Georg Nikol Hornfischer, entfaltet sich später in einem eigenen Abschnitt. Für Anna Katharina selbst bleibt festzuhalten, dass sie wiederholt als ledige Mutter in den Quellen auftritt. Bei Emma zeigt sich zugleich der Rückhalt von Anna Katharinas Vater Michael Bucka, der in der gerichtlichen Vaterschaftssache als Vormund des Kindes handelte. Bei Frieda dagegen war Michael bereits verstorben, sodass sich dieser familiäre Schutz nicht mehr in gleicher Weise aus den Akten zeigen lässt.
Katharinas Leben endete früh. Am 03.03.1911 starb sie laut Kirchenbucheintrag an Lungentuberkulose, ihre Tochter Frieda war zu diesem Zeitpunkt erst fünf Jahre alt. Dieser frühe Tod gibt der Familienüberlieferung ihren Sinn, die ich im Kapitel zu Frieda bereits geschildert habe: Emma, die ältere Schwester, kümmerte sich zunächst um das Mädchen. Weitergegeben wurde diese Erinnerung über eine Tochter von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka.
Wie schon bei Frieda sichert vor allem die standesamtliche Sterbeurkunde die Mutter-Tochter-Verbindung ab. Der Kirchenbuch-Sterbeeintrag Nr. 31/1911 nennt als Sterbeort nur Selb-Bahnhof, die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911 präzisiert ihn auf Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Dieselbe Adresse steht in Friedas Geburtsurkunde Nr. 30/1905 als Geburtsort. Damit verbindet diese eine Adresse Mutter und Tochter unmittelbar miteinander. Die Urkunde bestätigt zusätzlich den ledigen Familienstand, den Beruf Fabrikarbeiterin und die Eltern, den Webermeister Michael Bucka und seine Frau Anna, geb. Baumgärtel. Auch die Altersangabe stimmt, denn am Todestag war Anna Katharina 46 Jahre alt, was rechnerisch genau zur Geburt am 12.02.1865 passt.
Ein loser Faden bleibt die Person, die den Tod anzeigte. Die Sterbeurkunde nennt als Anzeigende des Todes Anna Elisabetha Mehringer, geb. Baumgärtel, ebenfalls mit Bezug zu Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Sie gab an, beim Tod zugegen gewesen zu sein. Über den Eheeintrag Mehringer / Baumgärtel Nr. 80/1899 und ihren eigenen Geburtseintrag Nr. 215/1874 ließ sie sich näher bestimmen: geboren am 04.10.1874 in Plößberg 15, Tochter eines (weiteren) Johann Baumgärtel. Eine standesamtliche Eheurkunde zu ihrer Ehe liegt laut Standesamt Selb nicht vor. Der gemeinsame Geburtsname Baumgärtel und die Adresse Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20 machen sie zu einem beachtenswerten Ansatzpunkt für die Baumgärtel-Seitenlinie. Eine direkte Verwandtschaft zur bereits bekannten Baumgärtel-Linie der Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, ist damit aber noch nicht bewiesen, zumal die Elternangaben im Eheeintrag schlecht erhalten sind.
2.6 Emma Bucka (ältere Schwester meiner Urgroßmutter)
03.08.1892
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 16/1892, Standesamt Vielitz bei Selb
Nr. 151/1892, Kirchenbuch Selb
Georg Nikol Hornfischer (gerichtlich festgestellt)
Anna Katharina Bucka
Emma Bucka / Anna Margareta Bucka
07.05.1972 um 09:30 Uhr
Rehau, Bayern
Nr. 84/1972, Standesamt Rehau
Lange war Emma für mich nur ein Name aus den Erzählungen meiner Großtante: die ältere Schwester, die sich nach dem frühen Tod der Mutter um die kleine Frieda kümmerte. Heute steht sie nicht mehr nur in der Erinnerung, denn gleich mehrere Urkunden geben ihr einen festen Platz in dieser Geschichte.
Emma Bucka kam am 03.08.1892 in Vielitz unehelich zur Welt. Standesamtlich ist ihre Geburt in der Geburtsurkunde Nr. 16/1892 des Standesamts Vielitz bei Selb festgehalten, die Vielitz Haus Nr. 12 als Geburtsort nennt. Kirchlich steht sie im Geburtseintrag Nr. 151/1892 des Kirchenbuchs Selb. Beide Dokumente nennen als Mutter die ledige Fabrikarbeiterin Anna Katharina Bucka, dieselbe Frau, die dreizehn Jahre später auch Frieda gebar. Emma und Frieda waren damit Schwestern mütterlicherseits, wahrscheinlich Halbschwestern. Ein Detail am Rand des Eintrags lässt aufhorchen. Emma wird dort als zweites Kind ihrer Mutter geführt. Das damit vorausgesetzte ältere Kind ist, wie im vorigen Abschnitt geschildert, ihr 1888 geborener Bruder Johann Jakob. Insgesamt sind heute vier Kinder bekannt, nach Emma folgten noch Hans im Jahr 1899 und meine Urgroßmutter Frieda Emma im Jahr 1905.
Wie nah sich die beiden Bucka-Schwestern Eva Katharina und Anna Katharina standen, zeigt sich bis in die Taufpaten hinein. Anna Katharina stand 1891 als Patin bei Evas Sohn Johann, dem späteren Max Fuchs. Umgekehrt übernahm Eva 1892 die Patenschaft für Anna Katharinas Tochter Emma. Sieben Jahre später wiederholte sich das beim dritten Kind, das der kirchliche Geburtseintrag noch Johann nennt und das später als Hans bekannt wurde: Der Geburtseintrag Nr. 54/1899 nennt Eva Katharina als stellvertretende Taufpatin, neben ihrem Bruder Johann Jakob als Paten. Noch eine Generation später wird Emma selbst in Friedas Geburtseintrag Nr. 289/1905 als Patin genannt, als „Schwester des Kindes“. Hinter diesen Patenschaften stand gelebter Zusammenhalt und bis heute stützen sie die verwandtschaftlichen Linien unabhängig von den reinen Geburtsangaben.
Mit Emma kam ein Vorgang ans Licht, der dem Bucka-Komplex eine völlig neue Facette hinzufügt. Im Bestand des Amtsgerichts Selb liegt die Zivilprozessakte 58, eine Vaterschafts- und Alimentensache zu einem 1892 geborenen Kind, das die Akte unter dem Namen Anna Margareta führt. Beklagter war Georg Nikol Hornfischer, gebürtig aus Kirchenlamitz bei Selb, zuletzt in Eger (heute Cheb) und zur Zeit des Verfahrens unbekannten Aufenthalts. Am 15.03.1893 stellte das Königliche Amtsgericht Selb seine Vaterschaft fest und verurteilte ihn „im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern“ zur Zahlung von Alimenten.
Eine Ehe oder dauerhafte Beziehung zwischen ihm und Anna Katharina Bucka lässt sich daraus nicht ableiten. Auf der Klägerseite stand neben der Mutter der Vormund des Kindes, der Webermeister Michael Bucka aus Vielitz, Anna Katharinas Vater. Am 02.11.1892 wurde er als Vormund verpflichtet. Er trat damit zum zweiten Mal binnen gut dreizehn Monaten in dieser Rolle auf, denn schon am 29.09.1891 hatte er die Vormundschaft für meinen Urgroßvater Johann Bucka übernommen.
An dieser Stelle stößt man auf eine Namensfrage, die zunächst stutzig macht. Die standesamtliche Geburtsurkunde und die Gerichtsakte führen das Kind als Anna Margareta, das Kirchenbuch dagegen ausdrücklich nur als Emma. Kirchlich getauft wurde sie also unter dem Namen Emma, und Emma blieb auch der gebräuchliche Vorname, unter dem sie in der Familie weiterlebte und der bis heute in der Überlieferung steht. Dass es sich bei Anna Margareta und Emma um ein und dieselbe Person handelt, steht dabei außer Frage. Alle Quellen nennen denselben Geburtstag, den 03.08.1892, und dieselbe Mutter. Vor allem sind die Angaben zur Mutter in der standesamtlichen Geburtsurkunde und im kirchlichen Geburtseintrag vollständig deckungsgleich. Wo Geburtsdatum und Mutterangaben so genau zusammenfallen, kann ein abweichender Vorname die Identität nicht erschüttern. Den sinnfälligsten Beleg dafür sollte allerdings erst ihre eigene Heirat liefern.
Dass ein bürgerlich geführter Vorname und der kirchliche Tauf- und Rufname auseinanderliefen, war im 19. Jahrhundert außerdem nichts Ungewöhnliches. Vornamen lagen damals weit weniger fest als heute, und Abweichungen zwischen amtlichen und kirchlichen Aufzeichnungen kommen häufiger vor. Derselbe Komplex zeigt es an meinem Urgroßvater Max Fuchs. Seine standesamtliche Geburtsurkunde Nr. 6/1891 und sein kirchlicher Geburtseintrag Nr. 102/1891 führten ihn zunächst beide als Johann Bucka, ehe der Kirchenbucheintrag durch eine nachträgliche Korrektur zu Johann Max Fuchs umgeschrieben wurde. Solche Abweichungen, ob gleich bei der Eintragung oder erst durch spätere Korrektur, gehörten zur damaligen Aktenführung schlicht dazu.
Eines möchte ich ausdrücklich festhalten, weil sich sonst schnell ein falscher Schluss aufdrängt. Georg Nikol Hornfischers Vaterschaft betrifft allein Emma. Für Frieda ist daraus nichts abzulesen. Friedas Vater bleibt weiterhin unbekannt, weder Geburtseintrag noch Geburtsurkunde nennen einen Namen, und auch eine Anfrage beim Staatsarchiv Bamberg führte ins Leere. Hornfischer gehört damit zu Emmas Vorgeschichte, nicht zu meiner direkten Linie.
Emmas eigener Lebensweg führte später nach Rehau, wo sie am 19.07.1913 Martin Zapf, geboren am 27.09.1888 in Rehau (Geburtsurkunde Nr. 82/1888), heiratete. Diese Ehe kannte ich zunächst nur aus einem Randvermerk auf ihrer Sterbeurkunde, heute liegt mir die Eheurkunde Nr. 22/1913 des Standesamts Rehau in Form einer beglaubigten Kopie vor. Und mit dieser Urkunde wird die ganze Namensfrage auf einmal klar. Emma unterschrieb sie mit eigener Hand und deutlich lesbar als „Emma Zapf“. Knapp neun Monate später, am 18.04.1914, trug der Standesbeamte am Rand einen Berichtigungsvermerk ein, der auf einer Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom 30.03.1914 beruhte. Danach hatte die Unterschrift der Ehefrau nicht „Emma Zapf“ zu lauten, sondern „Anna Margareta Zapf“.
Gerade dieser Vermerk macht die Zuordnung eindeutig. Emma unterschrieb mit dem Namen, unter dem sie ihr Leben lang bekannt war. Das Standesamt beanstandete diese Unterschrift und verlangte die amtliche Form Anna Margareta. Deutlicher als durch diese eigenhändige Unterschrift und ihre spätere Berichtigung lässt sich kaum zeigen, dass beide Namen ein und dieselbe Frau meinen. Die Einwohnermeldekartei ihres Mannes bestätigt das später aus Sicht des Meldewesens noch einmal, dort wurde sie als „Anna Margareta, genannt Emma, geborene Bucka“ eingetragen. Emma überlebte ihren Mann und starb am 07.05.1972 in Rehau, im Alter von 79 Jahren. Wo sie begraben liegt, weiß ich bis heute nicht. Die Friedhofsverwaltung der Stadt Rehau teilte mir auf Anfrage mit, dass sie dort nicht bestattet wurde, obwohl sie mehr als ein halbes Leben in diesem Ort verbracht hatte.
Und doch ist Emma für das Gesamtbild ein besonderer Gewinn, weil sie aus den Akten heraus bestätigt, was die Familie über Generationen mündlich bewahrt hat: dass es eine ältere Schwester gab, die Frieda nach dem Tod ihrer Mutter auffing. Zugleich schärft sie den Blick auf Michael Bucka, der in den Gerichtsunterlagen gleich zweimal als der Mann sichtbar wird, der für die unehelichen Kinder seiner Töchter geradestand.
2.7 Johann Michael Bucka / Michael Bucka (zweifacher Ur-Ur-Urgroßvater)
05.04.1822 um 07:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 70/1822, Kirchenbuch Selb
Weber, auch Webermeister
Johann Nicol Bucka, Bauer in Vielitz, dort geboren am 01.11.1796, gestorben am 30.01.1842 ebenda (mein zweifacher Ur-Ur-Ur-Urgroßvater)
Rosina Christiana Bucka, geb. Leupold, geboren am 29.05.1801 in Selb, gestorben am 20.08.1861 in Vielitz (meine zweifache Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter)
16.04.1902 um 13:00 Uhr, Beisetzung am 18.04.1902 in Selb
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 45/1902, Kirchenbuch Selb
Nr. 1/1902, Standesamt Vielitz bei Selb
Lungenschwindsucht
Johann Michael Bucka ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Komplexes, der Knoten, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Er war der Vater von Eva Katharina und Anna Katharina, Ehemann von Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, und über seine beiden Töchter der gemeinsame Großvater von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka. In manchen Quellen heißt er Johann Michael, in anderen nur Michael. Mehrere Kirchenbucheinträge und eine standesamtliche Sterbeurkunde sichern seine Identität ab.
Dass beide Namensformen ein und denselben Mann beschreiben, ist für die ganze Beweisführung zentral, denn Eva ist als Tochter eines Michael Bucka belegt, Anna Katharina als Tochter eines Johann Michael Bucka. Der Eheeintrag Nr. 4/1858 führt den Bräutigam als Johann Michael Bucka, der spätere Sterbeeintrag Nr. 45/1902 nur als Michael Bucka.
Entscheidend ist ein nachträglicher Vermerk im Eheeintrag, der auf das Sterbejahr 1902 verweist und damit beide Einträge derselben Person zuordnet. Die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb bestätigt das.
Diese standesamtliche Urkunde ist auch sonst ein Glücksfall. Sie führt Michael Bucka als Webermeister in Vielitz Haus Nr. 12 und nennt als Eltern Nikol Bucka und Rosina, geb. Leupold. Den Tod zeigte Johann Oswald Bucka an, der dabei als Sohn des Verstorbenen geführt wird. Die Sterbeurkunde des Vaters belegt nebenbei auch den Sohn, was für Oswalds Rolle als Seitenbeleg noch wichtig wird. Beigesetzt wurde Michael Bucka am 18.04.1902 in Selb.
Am eindrücklichsten wird Michael Bucka aber nicht durch seine Daten, sondern durch sein Handeln. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren trat er für die unehelich geborenen Kinder seiner Töchter als Vormund ein. Am 29.09.1891 wurde er im Verfahren um Evas Sohn Johann, den späteren Max Fuchs, nach Belehrung über seine Pflichten und Rechte durch Handgelübde an Eidesstatt in Pflicht genommen. Das Protokoll des Königlichen Amtsgerichts Selb, aufgenommen in der Pflegschaftseinleitung über das Kind, bezeichnet ihn dabei als Vater der Kindesmutter Eva Bucka und als Weber Michael Bucka von Vielitz.
Nur ein Jahr später, in der Zivilprozessakte 58 zur Vaterschaftssache der Anna Katharina Bucka gegen Georg Nikol Hornfischer, übernahm er dieselbe Rolle erneut, diesmal für deren Kind Emma. In beiden Fällen handelte er nicht als biologischer Vater, sondern als Großvater und gesetzlicher Vertreter. Gleich zweimal stellte sich derselbe Mann schützend vor ein uneheliches Enkelkind. Aus den nüchternen Gerichtsakten tritt dadurch ein Charakter hervor, der sich seiner Verantwortung nicht entzog.
Auch ältere und gerichtliche Quellen ordnen ihn fest in den Familienverband ein. Sein eigener Geburtseintrag Nr. 70/1822 nennt ihn Sohn von Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold, und das Protokoll Nr. 1634/1891 zur Vaterschaftsanerkennung des Kindes Johann Bucka weist ihn als Weber zu Vielitz und Vater der Eva Bucka aus. So greifen Geburtseintrag, Eheeintrag, Gerichtsakten und standesamtliche Sterbeurkunde an mehreren Stellen ineinander.
Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, hatten über die bereits genannten Töchter hinaus weitere Kinder. Durch Geburtseinträge belegt sind heute sechs: Eva Katharina von 1857, Johann Adam, geboren 1859 und bereits 1872 im Alter von zwölf Jahren verstorben (Geburtseintrag Nr. 60/1859 und Sterbeeintrag Nr. 25/1872, Kirchenbuch Selb), Johann Oswald von 1860, Johann Jakob von 1862 (Geburtseintrag Nr. 172/1862, Kirchenbuch Selb), Anna Katharina von 1865 und Margaretha Katharina, geboren am 11.01.1867 (Geburtseintrag Nr. 9/1867, Kirchenbuch Selb). Den Sohn von 1862 hatte ich nach dem Geburtseintrag Nr. 172/1862 zunächst als Johann Jarrs gelesen. Der Familienbogen von Michael Bucka nennt den Vornamen jedoch deutlich lesbar als Jakob, womit ich die frühere Lesung verworfen habe.
Der Eintrag zu Johann Jakob öffnet dabei beiläufig einen weiteren Faden, denn als dessen Pate tritt ein gleichnamiger Onkel auf, ein lediger Webergeselle und Bruder von Johann Michael. Auch diesen älteren Johann Jakob Bucka konnte ich im Kirchenbuch Selb belegen. Sein Geburtseintrag Nr. 34/1835 verzeichnet ihn als am 22.02.1835 in Vielitz geborenen Sohn von Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana, geb. Leupold. Ein späterer Lebensbeleg kommt hinzu: Am 31.01.1869 heiratete er in Rehau Margaretha Johanna Gläsel (geboren am 19.12.1845 ebenda, Geburtseintrag Nr. 97/1845, Kirchenbuch Rehau).
Die Eheschließung wurde im Eheeintrag Nr. 10/1869 des Kirchenbuchs Rehau und ohne fortlaufende Nummer auch im Kirchenbuch Selb dokumentiert. Der Eheeintrag bestätigt zugleich sein Geburtsdatum und die Zuordnung zu seinen Eltern, wenn auch mit einer kleinen Unschärfe: Er führt die Mutter als Rosina Margaretha, geb. Leupold, während die Primärquellen als zweiten Vornamen Christiana nennen.
Eine besondere Rolle unter den Kindern nimmt Johann Oswald Bucka ein. Er zählt nicht zu meinen direkten Vorfahren, ist als weiteres belegtes Kind desselben Elternpaares aber ein wertvoller Seitenbeleg für den ganzen Familienverband. Ihm widme ich deshalb ein eigenes Kapitel.
Den Abschluss dieses Kapitels bilden die ältesten Dokumente dieser Linie. Die folgenden Abbildungen zeigen die Einträge zu Michaels Eltern Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold sowie zu seinem Großvater Johann Balthasar Bucka. Ihre Auswertung folgt im Abschnitt zum Anschluss an die ältere Bucka-Generation.
2.8 Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel (zweifache Ur-Ur-Urgroßmutter)
05.03.1831 oder 06.03.1831
Stopfersfurth bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 51/1831, Kirchenbuch Selb
Johann Baumgärtel
Anna Catharina Baumgärtel, geb. Baumgärtel. Wegen der auffälligen Namensgleichheit der Nachnamen sollte diese Angabe Gegenstand zukünftiger Nachforschungen zur Baumgärtel-Linie sein.
31.01.1858 in Vielitz bei Selb
05.09.1870 um 06:00 Uhr, Beisetzung am 07.09.1870
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 85/1870, Kirchenbuch Selb
Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, war die Ehefrau von Johann Michael Bucka und damit gemeinsam mit ihm die Stammmutter, von der die beiden später wieder zusammenlaufenden Bucka-Zweige ausgehen. Über ihre Tochter Eva Katharina führt die Linie zu Johann Max Fuchs, über ihre Tochter Anna Katharina zu Frieda Emma Bucka. Ihre Identität ist quellenkritisch etwas anspruchsvoller als bei den übrigen Schlüsselpersonen, weil ihre Namensformen in den Quellen leicht wechseln.
Im Geburtseintrag Nr. 51/1831 wird sie als Catharina Margaretha Baumgärtel geführt, geboren am 05.03.1831 in Stopfersfurth bei Selb, als Vater ist Johann Baumgärtel genannt. Spätere Quellen sprechen dagegen von Anna Katharina Baumgärtel oder, nach der Heirat, von Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Diese Zuordnung führe ich bewusst als sehr wahrscheinlich und nicht als restlos bewiesen, doch die Indizien fügen sich dicht zusammen. Der Herkunftsort Stopfersfurth taucht nicht nur im Geburtseintrag auf, sondern kehrt in mehreren späteren Quellen wieder, und im fraglichen Zeitraum ließ sich im Raum Selb kein anderer plausibler Geburtseintrag finden.
Vor allem aber sichern die Kinder die Identität ab. Im Geburtseintrag der Tochter Eva heißt die Mutter Anna Katharina Baumgärtel, Tochter des Johann Baumgärtel. Beim Sohn Johann Oswald wird sie als Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth genannt, was den Herkunftsort ein weiteres Mal bestätigt. Und im Geburtseintrag der Tochter Anna Katharina von 1865 heißt sie schließlich Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. So verbinden Herkunftsort, Vatername, Ehekontext und die Belege über die Kinder dieselbe Frau immer wieder miteinander.
Derselbe Geburtseintrag von 1865 öffnet zudem den Blick eine Generation weiter nach oben. Dort ist als Patin Anna Catharina Baumgärtel angegeben, die Witwe des Johann Baumgärtel, und damit die Mutter unserer Anna Katharina. Erstmals wird so die Großmutter der Baumgärtel-Seite über eine konkrete Quelle belegt, ein Anhaltspunkt, an dem sich die Mutterlinie künftig sicher weiterverfolgen lässt. Gestützt wird dieser Anschluss zusätzlich durch den Eheeintrag Nr. 3/1825, der die Eheschließung von Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel am 06.02.1825 festhält. Damit steht das Elternpaar der 1831 geborenen Tochter auf einer eigenen urkundlichen Grundlage. Die auffällige Namensgleichheit der Ehegatten bleibt dabei ein eigener Prüfpunkt für die weitere Baumgärtel-Forschung.
Anna Katharina Buckas weiterer Lebensweg ist knapp umrissen. Die Ehe mit Johann Michael Bucka wurde am 31.01.1858 in Vielitz geschlossen, gestorben ist sie am 05.09.1870 ebenda, im Sterbeeintrag Nr. 85/1870 als Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, mit Geburtsort Stopfersfurth und Sterbeort Vielitz geführt. Dieser Eintrag verknüpft ein letztes Mal Geburtsname, Ehename und Herkunft.
Ein kleiner Vorbehalt bleibt redlicherweise bestehen. Nicht alle Namens- und Datumsangaben stimmen ganz exakt überein, der Eheeintrag nennt als Geburtstag den 06.03.1831 statt des 05.03., und der Zusatzname Margaretha aus dem Geburtseintrag taucht in den späteren Quellen nicht mehr auf. Die Altersangabe im Sterbeeintrag ist außerdem um genau ein Jahr ungenau. Diese Unschärfen betreffen jedoch allein die Frage, wie sicher der Anschluss der Baumgärtel-Linie nach oben ist. Der Kern, also ihre Rolle als Mutter von Eva, Anna Katharina und Johann Oswald und damit als Stammmutter des Bucka-Knotens, steht davon völlig unberührt und ist durch die eigenen Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträge der Kinder unabhängig gesichert.
2.9 Johann Oswald Bucka (Ur-Urgroßonkel)
26.09.1860
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
Nr. 143/1860, Kirchenbuch Selb
Johann Michael Bucka
Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth
Einfüller, nach regionalem Kontext vermutlich Fabrikarbeiter im Umfeld der Selber Porzellanindustrie
Johann Oswald Bucka gehört nicht zur direkten Linie über Max Fuchs oder Frieda, und doch ist er einer der wertvollsten Zeugen des ganzen Komplexes. Als weiteres belegtes Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, stützt er den Familienverband in Vielitz Haus Nr. 12 von einer unabhängigen Seite. Wo Eva und Anna Katharina die Linien nach unten tragen, sichert Oswald das Elternpaar gewissermaßen quer ab.
Geboren wurde er am 26.09.1860 in Vielitz Haus Nr. 12, getauft am 13.10.1860, festgehalten im Geburtseintrag Nr. 143/1860. Dieser Eintrag verzeichnet mehr als eine weitere Geburt. Er nennt als Mutter Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth, und genau diese Herkunftsangabe schlägt die Brücke zur Baumgärtel-Seite. Sie erhärtet die Identifizierung der Mutter mit der in Stopfersfurth geborenen Catharina Margaretha Baumgärtel aus dem Geburtseintrag Nr. 51/1831. Johann Oswald belegt damit nicht nur sich selbst, sondern festigt zugleich die Mutterlinie.
Bestätigt wird seine Herkunft ein zweites Mal durch seinen Eheeintrag. Am 14.02.1886 heiratete er Margaretha Katharina Günthert, geboren am 19.02.1839. Die Ehe ist kirchlich im Eheeintrag Nr. 7/1886 und standesamtlich in der Eheurkunde Nr. 11/1886 dokumentiert. In diesen Dokumenten wird er als Sohn des Webers Johann Michael Bucka zu Vielitz und dessen Ehefrau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, geführt. Damit nennen zwei zeitlich auseinanderliegende Quellen, Geburtseintrag und Eheeintrag, dieselbe Elternkonstellation. Bemerkenswert ist der Altersunterschied der Eheleute. Die Braut war bei der Eheschließung 46 Jahre alt, der Bräutigam 25, beide werden im Eintrag als ledig geführt.
Ein drittes Mal taucht er an einer Stelle auf, die ich bereits bei seinem Vater erwähnt habe. In der standesamtlichen Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb ist Johann Oswald derjenige, der den Tod von Johann Michael Bucka anzeigt, und er wird dort als Sohn des Verstorbenen geführt. Die Urkunde nennt auch seinen Beruf: Einfüller. Diese Bezeichnung lässt sich keinem festen Handwerk zuordnen, passt aber gut in das industriell geprägte Selb um 1900, wo neben gelernten Porzellanarbeitern viele angelernte Kräfte in den Fabriken Arbeit fanden. Wahrscheinlich ist damit eine einfache Tätigkeit im Umfeld der Porzellanherstellung gemeint.
Gerade weil Oswald gleich dreifach belegt ist, durch Geburt, Heirat und die Sterbeurkunde des Vaters, festigt er den Familienverband Vielitz Haus Nr. 12 erheblich und stärkt die Hauptbeweiskette von außen. Sein eigenes Lebensende liegt dagegen noch im Dunkeln. Die digital und öffentlich verfügbaren Sterbeeinträge des Kirchenbuchs Selb sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit nur bis einschließlich 1911 einsehbar, und bis dahin ist sein Tod dort nicht nachweisbar. Er starb demnach entweder nach 1911 oder außerhalb von Selb und direkter Umgebung.
3. Zusammenfassende Beweisketten
3.1 Eva Katharina Baumgärtel → Eva Bucka → Eva Fuchs
Die drei Namensformen bezeichnen dieselbe Person, und die Quellen belegen den Übergang lückenlos.
Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 verzeichnet die Geburt am 20.03.1857 in Vielitz Haus Nr. 12 unter dem Namen Eva Katharina Baumgärtel. Als Vater steht dort Michael Bucka, als Mutter Anna Katharina Baumgärtel. Weil die Eltern erst am 31.01.1858 heirateten, wurde das Kind zunächst unter dem Namen der Mutter geführt. Der Vermerk „p. s. m. legitimiert“ im selben Eintrag hält die Legitimation durch die nachfolgende Heirat fest und erklärt den Wechsel zu Eva Bucka. Gestützt wird dieser Wechsel durch das abweichende Schriftbild von ursprünglichem Eintrag und späterer Ergänzung.
Die dritte Form ergibt sich aus der Ehe mit Johann Nikol Fuchs am 29.07.1900 in Neuberg. Ein eigener Eheeintrag fehlt, das Datum sichert jedoch der Randvermerk im Geburtseintrag Nr. 102/1891 ihres Sohnes Max Fuchs, und der Sterbeeintrag Nr. 19/1931 nennt sie Witwe des Johann Nikol Fuchs unter beiden Namen, Fuchs und geb. Bucka. Somit ist die Kette geschlossen: Eva Katharina Baumgärtel zu Eva Bucka zu Eva Fuchs.
3.2 Johann Bucka → Johann Max Fuchs → Max Fuchs
Auch hier führen mehrere Quellen denselben Menschen über einen Namenswechsel hinweg zusammen.
Die Geburtsurkunde Nr. 6/1891 des Standesamts Vielitz bei Selb beurkundet das Kind als Johann Bucka, Mutter Eva Bucka, ledige Dienstmagd, angezeigt durch Michael Bucka, der dort als ihr Vater geführt wird. Der Geburtseintrag Nr. 102/1891 nennt zunächst ebenfalls nur „Bucka, Johann“. Erst nachträglich kamen der Familienname Fuchs, der Zusatzname Max und die Vaterangabe Johann Nikol Fuchs hinzu, erkennbar an der abweichenden Handschrift.
Die rechtliche Grundlage liefert das Urteil des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 mit dem Protokoll vom 29.09.1891, in dem Johann Nikol Fuchs die Vaterschaft anerkennt. Der Vermerk „lg. p. s. m.“ im Geburtseintrag hält die anschließende Legitimation durch die Heirat der Eltern fest.
Spätere Quellen bestätigen die Identität über den Tod hinaus. Die Sterbeurkunde Nr. 10/1962 führt ihn als Max Johann Fuchs, der Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth als Max Fuchs. Geburtsurkunde, Geburtseintrag, Gerichtsakte und Sterbequellen ergeben zusammen die Kette Johann Bucka zu Max Fuchs.
3.3 Anna Katharina Bucka → Mutter von Frieda Emma Bucka
Die Mutterschaft ist über zwei amtliche Urkunden und eine Adressgleichheit gesichert.
Die Geburtsurkunde Nr. 30/1905 des Standesamts Selb-Plößberg führt Frieda als unehelich geboren am 03.11.1905 in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Als Mutter ist Katharina Bucka genannt, ein Vater fehlt. Diese Mutter ist die am 12.02.1865 geborene Anna Katharina Bucka, Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel.
Den Ausschlag gibt die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911 derselben Anna Katharina Bucka. Sie nennt als Sterbeort Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, und damit die Adresse, an der Frieda zur Welt kam. Sie führt die Verstorbene als ledige Fabrikarbeiterin und nennt als ihre Eltern Michael Bucka und Anna, geb. Baumgärtel. Die Urkunde verbindet dadurch Friedas Mutter unmittelbar mit dem zentralen Bucka-Elternpaar. Die Altersangabe stützt die Zuordnung zusätzlich, denn mit 46 Jahren am Todestag passt sie rechnerisch genau zur Geburt von 1865.
Geburtsurkunde, Sterbeurkunde der Mutter und die übereinstimmende Adresse in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, ergeben zusammen den Nachweis, dass Anna Katharina Bucka die Mutter von Frieda Emma Bucka war.
3.4 Emma Bucka / Anna Margareta Bucka sind dieselbe Person
Bei Emma laufen zwei Beweisfragen zusammen, die getrennt zu führen sind. Zuerst die Identität der Person trotz zweier Vornamen, danach die Abgrenzung ihrer Vaterschaftssache von Frieda. Der Schwerpunkt liegt auf der ersten Frage, weil sie die Grundlage für alles Weitere bildet.
Anna Margareta Bucka = Emma Bucka
Ausgangspunkt ist ein Widerspruch in den Quellen. Dieselbe Person wird je nach Herkunft des Dokuments mit zwei voneinander abweichenden Vornamen geführt. Die Geburtsurkunde Nr. 16/1892 des Standesamts Vielitz bei Selb, die Zivilprozessakte 58 des Amtsgerichts Selb und die Sterbeurkunde Nr. 84/1972 des Standesamts Rehau nennen sie Anna Margareta. Der Geburtseintrag Nr. 151/1892 des Kirchenbuchs Selb führt sie dagegen ausdrücklich als Emma Bucka.
Dass beide Formen dieselbe Person meinen, sichern mehrere unabhängig übereinstimmende Angaben. Alle Quellen nennen den 03.08.1892 als Geburtstag und Vielitz als Geburtsort, die Geburtsurkunde zusätzlich Vielitz Haus Nr. 12. Als Mutter ist durchgehend die ledige Fabrikarbeiterin Anna Katharina Bucka eingetragen. Vor allem decken sich die Mutterangaben in standesamtlicher und kirchlicher Quelle vollständig, und die Berufsangabe stimmt mit weiteren bekannten Quellen zu Anna Katharina Bucka überein. Wo Geburtsdatum, Geburtsort und Mutterangaben derart genau zusammenfallen, lässt der abweichende Vorname keinen Zweifel an der Identität.
Den Schlussstein liefert eine Behörde selbst. Emma unterschrieb die Eheurkunde Nr. 22/1913 des Standesamts Rehau eigenhändig und deutlich lesbar als „Emma Zapf“. Am 18.04.1914 berichtigte der Standesbeamte diese Unterschrift durch einen Randvermerk, der auf einer Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom 30.03.1914 beruhte. Demnach hatte die Ehefrau nicht als „Emma Zapf“ zu unterschreiben, sondern als „Anna Margareta Zapf“. Emma verwendete den Rufnamen, unter dem sie zeitlebens bekannt war, und das Standesamt setzte ihn auf gerichtliche Anordnung hin mit der bürgerlichen Form Anna Margareta gleich. Dass die Namensvarianten Anna Margareta Bucka und Emma Bucka dieselbe Person meinen, ist durch die Berichtigung zweifellos bestätigt.
Ein zweites amtliches Dokument enthält diese Gleichsetzung außerdem wortwörtlich. Die Einwohnermeldekartei von Martin Zapf im Melderegister der Stadt Rehau führt seine Ehefrau als „Anna Margareta, genannt Emma, geborene Bucka“ und verbindet damit beide Namen in einer einzigen Zeile. Was 1914 noch eine gerichtliche Anordnung klären musste, vermerkt die Kartei als schlichte Selbstverständlichkeit.
Zur Einordnung sei ergänzt, dass auseinanderlaufende Amts- und Rufnamen im 19. Jahrhundert nichts Ungewöhnliches waren, wie sich im selben Komplex schon an Max Fuchs zeigt. Die Namensabweichung bei Emma fügt sich in dieses Muster und spricht nicht gegen, sondern für die Identität.
Als Ergebnis ist gesichert, dass Anna Margareta Bucka und Emma Bucka ein und dieselbe Person sind, kirchlich getauft und im Alltag geführt als Emma, standesamtlich und gerichtlich als Anna Margareta.
Abgrenzung zu Frieda
Von der Identitätsfrage strikt zu trennen ist die Vaterschaft. Die Zivilprozessakte 58 des Amtsgerichts Selb stellte mit Urteil vom 15.03.1893 Georg Nikol Hornfischer als Vater des 1892 geborenen Kindes fest. Dieser Befund betrifft allein Emma. Für Frieda lässt sich daraus nichts ableiten, denn weder ihr Geburtseintrag noch ihre Geburtsurkunde nennen einen Vater, und eine Anfrage beim Staatsarchiv Bamberg blieb ohne Ergebnis. Verbunden sind beide allein über die Mutter, da Emma 1892 und Frieda 1905 als uneheliche Kinder derselben Anna Katharina Bucka belegt sind. Der Nachweis dieser Mutterschaftslinie für Frieda erfolgt im zugehörigen Frieda-Kapitel. Emmas Rolle als zweites Kind, die ihr Geburtseintrag festhält, hat sich im Laufe der Forschungen auch bestätigt. Der Geburtseintrag Nr. 11/1888 nennt Johann Jakob Bucka als erstes Kind, der Eintrag Nr. 54/1899 führt den später Hans genannten Sohn als drittes, und Friedas eigener Geburtseintrag Nr. 289/1905 bezeichnet sie als viertes. Die Kinderfolge ist damit durch vier voneinander unabhängige Quellen gesichert.
3.5 Michael Bucka und Johann Michael Bucka sind dieselbe Person
Diese Gleichsetzung trägt den ganzen Knoten, denn Eva ist als Tochter eines Michael Bucka belegt, Anna Katharina als Tochter eines Johann Michael Bucka. Nur wenn beide Namensformen denselben Mann meinen, hatten die beiden Frauen denselben Vater.
Der Eheeintrag Nr. 4/1858 führt den Bräutigam als Johann Michael Bucka, der Sterbeeintrag Nr. 45/1902 als Michael Bucka. Verbunden werden beide durch einen nachträglichen Vermerk im Eheeintrag, der auf das Sterbejahr 1902 verweist und damit denselben Mann in beiden Einträgen festhält.
Die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb bestätigt das und liefert die Elternangabe gleich mit. Sie nennt Michael Bucka als Webermeister in Vielitz Haus Nr. 12 und führt als seine Eltern Nikol Bucka und Rosina, geb. Leupold. Die Schreibweise Nikol ist eine zeittypische Variante zu Johann Nicol Bucka. Dieselbe Urkunde nennt Johann Oswald Bucka als anzeigenden Sohn und schließt den Familienverband.
Eheeintrag, Sterbeeintrag, Querverweis und standesamtliche Urkunde führen zusammen zu demselben Ergebnis: Michael Bucka und Johann Michael Bucka waren derselbe Mann. Diese Dokumente verankern ihn in der älteren Bucka- und Leupold-Generation.
3.6 Die Identität der Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel
Die Mutter der Bucka-Kinder ist mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht restlos beweisbar, die im Geburtseintrag Nr. 51/1831 genannte Catharina Margaretha Baumgärtel aus Stopfersfurth bei Selb. Dafür sprechen der mehrfach wiederkehrende Herkunftsort, die übereinstimmenden Mutterangaben in den Geburtseinträgen aller belegten Kinder und das Fehlen jedes anderen plausiblen Geburtseintrags im Raum Selb. Hinzu kommt der Eheeintrag Nr. 3/1825, der die Eheschließung von Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel am 06.02.1825 festhält. Er belegt das Elternpaar, in dessen Ehe die 1831 geborene Tochter fällt, und passt zur Patin von 1865, die als Witwe desselben Johann Baumgärtel geführt wird. Offen bleibt allein der Wegfall des Zusatznamens Margaretha, was den Anschluss der Baumgärtel-Linie nach oben betrifft, nicht jedoch die über zahlreiche Folgequellen gesicherte Mutterrolle.
3.7 Johann Oswald Bucka als zusätzlicher Seitenbeleg
Johann Oswald Bucka stützt das zentrale Elternpaar als unabhängiger Zeuge. Geburtseintrag Nr. 143/1860, Eheeintrag Nr. 7/1886 und die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 weisen ihn übereinstimmend als Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, aus. Als weiteres gesichertes Kind und durch die Herkunftsangabe „zu Stopfersfurth“ sichert er bisherige Forschungsergebnisse zum Familienverband Vielitz Haus Nr. 12 unabhängig von der direkten Linie ab.
3.8 Eva Bucka und Anna Katharina Bucka waren Schwestern
Das Schwesternverhältnis zeigt sich auf zwei Wegen: über die gemeinsamen Eltern und über die gegenseitigen Taufpatenschaften.
Die Elternschaft ist über die Geburtseinträge belegt. Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 bezeichnet Eva als Tochter von Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel, der Geburtseintrag Nr. 30/1865 Anna Katharina als Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel. Da Michael Bucka und Johann Michael Bucka dieselbe Person sind, hatten beide Frauen dasselbe Elternpaar.
Über diese formale Zuordnung hinaus bezeugen die Quellen die Nähe der beiden direkt, und zwar über ihre gegenseitigen Taufpatenschaften. Im Geburtseintrag Nr. 102/1891 steht Anna Katharina als Patin von Evas Sohn Johann, dem späteren Max Fuchs. Umgekehrt steht Eva im Geburtseintrag Nr. 151/1892 als Patin von Anna Katharinas Tochter Emma. Beide Male wird die Patin ausdrücklich als Schwester der Kindesmutter geführt. Damit liegt weit mehr als ein Indiz vor: Zwei unabhängige Einträge belegen das Schwesternverhältnis urkundlich.
Hinzu kommt, dass sich der Befund räumlich fügt. Beide Linien führen wiederholt nach Vielitz Haus Nr. 12, und ein zweites Ehepaar Michael Bucka und Katharina Baumgärtel ist im Raum Selb nicht nachweisbar. Der weitere Sohn Johann Oswald Bucka ist außerdem als Kind desselben Elternpaares belegt.
Gemeinsame Eltern, gegenseitige Patenschaften und der geschlossene Ortsbezug ergeben zusammen den Schluss, dass Eva und Anna Katharina Bucka Schwestern waren.
3.9 Max Fuchs und Frieda Bucka waren Cousin und Cousine ersten Grades
Diese Verwandtschaft folgt unmittelbar aus dem Schwesternverhältnis und schließt den Kern des Bucka-Knotens.
Mein Urgroßvater Max Fuchs war der Sohn der 1857 geborenen Eva Katharina Bucka, ursprünglich als Johann Bucka geboren und erst später durch Anerkennung und Legitimation zum Namen Max Fuchs gekommen. Meine Urgroßmutter Frieda Bucka war die Tochter der 1865 geborenen Anna Katharina Bucka. Eva Katharina und Anna Katharina waren Schwestern. Daraus folgt zwingend, dass Max und Frieda Cousin und Cousine ersten Grades waren. Die gemeinsamen Großeltern beider waren Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel.
Genau diese Beziehung bildet den eigentlichen Kern des Komplexes, denn mit der Ehe von Max und Frieda liefen zwei Linien desselben Elternpaares wieder zusammen.
3.10 Die Ehe von 1929 als Zusammenführung des Bucka-Knotens
Mit dieser Ehe schließt sich der Bucka-Knoten, weil zwei getrennte Nachkommenlinien desselben Elternpaares wieder zusammenliefen.
Max Fuchs und Frieda Bucka heirateten am 07.12.1929 in Neuberg, heute Podhradí, im Bezirk Asch. Das Aufgebot vom 24.11.1929 trägt den Vermerk „einmal für dreimal“, also die einmalige Verkündung anstelle der sonst dreifachen.
Auffällig wird dieses verkürzte Aufgebot erst im Zusammenhang mit Gerdas Geburt. Bereits am 06.11.1929, gut vier Wochen vor der Hochzeit, war in Thonbrunn Haus Nr. 13 die gemeinsame Tochter Gerda zur Welt gekommen, festgehalten im Geburtseintrag Nr. 49/1929 des Pfarramts Neuberg (vollständig im Anhang). Der Eintrag nennt Johann Max Fuchs als Vater und Frieda Emma Bucka als Mutter und trägt einen Legitimationsvermerk, der auf die Trauung der Kindeseltern am 07.12.1929 in Neuberg verweist. Getauft wurde Gerda am selben 07.12.1929, dem Hochzeitstag ihrer Eltern, durch denselben Pfarrer Hans Mikuletz, der auch die Trauung vornahm. Anders als ihr Vater, der 1891 zunächst als Johann Bucka in die Bücher kam, steht sie von der ersten Eintragung an als Fuchs im Taufbuch.
Zum verkürzten Aufgebot vermerkt der Eheeintrag eine „Nachsicht vom 2. und 3. Aufgebot“ vom 27.11.1929 (Zl. 41952). Die einmalige Verkündung beruhte also auf einer förmlich erteilten Dispens, einer Befreiung von einer geltenden Rechtsvorschrift im begründeten Einzelfall. Ob Gerdas Geburt der Anlass war, lässt sich nicht beweisen, zumal der unmittelbar folgende Eintrag desselben Trauungsbuchs eine gleichartige Nachsicht trägt und verkürzte Aufgebote dort zu dieser Zeit offenbar nicht ungewöhnlich waren. Der Ablauf von Geburt, Aufgebot, Dispens und Trauung binnen gut eines Monats zeigt aber deutlich: Die Eltern führten die Ehe und damit die Legitimation ihrer Tochter erkennbar zügig herbei.
Damit wiederholt sich das Grundmuster des Bucka-Komplexes ein drittes Mal, nun bei meinen Urgroßeltern selbst, allerdings mit einem bezeichnenden Unterschied. Eva wartete gut zehn Monate auf ihre Legitimation, Max sogar neun Jahre, Gerda wurde dagegen schon wenige Wochen nach ihrer Geburt durch die Ehe ihrer Eltern legitimiert und stand im Taufbuch von Anfang an als Fuchs. Zwei Menschen, die beide selbst unehelich geboren worden waren, sorgten dafür, dass ihre Tochter diesen unbequemeren Weg nicht gehen musste.
Auch das Umfeld der Trauung spiegelt den familiären Zusammenhalt. Trauzeugen waren Hans Bucka aus Grünhaid, Gemeinde Schönwald, und Martin Zapf, Schlosser in Rehau, der Ehemann von Friedas älterer Schwester Emma. Dieser Hans Bucka ist der 1899 geborene Sohn von Friedas Mutter Anna Katharina und damit ihr sechs Jahre älterer Bruder mütterlicherseits, wahrscheinlich ein Halbbruder. Die Einwohnermeldekartei der Gemeinde Schönwald nennt sein Geburtsdatum 12.03.1899, seine Mutter Katharina Bucka, seinen Zuzug aus Selb-Plößberg nach Grünhaid am 23.12.1920 und seinen Beruf als Porzellansortierer bei Rosenthal. Name, Beruf und Wohnort stimmen mit dem Eheeintrag überein, der ihn als „Hans Bucka, Porzellansortierer in Grünhaid, Gemeinde Schönwald“ bezeichnet. Mit Hans Bucka und Martin Zapf waren damit beide Trauzeugen nahe Angehörige der Braut.
Über das Persönliche hinaus liegt die genealogische Bedeutung der Ehe von Max und Frieda in der Struktur dahinter. Der Familienverband hatte sich über die beiden Töchter Eva Katharina und Anna Katharina in zwei Linien verzweigt, über Eva zu Max Fuchs, über Anna Katharina zu Frieda Bucka. Mit der Heirat von 1929 wurden diese beiden Linien wieder vereinigt.
Die Familie verlief damit nicht geradlinig nach unten, sondern bildete innerhalb desselben Verbands eine spätere Rückverbindung. Sie führt zu einem Phänomen, das die Genealogie als Ahnenverlust bezeichnet. Gemeint ist damit, dass die Zahl der tatsächlichen direkten Vorfahren kleiner ist als die rechnerisch mögliche, weil dieselben Ahnen in mehreren Linien vorkommen.
3.11 Der Anschluss an die ältere Bucka-Generation im 18. Jahrhundert
Über Johann Michael Bucka hinaus lässt sich die Linie heute deutlich weiter ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen und mit Quellen belegen. Den Ausgangspunkt bildet Johann Nicol Bucka, der Vater von Johann Michael. Sein Geburtseintrag Nr. 170/1796 verzeichnet die Geburt am 01.11.1796 in Vielitz und nennt als Eltern Johann Balthasar Bucka, Bauer in Vielitz, und Katharina Wölfl. Sein Sterbeeintrag Nr. 24/1842 führt ihn als Bauer in Vielitz, gestorben am 30.01.1842, mit einer Altersangabe von 45 Jahren, 3 Monaten weniger 2 Tagen, die rechnerisch exakt auf das Geburtsdatum 1796 trifft. Beide Einträge sichern dieselbe Person.
Seine Ehe mit Rosina Christiana Leupold ist über den Eheeintrag Nr. 21/1821 für den 15.04.1821 in Vielitz belegt. Dieser Eintrag leistet zweierlei. Er weist Johann Nicol als Bauer in Vielitz aus und bezeichnet ihn zugleich als einzigen ledigen Sohn des bereits verstorbenen Johann Balthasar Bucka, womit er den Vater benennt und dessen Tod vor 1821 festhält. Rosina Christiana Leupold wird dort vierte ledige Tochter des ebenfalls verstorbenen Johann Leupold genannt. Ihr Geburtseintrag führt darüber hinaus ihre Mutter Katharina Margaretha Hunger und macht die Leupold-Hunger-Linie damit erstmals unmittelbar sichtbar. Rosina selbst steht nun mit eigenen Einträgen in den Quellen und nicht länger allein als Ehefrau am Rand. Der Geburtseintrag Nr. 70/1801 verzeichnet ihre Geburt am 29.05.1801 in Selb. Ihr Sterbeeintrag Nr. 69/1861 nennt den Tod am 20.08.1861 in Vielitz, mit einer Altersangabe von 60 Jahren, 2 Monaten und 22 Tagen, die genau auf den neu belegten Geburtseintrag führt. Damit bestätigen sich Geburts- und Sterbeeintrag gegenseitig.
Johann Balthasar Bucka schließlich steht für die älteste derzeit belegte Bucka-Generation und ist über seinen Sterbeeintrag Nr. 119/1808 dokumentiert.
Ein eigener Geburtseintrag liegt wegen stark unleserlicher Kirchenbücher nicht vor, doch die Urkunde nennt den Tod am 27.11.1808 in Vielitz und eine Altersangabe von 47 Jahren, 7 Monaten und 27 Tagen, woraus sich ein Geburtsdatum um den 31.03.1761 errechnet. Bestätigt wird seine Einordnung durch den Eheeintrag seines Sohnes von 1821, der ihn als verstorbenen Vater ausweist, sowie durch den Geburtseintrag desselben Sohnes von 1796, in dem er als Bauer in Vielitz bezeichnet wird. Aus dem erschlossenen Namen Johann Balthasar Bucka ist damit ein Mensch mit eigenen Lebensdaten geworden.
Seine Frau Katharina Wölfl bleibt als Mutter von Johann Nicol über den Geburtseintrag von 1796 belegt, eigene Lebensdaten zu ihr fehlen bislang, auch hier wegen stark unleserlicher Kirchenbücher im relevanten Zeitraum.
Geburtseinträge, Sterbeeinträge mit stimmigen Altersangaben und der verbindende Eheeintrag von 1821 ergeben zusammen einen geschlossenen Anschluss von Johann Michael Bucka über Johann Nicol Bucka bis zu Johann Balthasar Bucka und reichen damit bis in die 1760er Jahre des 18. Jahrhunderts zurück.
3.12 Orts- und Hausnummernkontinuität
Die Kontinuität weniger Orte und Hausnummern ist für sich genommen kein eigener Abstammungsbeleg, aber sie verdichtet die übrigen Quellen zu einem geschlossenen Bild. Den festen Kern bildet Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12. Dort sind Johann Michael Bucka, seine Frau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, sowie ihre Kinder Eva, Johann Oswald, Anna Katharina und die 1892 von Anna Katharina geborene Emma nachweisbar. Über Eva stammt auch mein Urgroßvater Max Fuchs aus diesem Haus. Weiter zurück reicht die Ortskontinuität bis zu Johann Nicol Bucka, Rosina Leupold und Johann Balthasar Bucka, die alle in Vielitz nachweisbar sind. Damit bleibt Vielitz über Generationen der zentrale Herkunftsort, während Haus Nr. 12 besonders für Johann Michael Bucka und die jüngeren Generationen als fester Ankerpunkt hervortritt. Mit dem Schritt in die jüngere Zeit verschiebt sich der Schwerpunkt auf zwei weitere Adressen. Anna Katharina Bucka, ebenfalls in Vielitz geboren, lebte später in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, wo auch ihre Tochter Frieda zur Welt kam und wo sie selbst 1911 verstarb. Auf der Fuchs-Seite tritt Thonbrunn Haus Nr. 13 hinzu, der Wohnort von Johann Nikol Fuchs und später von Eva und Frieda. Die Einträge von 1929 belegen diesen Punkt gleich doppelt. Der Eheeintrag Nr. 33/1929 führt beide Brautleute mit Wohnung in ebendiesem Haus, Frieda aus der Bucka-Linie lebte also schon vor der Ehe im Haus der Familie Fuchs. Und mit Gerda kam dort am 06.11.1929 bereits die nächste Generation zur Welt, vermerkt im Geburtseintrag Nr. 49/1929. Dasselbe Haus umspannt damit die Geburt von Johann Nikol Fuchs 1865, seinen Tod 1921, Gerdas Geburt 1929 und Evas Tod 1931. An keiner anderen Adresse wird die Zusammenführung der Linien so unmittelbar deutlich. Auch an den Rändern der Familie zeigt sich diese Ortsbindung. Emma, deren Spur sich lange verlor, lässt sich durch ihre Ehe 1913 und ihren Tod 1972 in Rehau nachweisen. Nach 1945 schließlich führt der Weg der Familie ins oberfränkische Weingarts, Haus Nr. 64. Von dort aus zog meine Familie weiter nach Amberg und ist heute auch im Raum Nürnberg beheimatet. Gerade im ländlichen Raum des 19. Jahrhunderts blieben Familien oft über Generationen mit denselben Häusern verbunden. Die wiederkehrenden Adressen zeigen den Knoten dort, wo er zu Hause war: in denselben wenigen Häusern.
4. Ergebnis und Bewertung
4.1 Gesicherte Hauptstruktur
Den festen Kern des Bucka-Komplexes bildet das Elternpaar Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, in Vielitz Haus Nr. 12. Dass die Namensformen Michael und Johann Michael denselben Mann meinen, ist durch Eheeintrag, Sterbeeintrag, den verbindenden Querverweis und die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 gesichert. Von diesem Paar führen zwei Linien nach unten, und beide sind lückenlos belegt. Über die Tochter Eva, deren Weg vom unehelichen Geburtsnamen Baumgärtel über die Legitimation zu Bucka und durch Heirat zu Fuchs Schritt für Schritt belegt ist, läuft die Linie zu Max Fuchs. Über die Tochter Anna Katharina, abgesichert durch ihren Geburtseintrag und die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911, läuft sie zu Frieda. Dass beide Frauen Schwestern waren, belegen nicht nur die gemeinsamen Eltern, sondern auch ihre gegenseitigen Taufpatenschaften. Insgesamt sind von dem Elternpaar heute sechs Kinder belegt: Eva, Johann Adam, Johann Oswald, Johann Jakob, Anna Katharina und Margaretha Katharina. Johann Oswald stützt den Verband dabei als besonders dicht belegter Seitenzeuge. Anna Katharinas Zweig ist auf vier bekannte Kinder angewachsen: Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda. Auch nach oben trägt die Struktur. Der Anschluss über Johann Nicol Bucka und Rosina Leupold bis zu Johann Balthasar Bucka ist durch Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträge mit stimmigen Altersangaben gesichert und reicht bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Damit steht die Grundfigur klar: zwei Töchter eines Elternpaares, zwei getrennte Linien, die sich 1929 durch die Ehe von Max und Frieda wieder vereinen.
4.2 Quellenlage und Beweiskraft
Die Stärke dieser Rekonstruktion liegt nicht in einem einzelnen Dokument, sondern darin, dass mehrere Quellenarten an denselben Stellen ineinandergreifen. Melderegister, Kirchenbücher, standesamtliche Urkunden, Gerichtsakten, spätere Nachträge und wiederkehrende Adressangaben bestätigen sich gegenseitig.
Besonderes Gewicht haben die beiden standesamtlichen Sterbeurkunden, Johann Michael Bucka Nr. 1/1902 und Anna Katharina Bucka Nr. 3/1911. Beide bestätigen aus amtlicher Quelle, was zuvor schon aus den Kirchenbüchern hervorging, und verankern den Kern der Linie doppelt. Ähnlich wirken die gerichtlichen Unterlagen. Das Verfahren zur Vaterschaftsanerkennung für Johann Bucka belegt dessen spätere Zuordnung als Max Fuchs. Es nennt außerdem Michael Bucka als Vater von Eva und schließt damit eine weitere Verbindung. Mit der Zivilprozessakte 58 ist eine zweite gerichtliche Quelle hinzugekommen, die Emma sichtbar macht.
Für die ältere Linie sind die Geburts- und Sterbeeinträge von Johann Nicol Bucka, Rosina Christiana Leupold und Johann Balthasar Bucka die tragenden Quellen. Ihre Altersangaben passen rechnerisch jeweils zueinander und bilden so einen geschlossenen Quellenverbund bis ins 18. Jahrhundert.
Die wiederkehrenden Orte, vor allem Vielitz Haus Nr. 12, Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20 und Thonbrunn Haus Nr. 13, ersetzen keinen Abstammungsbeweis, untermauern aber die urkundlichen Befunde. Und die vielen Namensformen, die zunächst verwirren, erklären sich durchweg aus unehelichen Geburten, späteren Legitimationen, Rufnamen und abweichender Schreibpraxis. Aus all dem ergibt sich eine Beweisführung, die ihre Sicherheit aus dem Zusammenspiel vieler Quellen gewinnt.
4.3 Offene Forschungsfragen
Trotz der starken Beleglage bleiben Fragen offen. Sie betreffen aber ausnahmslos Randbereiche und weiterführende Linien, nicht den Kern. Auf der Fuchs-Seite fehlt weiterhin der Eheeintrag von Eva und Johann Nikol Fuchs. Die Ehe ist über Randvermerk und Sterbeeinträge gesichert, der eigentliche Eintrag ließ sich im zuständigen Bestand jedoch nicht finden. Ebenso fehlt der Geburtseintrag von Johann Nikol Fuchs selbst. Seine Lebensdaten ruhen allein auf seinem Sterbeeintrag, und solange der Geburtsband nicht auftaucht, bleibt seine Elterngeneration unbekannt und die Fuchs-Linie über ihn hinaus verschlossen. Der einzige Hinweis, seine Bezeichnung als Ökonomensohn im Gerichtsprotokoll von 1891, reicht für einen Anschluss nicht aus.
Offen bleiben die Väter von Johann Jakob, Hans und Frieda. Die jeweiligen Geburtsunterlagen nennen keinen Vater, und für Frieda verlief auch eine Datenbankanfrage des Staatsarchivs Bamberg ergebnislos. Für den Knoten ist das ohne Belang, weil die Zuordnung aller drei Kinder über ihre Mutter gesichert ist.
Bei den Seitenlinien bleibt zu klären, ob aus der Ehe des 1835 geborenen Johann Jakob Bucka mit Margaretha Johanna Gläsel Nachkommen hervorgingen. Ungeklärt ist außerdem der weitere Lebensweg der 1867 geborenen Margaretha Katharina Bucka. Offen bleibt auch, wo Emma Bucka bestattet wurde. In Rehau, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte, ist sie nach Auskunft der Friedhofsverwaltung nicht beigesetzt. Naheliegend wäre daher ein Blick auf die Friedhöfe in Selb und Umgebung, also dorthin, wo die Familie ihre Wurzeln hatte.
An den oberen Rändern der Linie liegen die verbleibenden Lücken. Über Johann Balthasar Bucka hinaus reicht die Bucka-Linie nach aktuellem Stand nicht weiter, seine eigene Herkunft und die Lebensdaten seiner Frau Katharina Wölfl sind nicht belegt. Auf der mütterlichen Seite zeigt sich mit der Großmutter Anna Catharina Baumgärtel zwar erstmals die Generation oberhalb von Anna Katharina, geb. Baumgärtel, doch der weitere Anschluss der Baumgärtel-Linie bleibt offen. Ein kleiner quellenkritischer Vorbehalt besteht weiterhin bei der Zuordnung des Geburtseintrags Nr. 51/1831, da der Wegfall des Zusatznamens Margaretha nicht ausdrücklich belegt ist. Dieser Vorbehalt betrifft nur den Anschluss nach oben, nicht den gesicherten Kern.
4.4 Schlussbewertung
Das Elternpaar Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, und seine heute sechs belegten Kinder Eva, Johann Adam, Johann Oswald, Johann Jakob, Anna Katharina und Margaretha Katharina sind durch mehrere unabhängige Quellen miteinander verbunden. Der Zweig der Anna Katharina umfasst vier urkundlich belegte Kinder: Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda.
Nach oben reicht die Linie heute konkreter als zuvor. Über Johann Nicol Bucka, abgesichert durch eigenen Geburts- und Sterbeeintrag, und weiter über Johann Balthasar Bucka ist der Anschluss bis in die 1760er Jahre urkundlich belegt. Aus dieser Struktur folgt zwingend, dass Max Fuchs und Frieda Bucka als Kinder zweier Schwestern Cousin und Cousine ersten Grades waren.
Ihre Ehe von 1929 führte damit zwei Linien zusammen, die auf denselben Familienverband in Vielitz Haus Nr. 12 zurückgehen. Darin liegt das Besondere des Bucka-Komplexes. Er ist keine gerade Ahnenreihe, sondern eine Struktur aus unehelichen Geburten, späteren Legitimationen, Namensänderungen, stützenden Seitenbelegen und einer späten Rückverbindung innerhalb derselben Familie. Einzelne Fragen bleiben offen und können durch künftige Funde ergänzt werden. An der dargelegten Grundstruktur ändert das nach heutigem Stand nichts mehr.
Nachwort
Als ich mit dieser Arbeit begann, hatte ich wenig mehr als eine Handvoll Namen, ein paar widersprüchliche Daten und das Gefühl, dass in meiner väterlichen Linie etwas nicht so geradlinig verlief, wie es ein Stammbaum gern hätte. Was am Ende daraus wurde, sind acht Generationen, die bis weit ins 18. Jahrhundert zurückreichen, und vor allem die Gewissheit, dass hinter den dürren Einträgen Menschen standen, deren Entscheidungen bis heute nachwirken.
Das Herzstück dieser Geschichte ist die Ehe meiner Urgroßeltern Max Fuchs und Frieda Bucka. Nüchtern gesehen war sie ungewöhnlich, denn die beiden waren Cousin und Cousine ersten Grades, Kinder zweier Schwestern, die im selben Haus in Vielitz aufgewachsen waren. Was auf dem Papier wie eine Komplikation aussieht, war in Wahrheit der Punkt, an dem zwei längst getrennte Zweige derselben Familie wieder zueinanderfanden. Ohne diese eine Ehe gäbe es meine Familie in ihrer heutigen Form nicht. Von ihr führt der Weg zu meiner Großmutter Gerda, weiter zu meinem Vater und schließlich zu mir, und er endet dort nicht. In der nächsten Generation lebt diese Familiengeschichte bereits weiter, auch wenn die Jüngsten von all dem noch gar nichts wissen.
Im Lauf der Recherche sind mir einige dieser Vorfahren so nahe gekommen, dass sie mehr wurden als Namen in einem Register. Allen voran Michael Bucka, der im Zentrum des ganzen Knotens steht. Was mich an ihm berührt, ist nicht seine Rolle als Bindeglied, sondern der Charakter, der durch die trockenen Akten hindurchscheint. Zwei Jahre hintereinander stellte er sich vor ein unehelich geborenes Enkelkind, erst 1891 für den kleinen Johann, den späteren Max Fuchs, dann 1892 für Emma. Er hätte wegsehen können, wie es sicherlich viele taten. Stattdessen übernahm er die Vormundschaft und ließ seine Töchter und deren Kinder nicht im Stich. Dass er selbst Vater einer unehelich geborenen Tochter war, nämlich Eva, erklärt vielleicht, warum er so genau wusste, was eine solche Lage für eine junge Frau und ihr Kind bedeutete. Dass seine Tochter Katharina am Ende vier uneheliche Kinder bekam und er sich für deren Tochter Emma erneut vor Gericht einsetzte, macht das Bild nur deutlicher.
Eine ganz eigene Freude war die Wiederentdeckung von Emma. Lange war sie nur ein Satz in den Erzählungen meiner Großtante und drohte als bloße Familienlegende zu verblassen. Heute steht sie wieder in den Urkunden, sogar doppelt, einmal als Emma, wie die Familie sie kannte, und einmal als Anna Margareta, wie die Ämter sie führten. Auf ihrer Eheurkunde hat sie mit fester Hand als Emma Zapf unterschrieben, ehe eine Behörde diesen Namen in Anna Margareta Zapf verbesserte, und gerade dieser kleine Widerspruch aus ihrer eigenen Feder bestätigt heute genau das, was die Familie über Generationen weitererzählt hatte. Die Meldekartei ihres Mannes hielt am Ende schlicht fest, was längst offensichtlich war, und vermerkte „Anna Margareta, genannt Emma“. Eine Frau, die fast aus der Geschichte gefallen wäre, hat ihren Platz darin zurück, und mit ihr die Gewissheit, dass sich schon damals jemand fand, der ein verwaistes Kind nicht allein ließ. Und diese Fürsorge endete nicht mit Friedas Kindheit. Als Frieda und Max 1929 heirateten, bezeugte Emmas Mann Martin Zapf aus Rehau die Ehe, und Patin der kleinen Gerda, meiner Großmutter, wurde Gertrud Zapf, Emmas Tochter.
Auch die Ältesten haben durch diese Arbeit ein Gesicht bekommen. Johann Nicol Bucka, geboren 1796 und gestorben 1842, Bauer in Vielitz wie schon sein Vater. Rosina Christiana Leupold, die durch eigene Einträge aus dem Schatten der bloßen Erwähnung tritt und nun ebenfalls als Mensch sichtbar wird. Und ganz am äußersten Ende der heute erreichbaren Quellen steht mein zweifacher Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater Johann Balthasar Bucka, der um 1761 zur Welt kam und 1808 starb. Selbst von ihm ist eine kleine, fast rührende Spur geblieben, eine Notiz in seinem Sterbeeintrag, dass seine Familie der Kirche zwei Gulden spendete. Der Vergleich mit ähnlichen Einträgen aus dieser Zeit zeigte: Zwei Gulden waren deutlich mehr, als die meisten anderen Familien gaben. Ein stiller Hinweis darauf also, dass es ihnen zumindest nicht schlecht ging und sie bereit waren, auch zu geben, nicht nur zu nehmen. Über zweihundert Jahre später sagt mir dieses winzige Detail mehr über einen Menschen als manche förmliche Urkunde.
Was sich bei all dem deutlich zeigt, ist ein Muster, das mich nicht mehr loslässt. Immer wieder uneheliche Geburten, immer wieder schwierige Anfänge, und immer wieder Menschen, die einsprangen, statt sich abzuwenden. Michael, der zweimal zum Vormund wurde. Emma, die nach der Familienüberlieferung ihre kleine Schwester auffing. Eltern, die ihre Kinder durch spätere Heirat legitimierten und ihnen damit einen Namen gaben. Und am Ende meine Urgroßeltern selbst. Max, der neun Jahre als Bucka in den Büchern stand, ehe er ein Fuchs wurde, und Frieda, deren Vater für immer unbekannt blieb, ersparten ihrer Tochter Gerda diesen Anfang. Gut vier Wochen nach der Geburt, am Tag ihrer eigenen Hochzeit, ließen sie Gerda taufen, und sie stand von der ersten Zeile an als Fuchs im Taufbuch. Diese Familie ist nicht trotz ihrer Brüche bis zu mir gekommen, sondern weil in jeder Generation jemand da war, der Verantwortung übernahm.
Genau deshalb ist diese Arbeit für mich am Ende keine Sammlung von Daten und Namen geblieben. Sie ist Erinnerung geworden und Familiengedächtnis, ein Festhalten dessen, woher ich komme und wem ich mein Dasein verdanke. Jede Geburt, jede Anerkennung, jede Heirat, jeder Ortswechsel und jede helfende Hand hatte Folgen, die weit über den Augenblick hinausreichten, bis hierher, bis zu den Jüngsten, die heute in diese Familie hineinwachsen.
Ganz bewusst bilden den Abschluss der Anlagen keine Urkunden, sondern wichtige Erinnerungsstücke: die Sterbebildchen von Frieda und ihrer Tochter Gerda sowie das Sterbebildchen und die Traueranzeige meiner Tante Ingrid, Gerdas Tochter (Anlagen 20 bis 23).
Was bleibt, ist Dankbarkeit. Dafür, dass diese Geschichte trotz aller frühen Tode, unehelichen Geburten, Namenswechsel und Vertreibungen nie ganz abriss. Und dafür, dass aus all dem das Wertvollste entstanden ist, was ich kenne. Familie.
M. Hecl
Berlin, 15. Juli 2026
Anhang
Quellenverzeichnis
1. Standesamtliche Quellen
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Nr. 11/1886 – Standesamt SelbEheurkunde Johann Oswald Bucka und Margaretha Katharina Günthert, Eheschließung am 14.02.1886.
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Nr. 12/1888 – Standesamt RehauGeburtsurkunde Johann Jakob Bucka, geboren am 06.02.1888 in Rehau.
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Nr. 82/1888 – Standesamt RehauGeburtsurkunde Johann Martin Philipp Zapf, geboren am 27.09.1888 in Rehau, Sohn von Johann Adam Nikol Zapf und Margaretha Katharina Zapf, geb. Angermann.
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Nr. 6/1891 – Standesamt Vielitz bei SelbGeburtsurkunde Johann Bucka / später Johann Max Fuchs, geboren am 24.05.1891 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 16/1892 – Standesamt Vielitz bei SelbGeburtsurkunde Emma / Anna Margareta Bucka, geboren am 03.08.1892 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 1/1902 – Standesamt Vielitz bei SelbSterbeurkunde Michael Bucka / Johann Michael Bucka, gestorben am 16.04.1902 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 30/1905 – Standesamt Selb-PlößbergGeburtsurkunde Frieda Emma Bucka, geboren am 03.11.1905 in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20.
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Nr. 3/1911 – Standesamt Selb-PlößbergSterbeurkunde Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka, gestorben am 03.03.1911 in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20.
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Nr. 22/1913 – Standesamt RehauEheurkunde Emma / Anna Margareta Bucka und Johann Martin Philipp Zapf, Eheschließung am 19.07.1913 in Rehau, mit Berichtigungsvermerk vom 18.04.1914 zur Unterschrift der Ehefrau auf Grundlage der Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom 30.03.1914.
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Nr. 7/1952 – Standesamt WeingartsEheurkunde Erwin Kiese und Gerda Fuchs, Eheschließung am 18.10.1952 in Weingarts.
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Nr. 28/1955 – Standesamt SchönwaldSterbeurkunde Johann Jakob Bucka, gestorben am 25.10.1955 in Schönwald.
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Nr. 28/1956 – Standesamt HofSterbeurkunde Johann Martin Philipp Zapf, gestorben am 08.01.1956 in Hof.
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Nr. 15/1957 – Standesamt SchönwaldSterbeurkunde Katharina Bucka, geb. Heinrich, geboren am 06.08.1891 in Bamberg, gestorben am 03.04.1957 in Schönwald.
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Nr. 10/1962 – Standesamt WeingartsSterbeurkunde Max Johann Fuchs / Johann Max Fuchs, gestorben am 18.06.1962 in Weingarts.
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Nr. 84/1972 – Standesamt RehauSterbeurkunde Emma / Anna Margareta Zapf, geb. Bucka, gestorben am 07.05.1972 in Rehau, mit Randvermerk zur Eheschließung mit Johann Martin Philipp Zapf am 19.07.1913 in Rehau.
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Nr. 4/1998 – Standesamt Pinzberg, früher Standesamt WeingartsSterbeurkunde Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka, gestorben am 13.03.1998 in Weingarts.
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Nr. 498/2020 – Standesamt AmbergSterbeurkunde Gerda Kiese, geb. Fuchs, gestorben am 26.05.2020 in Amberg in der Oberpfalz.
2. Kirchliche Quellen
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Nr. 170/1796 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Nicol Bucka, geboren am 01.11.1796 in Vielitz.
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Nr. 70/1801 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Rosina Christiana Leupold, geboren am 29.05.1801 in Selb.
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Nr. 119/1808 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Balthasar Bucka, gestorben am 27.11.1808 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 21/1821 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold, Eheschließung am 15.04.1821.
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Nr. 70/1822 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Michael Bucka, geboren am 05.04.1822 in Vielitz.
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Nr. 3/1825 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel, Eheschließung am 06.02.1825.
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Nr. 51/1831 – Kirchenbuch Selbwahrscheinlicher Geburtseintrag Catharina Margaretha Baumgärtel, geboren am 05.03.1831 in Stopfersfurth bei Selb.
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Nr. 34/1835 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am 22.02.1835 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 24/1842 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Nicolaus Bucka, gestorben am 30.01.1842 in Vielitz.
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Nr. 97/1845 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Margaretha Johanna Gläsel, geboren am 19.12.1845 in Rehau.
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Nr. 44/1857 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Eva Katharina Baumgärtel / spätere Eva Bucka, geboren am 20.03.1857 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 4/1858 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel, Eheschließung am 31.01.1858.
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Nr. 60/1859 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Adam Bucka, geboren am 26.03.1859 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 143/1860 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Oswald Bucka, geboren am 26.09.1860 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 69/1861 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Rosina Christiana Bucka, geb. Leupold, gestorben am 20.08.1861 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 172/1862 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am 13.11.1862 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 30/1865 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Anna Katharina Bucka, geboren am 12.02.1865 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 9/1867 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Margaretha Katharina Bucka, geboren am 11.01.1867 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 10/1869 – Kirchenbuch RehauEheeintrag Johann Jakob Bucka und Margaretha Johanna Gläsel, Eheschließung am 31.01.1869 in Rehau. Dieselbe Eheschließung ist im Kirchenbuch Selb ohne fortlaufende Nummer zwischen Nr. 10/1869 und Nr. 11/1869 eingetragen.
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Nr. 85/1870 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, gestorben am 05.09.1870 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 25/1872 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Adam Bucka, gestorben am 19.02.1872.
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Nr. 215/1874 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Anna Elisabetha Baumgärtel, geboren am 04.10.1874 in Plößberg.
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Nr. 7/1886 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Oswald Bucka und Margaretha Katharina Günthert, Eheschließung am 14.02.1886.
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Nr. 11/1888 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am 06.02.1888 in Rehau.
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Nr. 102/1891 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Bucka / später Johann Max Fuchs, geboren am 24.05.1891.
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Nr. 151/1892 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Emma Bucka, geboren am 03.08.1892 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 54/1899 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Bucka, später Hans Bucka, geboren am 12.03.1899 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 80/1899 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Mehringer / Baumgärtel.
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Nr. 45/1902 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Michael Bucka / Johann Michael Bucka, gestorben am 16.04.1902 in Vielitz bei Selb.
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Nr. 289/1905 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Frieda Emma Bucka, geboren am 03.11.1905 in Selb-Plößberg.
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Nr. 31/1911 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka, gestorben am 03.03.1911.
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Nr. 4/1921 – Kirchenbuch ThonbrunnSterbeeintrag Johann Nikol Fuchs, gestorben am 12.01.1921 in Thonbrunn.
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Nr. 33/1929 – Kirchenbuch Neuberg / Pfarramt NeubergEheeintrag Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka, Trauung am 07.12.1929 in Neuberg, Aufgebot am 24.11.1929 „einmal für dreimal“ mit Vermerk über die Nachsicht vom 2. und 3. Aufgebot, erteilt am 27.11.1929 (Zl. 41952), Trauzeugen Hans Bucka aus Grünhaid, Gemeinde Schönwald, und Martin Zapf, Schlosser in Rehau. Die Einwohnermeldekartei der Gemeinde Schönwald belegt Hans Bucka als den 1899 geborenen Bruder der Braut.
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Nr. 49/1929 – Pfarramt Neuberg / GeburtsregisterGeburtseintrag Gerda Fuchs, geboren am 06.11.1929 in Thonbrunn Haus Nr. 13, getauft am 07.12.1929 in Neuberg, dem Tag der Trauung der Kindeseltern, mit Legitimationsvermerk zur Ehe, Taufpatin Gertrud Zapf.
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Nr. 19/1931 – Kirchenbuch ThonbrunnSterbeeintrag Eva Fuchs, geb. Bucka, gestorben am 12.07.1931 in Thonbrunn.
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Nr. 12/1962 – Kirchenbuch KunreuthSterbeeintrag Max Fuchs, gestorben am 18.06.1962.
3. Gerichtliche Quellen
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Nr. 1634/1891 – Königliches Amtsgericht SelbUrteil zur Vaterschaftsanerkennung des Kindes Johann Bucka durch Johann Nikol Fuchs.
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29.09.1891 – Königliches Amtsgericht SelbGerichtsprotokoll zum Urteil Nr. 1634/1891.
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29.09.1891 – Staatsarchiv Bambergbeglaubigte Kopie des Gerichtsprotokolls zum Urteil Nr. 1634/1891.
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Zivilprozessakte 58 – Königliches Amtsgericht SelbVaterschafts- und Alimentensache Anna Katharina Bucka gegen Georg Nikol Hornfischer zum 1892 geborenen Kind Anna Margareta / Emma Bucka.
4. Archiv- und Behördenauskünfte
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Staatsarchiv BambergDatenbankrecherche.
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Státní oblastní archiv v PlzniArchivauskünfte zu Thonbrunn und Neuberg.
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Standesamt SelbAuskunft zur nicht vorliegenden Eheurkunde Mehringer / Baumgärtel.
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Einwohnermeldeamt RehauEinwohnermeldekartei Johann Martin Philipp Zapf, mit Eintrag der Ehefrau Anna Margareta, genannt Emma, und der Töchter Gertrud Anna Zapf und Inge Elfriede Zapf.
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Einwohnermeldeamt der ehemals selbstständigen Gemeinde Vielitz bei Selb,Auskunft durch das heutige Einwohnermeldeamt Selb: Familienbogen Michael Bucka. Bei den beiden Kindern der Anna Katharina Bucka mit den Geburtsdaten 06.02.1888 und 12.03.1899 sind Namen und Geburtsdaten falsch einander zugeordnet. Die Geburtseinträge und Einwohnermeldekarteien belegen die korrekte Zuordnung. Für diese beiden Geburtszuordnungen bleibt der Bogen außer Betracht.
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Stadt Schönwald, BürgerbüroEinwohnermeldekartei Bucka Johann Jakob, mit Geburtsdatum 06.02.1888, Mutter Katharina Bucka, Umzug am 01.12.1950 von Selb-Plößberg nach Schönwald, Geierweg 333, Ehefrau Katharina, geb. Heinrich.
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Stadt Schönwald, BürgerbüroEinwohnermeldekartei Bucka Hans, mit Geburtsdatum 12.03.1899, Mutter Katharina Bucka, Beruf Porzellansortierer bei Rosenthal seit 19.08.1919, Zuzug aus Selb-Plößberg nach Grünhaid, Haus Nr. 37, am 23.12.1920, Ehefrau Babetta, geb. Liebner.
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Friedhofsverwaltung der Stadt RehauAuskunft vom 09.07.2026 zur Bestattung von Anna Margareta Zapf, geb. Bucka.
5. Digitale Quellen
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Digitalisierte KirchenbücherArchion (Selb), Porta Fontium (Neuberg/Thonbrunn).
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DIE ZEIT / US National ArchivesNSDAP-Mitgliederkartei, Datensatz Max Fuchs, Mitgliedsnummer 6658192, Eintritt zum 01.11.1938 in Thonbrunn.
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OME-Lexikon„Reichsgau Sudetenland“, Kontextquelle zur NSDAP im Sudetenland nach 1938.