Der
Bucka-Komplex
Historische und genealogische Forschungen zu den Familien Bucka und Fuchs,
Vorfahren der Familie Kiese
Das Titelbild zeigt Frieda Bucka als junges Mädchen und Max Fuchs als jungen Soldaten zur Zeit des Ersten Weltkriegs, etwa 1914 bis 1918.
Zur Einordnung der Arbeit
Diese digitale Fassung beruht auf dem Forschungsbericht „Der Bucka-Komplex“ von M. Hecl, vorliegende Fassung vom .
Der Bericht untersucht die genealogische Verbindung der Linien Bucka und Fuchs als Vorfahren der Familie Kiese. Der Recherchezeitraum reicht vom bis zum .
Im Mittelpunkt steht der sogenannte Bucka-Knoten: zwei Linien desselben Familienverbands, die von Vielitz bei Selb über Selb-Plößberg und Thonbrunn bis nach Weingarts führen und sich 1929 durch die Ehe von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka wieder vereinten.
Die Darstellung stützt sich auf evangelische Kirchenbücher, standesamtliche Urkunden, gerichtliche Unterlagen, Archiv- und Behördenauskünfte, weitere digitale Quellen sowie schriftliche und mündliche Familienüberlieferung. Die vollständige Quellenübersicht befindet sich am Ende der Seite.
Zentrales Forschungsergebnis
Der Bucka-Knoten auf einen Blick
Zwei Nachkommenlinien desselben Elternpaares trennten sich im 19. Jahrhundert und liefen 1929 wieder zusammen. Diese Rückverbindung erklärt die ungewöhnliche Struktur der Familie und bildet den Kern des gesamten Forschungsberichts.
Johann Max Fuchs heiratete Frieda Emma Bucka. Damit liefen die beiden Linien desselben Bucka-Elternpaares wieder zusammen.
Die räumliche Spur
- Vielitz bei SelbUrsprung beider Linien in Haus Nr. 12
- Selb-PlößbergBahnhof Selb Nr. 20 · Geburtsort von Frieda und letzter Wohnort ihrer Mutter
- ThonbrunnHaus Nr. 13 · Wohn- und Lebensort der späteren Familie Fuchs
- NeubergOrt der Eheschließung von Max und Frieda im Jahr 1929
- WeingartsHaus Nr. 64 · Neuer Lebensmittelpunkt der Familie nach dem Zweiten Weltkrieg
Inhaltsverzeichnis
In Erinnerung an
Gerda Kiese, geb. Fuchs †
–
Geboren in Thonbrunn
Verstorben in Amberg in der Oberpfalz
meine Oma
Ingrid Schubert, geb. Kiese †
–
Geboren in Weingarts
Verstorben in Amberg in der Oberpfalz
meine Tante
Wer so gewirkt wie du im Leben,
wer so erfüllte seine Pflicht
und stets sein Bestes hergegeben,
der stirbt auch im Tode nicht.
Vorwort
Diese Arbeit hält meinen Forschungsstand zum sogenannten Bucka-Komplex fest, einem zentralen Knoten innerhalb meiner väterlichen Linie Fuchs und Bucka. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt sie nicht. Kirchenbücher wurden umfangreich, aber nicht lückenlos geführt, und Verluste durch Krieg, Zerstörung oder schlichten Verfall haben manchen Eintrag unleserlich gemacht oder ganz verschwinden lassen. Gerade deshalb war es mir ein Anliegen, die gefundenen Schriftstücke, Urkunden und Einträge nicht nur auszuwerten, sondern zu sichern und so einzuordnen, dass spätere Generationen sie nachvollziehen können.
Entstanden ist die Arbeit im Wesentlichen zwischen März und , gestützt auf die Auswertung evangelischer Kirchenbücher, standesamtlicher Unterlagen, gerichtlicher Protokolle, späterer Nachträge und Personenstandsurkunden sowie verschiedener Archivbestände aus Deutschland und Tschechien. Das reichsweite Personenstandsgesetz trat am in Kraft und prägt damit die Quellenlage dieser Arbeit. Für die Zeit davor bleiben die evangelischen Kirchenbücher die tragende Säule, auch wenn sie nicht überall mit der Genauigkeit der späteren amtlichen Register geführt wurden.
Den Begriff Bucka-Komplex habe ich bewusst gewählt, weil die zugrunde liegende Familienstruktur weit mehr ist als eine gerade Ahnenreihe. In ihr verdichten sich mehrere uneheliche Geburten, spätere Legitimationen durch Heirat, wechselnde Vor- und Nachnamen, gleich zwei gerichtliche Vaterschaftsverfahren, handschriftliche Nachträge in den Kirchenbüchern und am Ende sogar die Ehe zweier nah verwandter Personen. Erst dieses Geflecht ineinandergreifender Einzelfälle machte eine besonders sorgfältige quellenkritische Untersuchung nötig.
Mir ging es dabei nie um das bloße Sammeln von Daten und Namen oder das Zeichnen eines Stammbaums, sondern um die methodisch nachvollziehbare Rekonstruktion verwickelter Zusammenhänge. Deshalb stützen sich die zentralen Aussagen auf zusammenhängende Beweisketten aus Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträgen, Hausnummern, Ortsbezügen, Namensentwicklungen, Personenstandsurkunden und späteren Randvermerken. Ebenso wichtig war mir die kritische Prüfung früherer Annahmen. Mehrere zunächst plausible Spuren habe ich erneut hinterfragt und verworfen, wo sie sich nicht halten ließen oder sich als falsch erwiesen.
Bei den Ortsangaben habe ich ganz bewusst jeweils die Bezeichnung gewählt, die zum Zeitpunkt des Ereignisses galt. Derselbe Ort steht in dieser Arbeit deshalb je nach Zeitpunkt in unterschiedlichen staatlichen und politischen Zusammenhängen. Das ist kein Widerspruch, sondern folgt dem Lauf der Geschichte. Thonbrunn etwa gehörte in der älteren Zeit zum Königreich Böhmen innerhalb der Habsburgermonarchie, lag in der Zwischenkriegszeit im Bezirk Asch der Tschechoslowakei, während der Zeit des Reichsgaus Sudetenland im Landkreis Asch und liegt heute als Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, in Tschechien. Ebenso trägt der Nachbarort Neuberg, in dem meine Urgroßeltern heirateten und ihre Tochter Gerda getauft wurde, heute den tschechischen Namen Podhradí und gehört zum Okres Cheb.
Auch bei den Namen bin ich durchgehend quellenkritisch vorgegangen. Für dieselbe Person finden sich in den Quellen mitunter verschiedene Schreibweisen, Ruf- oder Taufnamen und später veränderte Formen. Diese Unterschiede habe ich nicht geglättet, sondern im jeweiligen Zusammenhang ausgewertet. Mein Urgroßvater wurde als Johann Bucka geboren und erst später zu Johann Max Fuchs, seine Mutter kam als Eva Katharina Baumgärtel zur Welt und wurde durch die spätere Heirat ihrer Eltern zur Eva Bucka, und bei Emma, der Tochter seiner Tante Anna Katharina, begegnen uns in einem einzigen Vorgang gleich zwei Namensformen, je nachdem, ob Standesamt, Gericht oder Kirchenbuch spricht. Ziel war nie die Modernisierung alter Schreibweisen, sondern die möglichst genaue Wiedergabe dessen, was die Quellen tatsächlich hergeben.
Diese Fassung meiner Arbeit beruht auf den bisher ausgewerteten Kirchenbuch-, Gerichts-, Melderegister- und Standesamtsunterlagen. Seit den ersten Niederschriften ist dieser Quellenstand deutlich gewachsen. Mit Emma Bucka ist die lange nur mündlich überlieferte ältere Schwester meiner Urgroßmutter Frieda erstmals urkundlich dokumentiert, und mit ihr trat ein zweiter gerichtlicher Vaterschaftsfall ans Licht. Zugleich reichen die Linien weiter zurück, tief ins 18. Jahrhundert hinein, zu Vorfahren, die sonst fast nur als Namen am Rand der Überlieferung geblieben wären. Vollständig ist damit nichts, und künftige Archivfunde können einzelne Bereiche noch vertiefen. An der tragenden Struktur des Bucka-Komplexes aber ändert das nach meinem heutigen Stand nichts mehr. Was als unübersichtliche Folge einzelner Namen und Urkunden begann, fügt sich heute zu einer Familiengeschichte, die auf festem Grund steht und die ich auf den folgenden Seiten Schritt für Schritt ausbreiten möchte.
M. Hecl
Berlin,
1. Der Bucka-Komplex
oder auch: Der Bucka-Knoten
Diese Arbeit beruht auf meiner privaten Forschung zur Familie Bucka, die in meiner väterlichen Linie zu meinen direkten Vorfahren gehört. Von heute aus betrachtet führt diese Linie von meinem Vater über meine Großmutter Gerda Kiese, geb. Fuchs, zu meinen Urgroßeltern Max Fuchs und Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka. Max Fuchs kam ursprünglich als Johann Bucka zur Welt und wurde unter diesem Namen sowohl standesamtlich beurkundet als auch getauft.
Warum ich vom Bucka-Komplex spreche, klang im Vorwort schon an. Hinter dem Begriff steht ein Geflecht aus mehreren Personen, wechselnden Namensformen und Ereignissen, die erst gemeinsam ein Bild ergeben. Noch genauer trifft es das Bild des Knotens. Zwei zunächst getrennt wirkende Abstammungslinien führen letztlich auf denselben Familienverband in Vielitz bei Selb zurück. Im Zentrum stehen Johann Michael Bucka und seine Frau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, sowie mehrere ihrer Kinder, deren Wege sich in unterschiedlichen Orten und Quellen weiterverfolgen lassen. Ziel dieser Arbeit ist es, diese anfangs unübersichtliche Lage zu ordnen und die einzelnen Belege nicht isoliert, sondern als zusammenhängende Kette lesbar zu machen.
Eine eigene Rolle spielen dabei Personen aus diesem Familienverband, die nicht aus meiner direkten Linie stammen, aber als Seitenbelege wertvoll sind. Johann Oswald Bucka, geboren 1860 in Vielitz Haus Nr. 12, stützt diesen Familienverband als weiteres gesichertes Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel. Emma Bucka war lange nur aus der mündlichen Familienüberlieferung bekannt. Die Urkunden zeigen sie nun als ältere Schwester meiner Urgroßmutter Frieda mütterlicherseits, wahrscheinlich als Halbschwester, und bestätigen die Linie von Anna Katharina Bucka zusätzlich. Hinzu kommt ein ganzer Zweig, der sich im 19. Jahrhundert von Vielitz nach Rehau verlagert hat und dort bis heute fortbesteht. Er geht auf Johann Jakob Bucka zurück, einen Bruder des Johann Michael, und trägt in seiner zweiten und dritten Generation abermals den Namen Johann Oswald, was beim Lesen leicht in die Irre führt. Diese Nebenwege stehen nicht im Mittelpunkt der Erzählung und geben ihr doch spürbar mehr Halt.
Diese Übersicht macht deutlich, dass die Bucka-Linie keine gerade Ahnenreihe ist. Mehrere Personen, wechselnde Namen und Ortsbezüge führen immer wieder auf dasselbe Elternpaar in Vielitz Haus Nr. 12 zurück. Wie dieser Knoten im Einzelnen geknüpft ist, entfalten die folgenden Kapitel, zuerst entlang der beteiligten Menschen, dann entlang der Beweise, die sie verbinden.
2. Schlüsselpersonen des Bucka-Komplexes
2.1 Johann Max Fuchs (Urgroßvater)
um 02:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 6/1891, Standesamt Vielitz bei Selb
Nr. 102/1891, Kirchenbuch Selb
um 05:45 Uhr, Beisetzung am , Friedhof Weingarts
Weingarts, Bayern
Nr. 10/1962, Standesamt Weingarts
Nr. 12/1962, Kirchenbuch Kunreuth
Herzasthma
Landwirt
- Johann Bucka (ursprüngliche standesamtliche Geburtsnamensform)
- Johann Max Fuchs (spätere vollständige Namensform nach Anerkennung / Legitimation)
- Max Johann Fuchs (Namensform auf der Sterbeurkunde Nr. 10/1962)
- Max Fuchs (Namensform im Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth)
Mein Urgroßvater Max Fuchs gehört zu den Schlüsselfiguren des Bucka-Komplexes, weil sich in seiner Geburt mehrere Fäden der Beweisführung verknoten. Er kam unehelich als erstes Kind von Eva Katharina Bucka unter dem Namen Johann Bucka zur Welt, wurde später von Johann Nikol Fuchs als Sohn anerkannt und trug danach einen geänderten Namen. Er verbindet so die Linien Bucka und Fuchs in einer einzigen Person. Dass er zunächst sowohl standesamtlich als auch kirchlich als Johann Bucka beurkundet wurde, ist dabei der entscheidende Ausgangspunkt.
Erst die gerichtliche Vaterschaftsanerkennung und spätere kirchliche Nachträge formten daraus die Namensform Johann Max Fuchs. Diese Entwicklung ist lückenlos nachvollziehbar und macht ihn zu einem zentralen Übergangspunkt der ganzen Familiengeschichte. Die verschiedenen überlieferten Namen widersprechen sich nicht, sondern bilden nacheinander seine rechtliche und familiäre Zuordnung ab. Aus dem Zusammenspiel von Geburtsbeurkundung, gerichtlicher Vaterschaftsanerkennung, Kirchenbuchnachträgen, späteren Sterbeeinträgen und dem überlieferten Rufnamen ergibt sich ein dichtes Bild, das ihn zu einer der am besten belegten Personen dieser Arbeit macht.
Zur Vollständigkeit gehört ein Teil seiner Biografie, der sich nicht beschönigen lässt. Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich im trat Max Fuchs der NSDAP bei. Die Mitgliedschaft ist unter der Nummer 6658192 zum in Thonbrunn verzeichnet. Sein Eintritt fällt in die Beitrittswelle, die das deutschböhmische Grenzgebiet unmittelbar nach dem Anschluss erfasste, als die Partei dort binnen weniger Wochen zur Massenorganisation wurde. Das erklärt den zeitlichen Rahmen, nimmt der Entscheidung aber nichts von ihrer Eindeutigkeit. Ich halte den Vorgang fest, weil eine Familiengeschichte, die Redlichkeit für sich beansprucht, auch die unbequemen Seiten zeigen muss.
Sein Lebensweg führte ihn schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ascher Gebiet ins oberfränkische Weingarts, wohin die Familie nach 1945 als Heimatvertriebene kam und im Haus Nr. 64 ein neues Zuhause fand. Dort starb er am an Herzasthma. Der Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth bezeichnet ihn als Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland und ordnet damit den letzten Abschnitt seines Weges historisch ein.
2.2 Eva Katharina Fuchs, geb. Bucka (Ur-Urgroßmutter)
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
Nr. 44/1857, Kirchenbuch Selb
Eva Katharina Baumgärtel
Eva Katharina Bucka, Eva Bucka
Eva Fuchs, geb. Bucka
um 08:15 Uhr, Beisetzung am , Friedhof Thonbrunn
Thonbrunn Haus Nr. 13, Bezirk Asch, Tschechoslowakei, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Nr. 19/1931, Kirchenbuch Thonbrunn
Gehirnblutung und Lungenödem
Meine Ur-Urgroßmutter Eva Katharina wurde am in Vielitz unehelich geboren, und zwar unter dem Namen Eva Katharina Baumgärtel. Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 nennt als Vater Michael Bucka, als Mutter Anna Katharina Baumgärtel, Tochter des Johann Baumgärtel. Weil Evas Eltern erst am heirateten, also gut zehn Monate nach der Geburt, wurde das Kind zunächst unter dem Familiennamen der Mutter eingetragen. Mit der Eheschließung änderte sich das. Der Eintrag trägt den Vermerk „p. s. m. legitimiert“, die Abkürzung für „per subsequens matrimonium legitimiert“, also die Legitimation durch die nachfolgende Heirat. Aus Eva Katharina Baumgärtel wurde dadurch Eva Katharina Bucka.
Dieser Übergang lässt sich sogar an der Handschrift ablesen. Der ursprüngliche Name Eva Baumgärtel und die später ergänzte Form Bucka zeigen ein deutlich abweichendes Schriftbild. Der Geburtseintrag dokumentiert damit nicht nur Evas Geburt, sondern auch den rechtlichen Schritt vom unehelichen Geburtsnamen zur legitimierten Namensform. Genau dieses Muster kehrt eine Generation später wieder, diesmal bei Evas eigenem Sohn. In der Geburtsurkunde Nr. 6/1891 des Standesamts Vielitz bei Selb wurde er zunächst als Johann Bucka beurkundet, die Mutter dort als Eva Bucka, ledige Dienstmagd. Angezeigt wurde die Geburt von Michael Bucka, Weber aus Vielitz, der in der Urkunde als Vater dieser ledigen Dienstmagd genannt wird. So verankert schon die Geburtsurkunde Eva fest im Familienverband Vielitz Haus Nr. 12. Im zugehörigen Geburtseintrag Nr. 102/1891 wird Eva ebenfalls als Mutter genannt, und auch hier wurde nachträglich eingegriffen. Der ursprüngliche Eintrag „Bucka, Johann“ wurde später um den Familiennamen Fuchs, den Zusatzvornamen Max, die Vaterangabe Johann Nikol Fuchs und den Legitimationsvermerk ergänzt. Bei Evas Sohn wiederholt sich also, was Eva selbst erlebt hatte, nämlich uneheliche Geburt, spätere Anerkennung und ein geänderter Name. Die Anerkennung der Vaterschaft durch Johann Nikol Fuchs steht zusätzlich auf gerichtlichem Boden. Das Protokoll des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 vom , Signatur K 132, von dem ich eine beglaubigte Kopie aus dem Staatsarchiv Bamberg erhalten habe, hält den Vorgang fest. Auch dort taucht Michael Bucka auf, erneut als Vater der Eva Bucka zu Vielitz. So sichern Geburtsurkunde, Geburtseintrag und Gerichtsakte unabhängig voneinander, dass Eva die Tochter von Michael Bucka war.
Die Ehe von Eva und Johann Nikol Fuchs wurde am in Neuberg im Bezirk Asch geschlossen. Ein eigener Eheeintrag ließ sich bislang nicht auffinden, der zuständige Kirchenbuchband ist laut Auskunft des Staatsarchivs Pilsen zwar erhalten, der Eintrag aber nicht enthalten. Das Datum selbst ist trotzdem belegt, denn der Geburtseintrag Nr. 102/1891 trägt einen späteren Randvermerk mit dem Hinweis „Ehe der Eltern am “. Bestätigt wird die Verbindung außerdem durch Evas Sterbeeintrag Nr. 19/1931, der sie als Witwe des Johann Nikol Fuchs, Landwirt in Thonbrunn, führt und neben dem Ehenamen Fuchs auch ihren Geburtsnamen Bucka nennt. An der Ehe besteht damit kein Zweifel, auch wenn der eigentliche Eheeintrag fehlt.
Über Eva läuft noch eine zweite wichtige Verbindung. Ihre Schwester Anna Katharina Bucka kam am ebenfalls in Vielitz Haus Nr. 12 als Tochter desselben Elternpaares zur Welt. Wie eng die beiden verbunden waren, zeigt sich daran, dass sie einander bei den Taufen ihrer unehelichen Kinder als Patin zur Seite standen. Eva übernahm diese Rolle zweimal, 1892 bei Emma und 1899 als stellvertretende Patin bei Anna Katharinas drittem Kind, dem späteren Hans Bucka. Aus dieser Schwesternschaft ergibt sich der entscheidende Schritt für den weiteren Verlauf: Evas Sohn Johann Max Fuchs und Anna Katharinas Tochter Frieda Emma Bucka waren Kinder zweier Schwestern und damit Cousin und Cousine ersten Grades.
Eva steht so im Zentrum der Namensentwicklung von Baumgärtel über Bucka zu Fuchs und verbindet den Bucka-Familienverband in Vielitz mit der späteren Fuchs-Linie in Thonbrunn. Und sie steht zugleich für ein Motiv, das sich durch den ganzen Komplex zieht. Zweimal innerhalb einer Familie wurde ein Kind unehelich geboren und später legitimiert, und beide Male war es Michael Bucka, der die Verantwortung übernahm, erst als Vater der unehelich geborenen Eva, dann als Großvater und Anzeiger bei der Geburt ihres Sohnes.
2.3 Johann Nikol Fuchs (Ur-Urgroßvater)
Thonbrunn Haus Nr. 13, Königreich Böhmen, Kaisertum Österreich, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Landwirt
um 06:00 Uhr, Beisetzung am , Friedhof Thonbrunn
Thonbrunn Haus Nr. 13, Bezirk Asch, Tschechoslowakei, heute Studánka, Ortsteil von Hranice, Okres Cheb, Karlovarský kraj, Tschechien
Nr. 4/1921, Kirchenbuch Thonbrunn
Magen-Darm-Katarrh
Mein Ur-Urgroßvater Johann Nikol Fuchs gehört nicht zur eigentlichen Bucka-Abstammung, ist für die Fortsetzung der Linie aber unverzichtbar. Er war es, der die Vaterschaft zu Evas Sohn anerkannte und damit aus dem unehelich geborenen Johann Bucka den späteren Johann Max Fuchs machte.
Im kirchlichen Geburtseintrag Nr. 102/1891 meines Urgroßvaters Max Fuchs habe ich die Handschriften der Schreiber sehr genau analysiert und festgestellt: Die Vaterangabe „Johann Nikol Fuchs“ wurde nachträglich durch eine andere Person im Eintrag ergänzt. Die Angaben zum Kind und zur Mutter heben sich im Schriftbild deutlich von der Vaterangabe und den Namenszusätzen ab, was darauf hindeutet, dass diese Teile zu verschiedenen Zeitpunkten in den Eintrag kamen.
Johann Nikols eigener Geburtseintrag ließ sich bisher nicht auffinden. Geburtsdatum und Geburtsort beruhen daher nicht auf einem Geburtseintrag, sondern auf den Angaben in seinem späteren Sterbeeintrag Nr. 4/1921 des Kirchenbuchs Thonbrunn. Dieser Eintrag ist damit die wichtigste Quelle zu seinem Leben überhaupt.
Die Kirchenbücher von Thonbrunn und Neuberg lagern im Staatsarchiv Pilsen, doch gerade der Band, der seine Geburt enthalten müsste, ist dort nicht mehr auffindbar. Das bremst die Forschung an einer entscheidenden Stelle, denn ohne diesen Eintrag bleiben seine Eltern im Dunkeln und die Fuchs-Linie lässt sich über ihn hinaus zum aktuellen Zeitpunkt nicht weiterverfolgen. Einen leisen Fingerzeig gibt immerhin das Gerichtsprotokoll vom , das ihn als ledigen 26-jährigen Ökonomensohn aus Thonbrunn führt. Sein Vater war demnach selbst Ökonom, ein Name fällt aber nicht.
Eine leichte Unschärfe sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber benannt. Das Protokoll bezeichnet ihn im als 26-jährig, nach dem im Sterbeeintrag überlieferten Geburtsdatum vom war er zu diesem Zeitpunkt jedoch erst 25 Jahre alt und stand im 26. Lebensjahr. Die Differenz erklärt sich aus der damals verbreiteten Zählung nach dem laufenden Lebensjahr und stellt die Zuordnung nicht in Frage. Sie erinnert aber daran, wie schmal die Quellenbasis für seine Lebensdaten ist, die allein auf dem Sterbeeintrag von 1921 ruhen.
Ein kleines Detail aus dem Sterbeeintrag passt ins Bild. Dort steht nicht „Januar“, sondern „Jänner“. Diese österreichisch geprägte Schreibweise passt zum historischen Sprachraum Thonbrunns. Der Ort gehörte bis 1918 zum Königreich Böhmen innerhalb der Habsburgermonarchie und lag zum Zeitpunkt des Todes von Johann Nikol Fuchs im Jahr 1921 dann bereits in der Tschechoslowakei.
Von diesem sprachlichen Detail zurück zum Rechtlichen: Die Vaterschaftsanerkennung ist über das Protokoll des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 vom belegt, von dem mir eine beglaubigte Kopie aus dem Staatsarchiv Bamberg vorliegt. Anders als später im Verfahren um Emma erging hier kein Urteil, Johann Nikol Fuchs erkannte die Vaterschaft freiwillig zu Protokoll an. Seine Ehe mit Eva wurde am in Neuberg geschlossen. Ein eigener Eheeintrag fehlt zwar, doch das Datum trägt der Randvermerk in Max’ Geburtseintrag, und die Sterbeeinträge beider Eheleute bestätigen die Verbindung.
Über die eigene Familie hinaus tritt Johann Nikol Fuchs noch an einer Stelle auf, die weit nach vorn wirkt. Am bezeugte er in Rehau die Eheschließung von Emma Bucka und Martin Zapf, die Eheurkunde Nr. 22/1913 des Standesamts Rehau führt ihn dort als Landwirt Nikol Fuchs. Emma war die ältere Schwester jener Frieda Emma Bucka, die sechzehn Jahre später seinen Sohn heiratete, und bei dieser Trauung stand dann umgekehrt Martin Zapf als Zeuge. Die Verbindung der Familien Fuchs, Bucka und Zapf reicht damit deutlich weiter zurück als die Ehe von 1929, und Johann Nikol Fuchs ist der erste, bei dem sie sich urkundlich greifen lässt.
Als anerkennender Vater von Johann Max Fuchs, als Ehemann der Eva und als früher Zeuge dieser Familienverbindung ist Johann Nikol Fuchs damit gut belegt, auch wenn die Überlieferung über seine Herkunft leider an einer folgenschweren Archivlücke endet.
2.4 Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka (Urgroßmutter)
um 14:30 Uhr
Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 30/1905, Standesamt Selb-Plößberg
Nr. 289/1905, Kirchenbuch Selb
Anna Katharina Bucka
unbekannt
Johann Jakob Bucka (1888), Emma Bucka (1892) und Hans Bucka (1899), jeweils mütterlicherseits
Landwirtschaftsgehilfin, später Hausfrau
um 05:25 Uhr
Weingarts, Bayern
Nr. 4/1998, Standesamt Pinzberg, früher Weingarts
Meine Urgroßmutter Frieda kam am in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, unehelich zur Welt. Ihr Vater ist bis heute unbekannt. Weder der Geburtseintrag noch die standesamtliche Geburtsurkunde nennen einen Namen, die Urkunde verzeichnet neben der Mutter lediglich die Hebamme. Ihre Mutter dagegen ließ sich klar bestimmen: Katharina Bucka, Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Der Geburtseintrag hält zudem fest, dass Frieda das vierte Kind ihrer Mutter war. Damit bestätigt er die Kinderfolge unabhängig von den übrigen Quellen: Vor ihr kamen Johann Jakob 1888, Emma 1892 und Hans 1899 zur Welt.
Diese Zuordnung wird durch die standesamtliche Sterbeurkunde der Mutter, Nr. 3/1911 des Standesamts Selb-Plößberg, noch fester verankert. Die Urkunde nennt als Sterbeort Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, also genau die Adresse, an der Frieda geboren wurde. Sie bestätigt zudem den ledigen Stand der Mutter, ihren Beruf als Fabrikarbeiterin und ihre Eltern Michael Bucka und Anna, geb. Baumgärtel. So sind Mutter und Tochter nicht nur über das Kirchenbuch, sondern über denselben konkreten Wohnort und eine standesamtliche Primärquelle miteinander verbunden.
Schon Friedas eigener Geburtseintrag deutet auf den familiären Zusammenhalt hin, der den Bucka-Komplex durchzieht. Als Taufpatin ist dort Emma Bucka eingetragen, im Kirchenbucheintrag als „Schwester des Kindes“ bezeichnet. Dass Frieda den zweiten Vornamen Emma trug, dürfte daher kaum zufällig sein, sondern verweist wahrscheinlich auf genau diese enge Verbindung.
Der frühe Tod der Mutter traf Frieda hart. Anna Katharina Bucka starb am an Lungentuberkulose, da war Frieda erst fünf Jahre alt. Nach der Familienüberlieferung, die unter anderem über meine Großtante weitergegeben wurde, nahm sich zunächst die ältere Schwester Emma des Kindes an, bevor Frieda später noch recht jung als Magd in das Haus der Familie Fuchs nach Thonbrunn kam. Das galt lange als reine Überlieferung. Der Eheeintrag Nr. 33/1929 führt Frieda aber als Landwirtschaftsgehilfin mit Wohnort in Thonbrunn Haus Nr. 13 und stützt diese Erzählung damit erstmals amtlich.
Eine Abgrenzung sei hier schon angedeutet, weil zwei Vorgänge leicht durcheinandergeraten können. Zu Emma gehört eine gerichtliche Vaterschaftssache, auf die ich im Kapitel zu ihr noch ausführlich eingehe. Für Frieda folgt daraus nichts, ihr Vater bleibt offen, und auch eine Datenbankrecherche des Staatsarchivs Bamberg blieb ohne Ergebnis.
Innerhalb des Bucka-Komplexes nimmt Frieda eine besondere Stellung ein. Über ihre Mutter gehört sie unmittelbar zur Bucka-Linie aus Vielitz Haus Nr. 12, auch wenn sie selbst nicht mehr dort, sondern in Selb-Plößberg geboren wurde. Diese räumliche Verschiebung ist auffällig. Während die älteren Belege immer wieder nach Vielitz Haus Nr. 12 führen, ist Frieda bereits mit Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, verbunden. Ihr weiterer Weg führte über Thonbrunn schließlich nach Weingarts in Oberfranken. Trotz dieser Wanderung bleibt ihre Zugehörigkeit zum zentralen Bucka-Elternpaar durch die standesamtliche Sterbeurkunde ihrer Mutter unverrückbar belegt.
2.5 Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka (Ur-Urgroßmutter)
um 06:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
Nr. 30/1865, Kirchenbuch Selb
Johann Michael Bucka, evangelisch, Webermeister
Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel
- Johann Jakob Bucka, geboren am
- Emma Bucka, geboren am
- Hans Bucka, geboren am
- Frieda Emma Bucka, geboren am
Fabrikarbeiterin
um 18:00 Uhr, Beisetzung am in Selb
Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 31/1911, Kirchenbuch Selb
Nr. 3/1911, Standesamt Selb-Plößberg
Lungentuberkulose
Meine Ur-Urgroßmutter Anna Katharina Bucka, in späteren Quellen meist nur Katharina genannt, kam am in Vielitz Haus Nr. 12 zur Welt, als Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Ihr Geburtseintrag Nr. 30/1865 hält einen Befund fest, der über sie selbst hinausweist. Als Patin ist dort Anna Catharina Baumgärtel verzeichnet, die Witwe des Johann Baumgärtel, und bei ihr handelt es sich um die Mutter der Kindesmutter, also um die Großmutter des Täuflings. Damit reicht der Blick erstmals bis in die Baumgärtel-Generation oberhalb des Bucka-Elternpaares, worauf ich im Kapitel zu Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, noch genauer eingehe.
Eine Klarstellung gleich vorweg, denn die Namensgleichheit führt leicht in die Irre. Diese 1865 geborene Anna Katharina Bucka ist nicht ihre gleichnamige Mutter Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Gemeint ist hier durchgehend die Tochter, die Mutter von Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda Emma.
Anna Katharina blieb zeitlebens ledig und arbeitete als Fabrikarbeiterin. Von ihr sind heute vier uneheliche Kinder namentlich belegt. 1888 kam Johann Jakob zur Welt, 1892 folgte Emma, 1899 Hans und 1905 schließlich Frieda Emma. Lange kannte ich nur die beiden Töchter, doch schon Emmas Geburtseintrag zeigte, dass die Familiengeschichte an dieser Stelle nicht geschlossen war, denn er führt Emma als zweites Kind ihrer Mutter. Das damit anzunehmende ältere Kind ließ sich zu einem späteren Zeitpunkt auch identifizieren. Der Familienbogen Michael Bucka, Einwohnermeldeamt der ehemals selbstständigen Gemeinde Vielitz bei Selb, führt dieses erste Kind unter dem Namen Hans. Diese Zuordnung beruht auf einer Verwechslung, denn der Bogen hat die Vornamen der beiden Söhne von 1888 und 1899 gegeneinander vertauscht. Der Geburtseintrag Nr. 11/1888 des Kirchenbuchs Rehau nennt dieses Kind Johann Jakob Bucka, geboren am in Rehau und dort am getauft. Die standesamtliche Geburtsurkunde Nr. 12/1888 präzisiert den Geburtsort auf Waldhaus im Gemeindebezirk Rehau, Haus Nr. 270, wo Anna Katharina zu diesem Zeitpunkt vorübergehend wohnte. Ein Vater wird in beiden Dokumenten nicht genannt. Als Taufpaten nennt der kirchliche Geburtseintrag einen Johann Jakob Bucka, Fabrikarbeiter aus Selb. Eine Gleichsetzung mit dem 1862 geborenen Bruder der Kindesmutter liegt nahe, ist nach den vorliegenden Angaben aber noch nicht abschließend belegt. Emma als zweites Kind war bereits bekannt, das dritte Kind erschloss sich dann über den Geburtseintrag Nr. 54/1899 des Kirchenbuchs Selb. Dieses Kind wurde am in Vielitz geboren, kirchlich zunächst als Johann eingetragen und durch die Schönwalder Einwohnermeldekartei als Hans Bucka belegt. Beim dritten Kind reicht die standesamtliche Überlieferung weiter als die kirchliche. Die Geburtsurkunde Nr. 2/1899 des Standesamts Vielitz bei Selb trägt am Rand einen Nachtrag, den der Standesbeamte Müller am auf Verfügung des Königlichen Amtsgerichts Selb aufnahm. Danach hatte der verwitwete Porzellanoberbeamte Andreas Purucker von Selb am zu Protokoll dieses Gerichts die Vaterschaft zu dem Kinde Johann Bucka anerkannt. Zwischen der Geburt und diesem Schritt lagen achtzehn Tage. Eine Ehe schloss sich daran nicht an. Ohne Legitimation blieb es beim Familiennamen der Mutter, unter dem Hans Bucka in sämtlichen späteren Quellen geführt wird. Über Andreas Purucker selbst ist dem Vermerk wenig zu entnehmen. Seine Berufsbezeichnung deutet auf eine gehobene Stellung in einem Selber Porzellanunternehmen und hebt ihn deutlich von den Arbeitern und Handwerkern ab, die sonst durch diese Familiengeschichte gehen. Weiteres zu seinem Leben ließ sich bisher nicht ermitteln. Unbekannt bleiben damit allein die Väter von Johann Jakob und Frieda. In den beiden Fällen, in denen sich ein Vater greifen lässt, sind die Wege dorthin ganz verschieden. Purucker trat 1899 aus eigenem Antrieb vor den Richter, während bei Emma erst ein Urteil Klarheit schuf. Die Geschichte um Emma, einschließlich der gerichtlichen Vaterschaftssache gegen Georg Nikol Hornfischer, entfaltet sich später in einem eigenen Abschnitt. Für Anna Katharina selbst bleibt festzuhalten, dass sie wiederholt als ledige Mutter in den Quellen auftritt. Durch alle diese Vorgänge zieht sich der Rückhalt von Anna Katharinas Vater Michael Bucka. In der Sache um Emma handelte er als Vormund des Kindes, und 1899 trat er ein zweites Mal als Anzeigender einer unehelichen Geburt in Erscheinung, diesmal für den Sohn seiner Tochter Katharina, festgehalten als Weber Michael Bucka, wohnhaft zu Vielitz Hausnummer 12. Bei Frieda dagegen war er bereits verstorben, sodass sich dieser familiäre Schutz nicht mehr in gleicher Weise aus den Akten zeigen lässt.
Katharinas Leben endete früh. Am starb sie laut Kirchenbucheintrag an Lungentuberkulose, ihre Tochter Frieda war zu diesem Zeitpunkt erst fünf Jahre alt. Dieser frühe Tod gibt der Familienüberlieferung ihren Sinn, die ich im Kapitel zu Frieda bereits geschildert habe: Emma, die ältere Schwester, kümmerte sich zunächst um das Mädchen. Weitergegeben wurde diese Erinnerung über eine Tochter von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka.
Wie schon bei Frieda sichert vor allem die standesamtliche Sterbeurkunde die Mutter-Tochter-Verbindung ab. Der Kirchenbuch-Sterbeeintrag Nr. 31/1911 nennt als Sterbeort nur Selb-Bahnhof, die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911 präzisiert ihn auf Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Dieselbe Adresse steht in Friedas Geburtsurkunde Nr. 30/1905 als Geburtsort. Damit verbindet diese eine Adresse Mutter und Tochter unmittelbar miteinander. Die Urkunde bestätigt zusätzlich den ledigen Familienstand, den Beruf Fabrikarbeiterin und die Eltern Michael Bucka und seine Frau Anna, geb. Baumgärtel. Auch die Altersangabe stimmt, denn am Todestag war Anna Katharina 46 Jahre alt, was rechnerisch genau zur Geburt am passt.
Ein loser Faden bleibt die Person, die den Tod anzeigte. Die Sterbeurkunde nennt als Anzeigende Anna Elisabetha Mehringer, geb. Baumgärtel, ebenfalls mit Bezug zu Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Sie gab an, beim Tod zugegen gewesen zu sein. Näher bestimmen ließ sie sich über zwei Einträge des Kirchenbuchs Selb. Ihr Geburtseintrag Nr. 215/1874 verzeichnet sie als am in Plößberg 15 geboren, der Eheeintrag Nr. 80/1899 hält ihre Ehe mit Erhard Mehringer fest. Eine standesamtliche Eheurkunde dazu liegt laut Standesamt Selb nicht vor. Ihr Geburtseintrag nennt außerdem den Vater, und über ihn öffnet sich eine eigene kleine Reihe. Johann Christoph Baumgärtel kam am in Schatzbach bei Selb zur Welt, belegt durch den Geburtseintrag Nr. 158/1846. Sein Eheeintrag Nr. 52/1874 führt als seinen Vater Johann Michael Baumgärtel, angehender Müllermeister von Schatzbach, und dessen eigener Eheeintrag Nr. 24/1838 nennt darüber noch Johann Wolfgang Baumgärtel, ebenfalls Müllermeister. Damit steht neben der Baumgärtel-Linie der Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, eine zweite Baumgärtel-Familie im selben Raum, die sich über drei Generationen belegen lässt. Der gemeinsame Geburtsname und die Adresse Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, machen sie zu einem beachtenswerten Ansatzpunkt. Bewiesen ist eine direkte Verwandtschaft damit aber nicht, zumal die Elternangaben im Eheeintrag schlecht erhalten sind.
2.6 Emma Bucka (ältere Schwester meiner Urgroßmutter)
um 08:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 16/1892, Standesamt Vielitz bei Selb
Nr. 151/1892, Kirchenbuch Selb
Georg Nikol Hornfischer (gerichtlich festgestellt)
Anna Katharina Bucka
Emma Bucka / Anna Margareta Bucka
um 09:30 Uhr
Rehau, Bayern
Nr. 84/1972, Standesamt Rehau
Lange war Emma für mich nur ein Name aus den Erzählungen meiner Großtante: die ältere Schwester, die sich nach dem frühen Tod der Mutter um die kleine Frieda kümmerte. Heute steht sie nicht mehr nur in der Erinnerung, denn gleich mehrere Urkunden geben ihr einen festen Platz in dieser Geschichte.
Emma Bucka kam am in Vielitz unehelich zur Welt. Standesamtlich ist ihre Geburt in der Geburtsurkunde Nr. 16/1892 des Standesamts Vielitz bei Selb festgehalten, die Vielitz Haus Nr. 12 als Geburtsort nennt. Kirchlich steht sie im Geburtseintrag Nr. 151/1892 des Kirchenbuchs Selb. Beide Dokumente nennen als Mutter die ledige Fabrikarbeiterin Anna Katharina Bucka, dieselbe Frau, die dreizehn Jahre später auch Frieda gebar. Emma und Frieda waren damit Schwestern mütterlicherseits, wahrscheinlich Halbschwestern. Ein Detail am Rand des Eintrags lässt aufhorchen. Emma wird dort als zweites Kind ihrer Mutter geführt. Das damit vorausgesetzte ältere Kind ist, wie im vorigen Abschnitt geschildert, ihr 1888 geborener Bruder Johann Jakob. Insgesamt sind heute vier Kinder bekannt, nach Emma folgten noch Hans im Jahr 1899 und meine Urgroßmutter Frieda Emma im Jahr 1905.
Wie nah sich die beiden Bucka-Schwestern Eva Katharina und Anna Katharina standen, zeigt sich bis in die Taufpaten hinein. Anna Katharina stand 1891 als Patin bei Evas Sohn Johann, dem späteren Max Fuchs. Umgekehrt übernahm Eva 1892 die Patenschaft für Anna Katharinas Tochter Emma. Sieben Jahre später wiederholte sich das beim dritten Kind, das der kirchliche Geburtseintrag noch Johann nennt und das später als Hans bekannt wurde: Der Geburtseintrag Nr. 54/1899 nennt Eva Katharina als stellvertretende Taufpatin, neben dem 1862 geborenen Johann Jakob Bucka, dem Bruder beider Schwestern. Noch eine Generation später wird Emma selbst in Friedas Geburtseintrag Nr. 289/1905 als Patin genannt, als „Schwester des Kindes“. Hinter diesen Patenschaften stand gelebter Zusammenhalt und bis heute stützen sie die verwandtschaftlichen Linien unabhängig von den reinen Geburtsangaben.
Mit Emma kam ein Vorgang ans Licht, der dem Bucka-Komplex eine völlig neue Facette hinzufügt. Im Bestand des Amtsgerichts Selb liegt die Zivilprozessakte 58, eine Vaterschafts- und Alimentensache zu einem 1892 geborenen Kind, das die Akte unter dem Namen Anna Margareta führt. Beklagter war der ledige Metzger Georg Nikol Hornfischer, gebürtig aus Kirchenlamitz bei Selb, zuletzt in Eger (heute Cheb) und zur Zeit des Verfahrens unbekannten Aufenthalts. Am stellte das Königliche Amtsgericht Selb seine Vaterschaft fest und verurteilte ihn „im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern“ zur Zahlung von Alimenten.
Eine Ehe oder dauerhafte Beziehung zwischen ihm und Anna Katharina Bucka lässt sich daraus nicht ableiten. Auf der Klägerseite stand neben der Mutter der Vormund des Kindes, der Webermeister Michael Bucka aus Vielitz, Anna Katharinas Vater. Am wurde er als Vormund verpflichtet. Er trat damit zum zweiten Mal binnen gut dreizehn Monaten in dieser Rolle auf, denn schon am hatte er die Vormundschaft für meinen Urgroßvater Johann Bucka übernommen.
An dieser Stelle stößt man auf eine Namensfrage, die zunächst stutzig macht. Die standesamtliche Geburtsurkunde und die Gerichtsakte führen das Kind als Anna Margareta, das Kirchenbuch dagegen ausdrücklich nur als Emma. Kirchlich getauft wurde sie also unter dem Namen Emma, und Emma blieb auch der gebräuchliche Vorname, unter dem sie in der Familie weiterlebte und der bis heute in der Überlieferung steht. Dass es sich bei Anna Margareta und Emma um ein und dieselbe Person handelt, steht dabei außer Frage. Alle Quellen nennen denselben Geburtstag, den , und dieselbe Mutter. Vor allem sind die Angaben zur Mutter in der standesamtlichen Geburtsurkunde und im kirchlichen Geburtseintrag vollständig deckungsgleich. Wo Geburtsdatum und Mutterangaben so genau zusammenfallen, kann ein abweichender Vorname die Identität nicht erschüttern. Den sinnfälligsten Beleg dafür sollte allerdings erst ihre eigene Heirat liefern.
Dass ein bürgerlich geführter Vorname und der kirchliche Tauf- und Rufname auseinanderliefen, war im 19. Jahrhundert außerdem nichts Ungewöhnliches. Vornamen lagen damals weit weniger fest als heute, und Abweichungen zwischen amtlichen und kirchlichen Aufzeichnungen kommen häufiger vor. Dasselbe zeigt sich bei meinem Urgroßvater Max Fuchs. Seine standesamtliche Geburtsurkunde Nr. 6/1891 und sein kirchlicher Geburtseintrag Nr. 102/1891 führten ihn zunächst beide als Johann Bucka, ehe der Kirchenbucheintrag durch eine nachträgliche Korrektur zu Johann Max Fuchs umgeschrieben wurde. Solche Abweichungen, ob gleich bei der Eintragung oder erst durch spätere Korrektur, gehörten zur damaligen Aktenführung schlicht dazu.
Eines möchte ich ausdrücklich festhalten, weil sich sonst schnell ein falscher Schluss aufdrängt. Georg Nikol Hornfischers Vaterschaft betrifft allein Emma. Für Frieda ist daraus nichts abzulesen. Friedas Vater bleibt weiterhin unbekannt, weder Geburtseintrag noch Geburtsurkunde nennen einen Namen, und auch eine Anfrage beim Staatsarchiv Bamberg führte ins Leere. Hornfischer gehört damit zu Emmas Vorgeschichte, nicht zu meiner direkten Linie.
Emmas eigener Lebensweg führte später nach Rehau, wo sie am Martin Zapf, geboren am in Rehau (Geburtsurkunde Nr. 82/1888), heiratete. Diese Ehe kannte ich zunächst nur aus einem Randvermerk auf ihrer Sterbeurkunde, heute liegt mir die Eheurkunde Nr. 22/1913 des Standesamts Rehau in Form einer beglaubigten Kopie vor. Und mit dieser Urkunde wird die ganze Namensfrage auf einmal klar. Emma unterschrieb sie mit eigener Hand und deutlich lesbar als „Emma Zapf“. Knapp neun Monate später, am , trug der Standesbeamte am Rand einen Berichtigungsvermerk ein, der auf einer Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom beruhte. Danach hatte die Unterschrift der Ehefrau nicht „Emma Zapf“ zu lauten, sondern „Anna Margareta Zapf“.
Gerade dieser Vermerk macht die Zuordnung eindeutig. Emma unterschrieb mit dem Namen, unter dem sie ihr Leben lang bekannt war. Das Standesamt beanstandete diese Unterschrift und verlangte die amtliche Form Anna Margareta. Deutlicher als durch diese eigenhändige Unterschrift und ihre spätere Berichtigung lässt sich kaum zeigen, dass beide Namen ein und dieselbe Frau meinen. Die Einwohnermeldekartei ihres Mannes bestätigt das später aus Sicht des Meldewesens noch einmal, dort wurde sie als „Anna Margareta, genannt Emma, geborene Bucka“ eingetragen. Emma überlebte ihren Mann und starb am in Rehau, im Alter von 79 Jahren. Den Tod zeigte ihre Tochter an, die mit ihr im selben Haushalt lebte. Wo sie begraben liegt, weiß ich bis heute nicht. Die Friedhofsverwaltung der Stadt Rehau teilte mir auf Anfrage mit, dass sie dort nicht bestattet wurde, obwohl sie mehr als ein halbes Leben in diesem Ort verbracht hatte.
Und doch ist Emma für das Gesamtbild ein besonderer Gewinn, weil sie aus den Akten heraus bestätigt, was die Familie über Generationen mündlich bewahrt hat: dass es eine ältere Schwester gab, die Frieda nach dem Tod ihrer Mutter auffing. Zugleich schärft sie den Blick auf Michael Bucka, der in den Gerichtsunterlagen gleich zweimal als der Mann sichtbar wird, der für die unehelichen Kinder seiner Töchter geradestand.
2.7 Johann Michael Bucka / Michael Bucka (zweifacher Ur-Ur-Urgroßvater)
um 07:00 Uhr
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 70/1822, Kirchenbuch Selb
Weber, auch Webermeister
Johann Nicol Bucka, Bauer in Vielitz, dort geboren am , gestorben am ebenda (mein zweifacher Ur-Ur-Ur-Urgroßvater)
Rosina Christiana Bucka, geb. Leupold, geboren am in Selb, gestorben am in Vielitz (meine zweifache Ur-Ur-Ur-Urgroßmutter)
um 13:00 Uhr, Beisetzung am in Selb
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern, Deutsches Reich
Nr. 45/1902, Kirchenbuch Selb
Nr. 1/1902, Standesamt Vielitz bei Selb
Lungenschwindsucht
Johann Michael Bucka ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Komplexes, der Knoten, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Er war der Vater von Eva Katharina und Anna Katharina, Ehemann von Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, und über seine beiden Töchter der gemeinsame Großvater von Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka. In manchen Quellen heißt er Johann Michael, in anderen nur Michael. Mehrere Kirchenbucheinträge und eine standesamtliche Sterbeurkunde sichern seine Identität ab.
Dass beide Namensformen ein und denselben Mann beschreiben, ist für die ganze Beweisführung zentral, denn Eva ist als Tochter eines Michael Bucka belegt, Anna Katharina als Tochter eines Johann Michael Bucka. Der Eheeintrag Nr. 4/1858 führt den Bräutigam als Johann Michael Bucka, der spätere Sterbeeintrag Nr. 45/1902 nur als Michael Bucka.
Entscheidend ist ein nachträglicher Vermerk im Eheeintrag, der auf das Sterbejahr 1902 verweist und damit beide Einträge derselben Person zuordnet. Die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb bestätigt das.
Diese standesamtliche Urkunde ist auch sonst ein Glücksfall. Sie führt Michael Bucka als Webermeister in Vielitz Haus Nr. 12 und nennt als Eltern Nikol Bucka und Rosina, geb. Leupold. Den Tod zeigte Johann Oswald Bucka an, der dabei als Sohn des Verstorbenen geführt wird. Die Sterbeurkunde des Vaters belegt nebenbei auch den Sohn, was für Oswalds Rolle als Seitenbeleg noch wichtig wird. Beigesetzt wurde Michael Bucka am in Selb.
Am eindrücklichsten wird Michael Bucka aber nicht durch seine Daten, sondern durch sein Handeln. In zwei aufeinanderfolgenden Jahren trat er für die unehelich geborenen Kinder seiner Töchter als Vormund ein. Am wurde er im Verfahren um Evas Sohn Johann, den späteren Max Fuchs, nach Belehrung über seine Pflichten und Rechte durch Handgelübde an Eidesstatt in Pflicht genommen. Das Protokoll des Königlichen Amtsgerichts Selb, aufgenommen in der Pflegschaftseinleitung über das Kind, bezeichnet ihn dabei als Vater der Kindesmutter Eva Bucka und als Weber Michael Bucka von Vielitz.
Nur ein Jahr später, in der Zivilprozessakte 58 zur Vaterschaftssache der Anna Katharina Bucka gegen Georg Nikol Hornfischer, übernahm er dieselbe Rolle erneut, diesmal für deren Kind Emma. In beiden Fällen handelte er nicht als biologischer Vater, sondern als Großvater und gesetzlicher Vertreter. Gleich zweimal stellte sich derselbe Mann schützend vor ein uneheliches Enkelkind. Aus den nüchternen Gerichtsakten tritt dadurch ein Charakter hervor, der sich seiner Verantwortung nicht entzog.
Auch ältere und gerichtliche Quellen ordnen ihn fest in den Familienverband ein. Sein eigener Geburtseintrag Nr. 70/1822 nennt ihn Sohn von Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold, und das Protokoll Nr. 1634/1891 zur Vaterschaftsanerkennung des Kindes Johann Bucka weist ihn als Weber zu Vielitz und Vater der Eva Bucka aus. So greifen Geburtseintrag, Eheeintrag, Gerichtsakten und standesamtliche Sterbeurkunde an mehreren Stellen ineinander.
Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, hatten über die bereits genannten Töchter hinaus weitere Kinder. Durch Geburtseinträge belegt sind heute sechs: Eva Katharina von 1857, Johann Adam, geboren 1859 und bereits 1872 im Alter von zwölf Jahren verstorben (Geburtseintrag Nr. 60/1859 und Sterbeeintrag Nr. 25/1872, Kirchenbuch Selb), Johann Oswald von 1860, Johann Jakob von 1862 (Geburtseintrag Nr. 172/1862, Kirchenbuch Selb), Anna Katharina von 1865 und Margaretha Katharina, geboren am (Geburtseintrag Nr. 9/1867, Kirchenbuch Selb). Den Sohn von 1862 hatte ich nach dem Geburtseintrag Nr. 172/1862 zunächst als Johann Jarrs gelesen. Der Familienbogen von Michael Bucka nennt den Vornamen jedoch deutlich lesbar als Jakob, womit ich die frühere Lesung verworfen habe.
Der Eintrag zu Johann Jakob öffnet dabei beiläufig einen weiteren Faden, denn als dessen Pate tritt ein gleichnamiger Onkel auf, ein lediger Webergeselle und Bruder von Johann Michael. Auch diesen älteren Johann Jakob Bucka konnte ich im Kirchenbuch Selb belegen. Sein Geburtseintrag Nr. 34/1835 verzeichnet ihn als am in Vielitz geborenen Sohn von Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana, geb. Leupold. Ein späterer Lebensbeleg kommt hinzu: Am heiratete er in Rehau Margaretha Johanna Gläsel (geboren am ebenda, Geburtseintrag Nr. 97/1845). Die Eheschließung wurde im Eheeintrag Nr. 10/1869 des Kirchenbuchs Rehau und ohne fortlaufende Nummer auch im Kirchenbuch Selb dokumentiert. Der Eheeintrag bestätigt zugleich sein Geburtsdatum und die Zuordnung zu seinen Eltern, wenn auch mit einer kleinen Unschärfe: Er führt die Mutter als Rosina Margaretha, geb. Leupold, während die Primärquellen als zweiten Vornamen Christiana nennen.
Aus dieser Ehe ging der Zweig hervor, der die Familie Bucka bis heute in Rehau hält. Im dortigen Kirchenbuch ist unter Nr. 44/1874 der Sohn Johann Oswald Bucka eingetragen, geboren am in Rehau, Haus Nr. 283. Er arbeitete als Maurer und wohnte später in Rehau, Haus Nr. 403. Am heiratete er die am geborene Anna Pietschmann, festgehalten im Eheeintrag Nr. 33/1895 des Kirchenbuchs Rehau. Ihr erstes Kind Johann Oswald Ferdinand Bucka kam gut zwei Monate nach der Trauung zur Welt, am , dokumentiert im selben Band unter Nr. 127/1895. Auf diese Linie bin ich erst spät gestoßen. Über eine Telefonbuchrecherche fand ich im einen Dieter Bucka in Rehau und schrieb ihm einen Brief. Geantwortet hat am eine Angehörige dieses Rehauer Familienzweigs im Auftrag ihrer Mutter. Ihr Brief führt die Reihe von Johann Oswald Ferdinand Bucka über die 1921 geborene Erna Bucka weiter zu Dieter Bucka, Jahrgang 1943, gestorben im . Was das Schreiben für die Rehauer Generationen ab 1835 angibt, hat sich an den Kirchenbüchern in allen prüfbaren Punkten bestätigt.
Eine besondere Rolle unter den Kindern von Johann Michael Bucka nimmt ein weiterer Johann Oswald Bucka ein, geboren 1860 in Vielitz und nicht zu verwechseln mit seinem 1874 in Rehau geborenen Vetter desselben Namens. Der 1860 Geborene zählt nicht zu meinen direkten Vorfahren, ist als weiteres belegtes Kind desselben Elternpaares aber ein wertvoller Seitenbeleg für den ganzen Familienverband. Ihm widme ich deshalb ein eigenes Kapitel.
Den Abschluss bilden vier Urkunden aus der älteren Linie. Die folgenden Abbildungen zeigen die Einträge zu Michaels Eltern Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold sowie zu seinem Großvater Johann Balthasar Bucka. Ihre Auswertung folgt im Abschnitt zum Anschluss an die ältere Bucka-Generation.
2.8 Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel (zweifache Ur-Ur-Urgroßmutter)
oder
Stopfersfurth bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 51/1831, Kirchenbuch Selb
Johann Baumgärtel
Anna Catharina Baumgärtel, geb. Baumgärtel. Wegen der auffälligen Namensgleichheit der Nachnamen sollte diese Angabe Gegenstand zukünftiger Nachforschungen zur Baumgärtel-Linie sein.
in Vielitz bei Selb
um 06:00 Uhr, Beisetzung am
Vielitz bei Selb, Königreich Bayern
Nr. 85/1870, Kirchenbuch Selb
Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, war die Ehefrau von Johann Michael Bucka und damit gemeinsam mit ihm die Stammmutter, von der die beiden später wieder zusammenlaufenden Bucka-Zweige ausgehen. Über ihre Tochter Eva Katharina führt die Linie zu Johann Max Fuchs, über ihre Tochter Anna Katharina zu Frieda Emma Bucka. Ihre Identität ist quellenkritisch etwas anspruchsvoller als bei den übrigen Schlüsselpersonen, weil ihre Namensformen in den Quellen leicht wechseln.
Im Geburtseintrag Nr. 51/1831 wird sie als Catharina Margaretha Baumgärtel geführt, geboren am in Stopfersfurth bei Selb, als Vater ist Johann Baumgärtel genannt. Spätere Quellen sprechen dagegen von Anna Katharina Baumgärtel oder, nach der Heirat, von Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Diese Zuordnung führe ich bewusst als sehr wahrscheinlich und nicht als restlos bewiesen, doch die Indizien fügen sich dicht zusammen. Der Herkunftsort Stopfersfurth taucht nicht nur im Geburtseintrag auf, sondern kehrt in mehreren späteren Quellen wieder, und im fraglichen Zeitraum ließ sich im Raum Selb kein anderer plausibler Geburtseintrag finden.
Vor allem aber sichern die Kinder die Identität ab. Im Geburtseintrag der Tochter Eva heißt die Mutter Anna Katharina Baumgärtel, Tochter des Johann Baumgärtel. Beim Sohn Johann Oswald wird sie als Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth genannt, was den Herkunftsort ein weiteres Mal bestätigt. Und im Geburtseintrag der Tochter Anna Katharina von 1865 heißt sie schließlich Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. So verbinden Herkunftsort, Vatername, Ehekontext und die Belege über die Kinder dieselbe Frau immer wieder miteinander.
Derselbe Geburtseintrag von 1865 öffnet zudem den Blick eine Generation weiter nach oben. Dort ist als Patin Anna Catharina Baumgärtel angegeben, die Witwe des Johann Baumgärtel, und damit die Mutter meiner zweifachen Ur-Ur-Urgroßmutter Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel. Erstmals wird so die Großmutter der Baumgärtel-Seite über eine konkrete Quelle belegt, ein Anhaltspunkt, an dem sich die Mutterlinie künftig sicher weiterverfolgen lässt. Gestützt wird dieser Anschluss zusätzlich durch den Eheeintrag Nr. 3/1825, der die Eheschließung von Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel am festhält. Damit steht das Elternpaar der 1831 geborenen Tochter auf einer eigenen urkundlichen Grundlage. Die auffällige Namensgleichheit der Ehegatten bleibt dabei ein eigener Prüfpunkt für die weitere Baumgärtel-Forschung.
Anna Katharina Buckas weiterer Lebensweg ist knapp umrissen. Die Ehe mit Johann Michael Bucka wurde am in Vielitz geschlossen, gestorben ist sie am ebenda, im Sterbeeintrag Nr. 85/1870 als Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, mit Geburtsort Stopfersfurth und Sterbeort Vielitz geführt. Dieser Eintrag verknüpft ein letztes Mal Geburtsname, Ehename und Herkunft.
Ein kleiner Vorbehalt bleibt redlicherweise bestehen. Nicht alle Namens- und Datumsangaben stimmen ganz exakt überein, der Eheeintrag nennt als Geburtstag den statt des 05.03., und der Zusatzname Margaretha aus dem Geburtseintrag taucht in den späteren Quellen nicht mehr auf. Die Altersangabe im Sterbeeintrag weicht außerdem um genau ein Jahr von dem Alter ab, das sich aus dem wahrscheinlichen Geburtseintrag errechnet. Diese Unschärfen betreffen jedoch allein die Frage, wie sicher der Anschluss der Baumgärtel-Linie nach oben ist. Der Kern, also ihre Rolle als Mutter von Eva, Anna Katharina und Johann Oswald und damit als Stammmutter des Bucka-Knotens, steht davon völlig unberührt und ist durch die eigenen Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträge der Kinder unabhängig gesichert.
2.9 Johann Oswald Bucka, geboren 1860 (Ur-Urgroßonkel)
Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12, Königreich Bayern
Nr. 143/1860, Kirchenbuch Selb
Johann Michael Bucka
Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth
in Selb, Eheeintrag Nr. 7/1886 und Eheurkunde Nr. 11/1886
Einfüller, nach regionalem Kontext vermutlich Fabrikarbeiter im Umfeld der Selber Porzellanindustrie
Der 1860 geborene Johann Oswald Bucka gehört nicht zur direkten Linie über Max Fuchs oder Frieda, und doch ist er einer der wertvollsten Zeugen des ganzen Komplexes. Als weiteres belegtes Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, stützt er den Familienverband in Vielitz Haus Nr. 12 von einer unabhängigen Seite. Wo Eva und Anna Katharina die Linien nach unten tragen, sichert Oswald das Elternpaar gewissermaßen quer ab.
Geboren wurde er am in Vielitz Haus Nr. 12, getauft am , festgehalten im Geburtseintrag Nr. 143/1860. Dieser Eintrag verzeichnet mehr als eine weitere Geburt. Er nennt als Mutter Anna Katharina Baumgärtel zu Stopfersfurth, und genau diese Herkunftsangabe schlägt die Brücke zur Baumgärtel-Seite. Sie erhärtet die Identifizierung der Mutter mit der in Stopfersfurth geborenen Catharina Margaretha Baumgärtel aus dem Geburtseintrag Nr. 51/1831. Johann Oswald belegt damit nicht nur sich selbst, sondern festigt zugleich die Mutterlinie.
Bestätigt wird seine Herkunft ein zweites Mal durch seinen Eheeintrag. Am heiratete er Margaretha Katharina Günthert, geboren am . Die Ehe ist kirchlich im Eheeintrag Nr. 7/1886 und standesamtlich in der Eheurkunde Nr. 11/1886 dokumentiert. In diesen Dokumenten wird er als Sohn des Webers Johann Michael Bucka zu Vielitz und dessen Ehefrau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, geführt. Damit nennen zwei zeitlich auseinanderliegende Quellen, Geburtseintrag und Eheeintrag, dieselbe Elternkonstellation. Bemerkenswert ist der Altersunterschied der Eheleute. Die Braut war bei der Eheschließung 46 Jahre alt, der Bräutigam 25, beide werden im Eintrag als ledig geführt.
Ein drittes Mal taucht er an einer Stelle auf, die ich bereits bei seinem Vater erwähnt habe. In der standesamtlichen Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb ist Johann Oswald derjenige, der den Tod von Johann Michael Bucka anzeigt, und er wird dort als Sohn des Verstorbenen geführt. Die Urkunde nennt auch seinen Beruf: Einfüller. Diese Bezeichnung lässt sich keinem festen Handwerk zuordnen, passt aber gut in das industriell geprägte Selb um 1900, wo neben gelernten Porzellanarbeitern viele angelernte Kräfte in den Fabriken Arbeit fanden. Wahrscheinlich ist damit eine einfache Tätigkeit im Umfeld der Porzellanherstellung gemeint.
Gerade weil Johann Oswald gleich dreifach belegt ist, durch Geburt, Heirat und die Sterbeurkunde des Vaters, festigt er den Familienverband Vielitz Haus Nr. 12 erheblich und stärkt die Hauptbeweiskette von außen. Sein eigenes Lebensende liegt dagegen noch im Dunkeln. Die digital und öffentlich verfügbaren Sterbeeinträge des Kirchenbuchs Selb sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit nur bis einschließlich 1911 einsehbar, und bis dahin ist sein Tod dort nicht nachweisbar. Er starb demnach entweder nach 1911 oder außerhalb von Selb und direkter Umgebung.
3. Zusammenfassende Beweisketten
3.1 Eva Katharina Baumgärtel → Eva Bucka → Eva Fuchs
Die drei Namensformen bezeichnen dieselbe Person, und die Quellen belegen den Übergang lückenlos.
Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 verzeichnet die Geburt am in Vielitz Haus Nr. 12 unter dem Namen Eva Katharina Baumgärtel. Als Vater steht dort Michael Bucka, als Mutter Anna Katharina Baumgärtel. Weil die Eltern erst am heirateten, wurde das Kind zunächst unter dem Namen der Mutter geführt. Der Vermerk „p. s. m. legitimiert“ im selben Eintrag hält die Legitimation durch die nachfolgende Heirat fest und erklärt den Wechsel zu Eva Bucka. Gestützt wird dieser Wechsel durch das abweichende Schriftbild von ursprünglichem Eintrag und späterer Ergänzung.
Die dritte Form ergibt sich aus der Ehe mit Johann Nikol Fuchs am in Neuberg. Ein eigener Eheeintrag fehlt, das Datum sichert jedoch der Randvermerk im Geburtseintrag Nr. 102/1891 ihres Sohnes Max Fuchs, und der Sterbeeintrag Nr. 19/1931 nennt sie Witwe des Johann Nikol Fuchs unter beiden Namen, Fuchs und geb. Bucka. Somit ist die Kette geschlossen: Eva Katharina Baumgärtel zu Eva Bucka zu Eva Fuchs.
3.2 Johann Bucka → Johann Max Fuchs → Max Fuchs
Auch hier führen mehrere Quellen denselben Menschen über einen Namenswechsel hinweg zusammen.
Die Geburtsurkunde Nr. 6/1891 des Standesamts Vielitz bei Selb beurkundet das Kind als Johann Bucka, Mutter Eva Bucka, ledige Dienstmagd, angezeigt durch Michael Bucka, der dort als ihr Vater geführt wird. Der Geburtseintrag Nr. 102/1891 nennt zunächst ebenfalls nur „Bucka, Johann“. Erst nachträglich kamen der Familienname Fuchs, der Zusatzname Max und die Vaterangabe Johann Nikol Fuchs hinzu, erkennbar an der abweichenden Handschrift.
Die rechtliche Grundlage liefert das Protokoll des Königlichen Amtsgerichts Selb Nr. 1634/1891 vom , in dem Johann Nikol Fuchs die Vaterschaft anerkennt. Der Vermerk „lg. p. s. m.“ im Geburtseintrag hält die anschließende Legitimation durch die Heirat der Eltern fest.
Spätere Quellen bestätigen die Identität über den Tod hinaus. Die Sterbeurkunde Nr. 10/1962 führt ihn als Max Johann Fuchs, der Sterbeeintrag Nr. 12/1962 des Kirchenbuchs Kunreuth als Max Fuchs. Geburtsurkunde, Geburtseintrag, Gerichtsakte und Sterbequellen ergeben zusammen die Kette Johann Bucka zu Max Fuchs.
3.3 Anna Katharina Bucka → Mutter von Frieda Emma Bucka
Die Mutterschaft ist über zwei amtliche Urkunden und eine Adressgleichheit gesichert.
Die Geburtsurkunde Nr. 30/1905 des Standesamts Selb-Plößberg führt Frieda als unehelich geboren am in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20. Als Mutter ist Katharina Bucka genannt, ein Vater fehlt. Diese Mutter ist die am geborene Anna Katharina Bucka, Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel.
Den Ausschlag gibt die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911 derselben Anna Katharina Bucka. Sie nennt als Sterbeort Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, und damit die Adresse, an der Frieda zur Welt kam. Sie führt die Verstorbene als ledige Fabrikarbeiterin und nennt als ihre Eltern Michael Bucka und Anna, geb. Baumgärtel. Die Urkunde verbindet dadurch Friedas Mutter unmittelbar mit dem zentralen Bucka-Elternpaar. Die Altersangabe stützt die Zuordnung zusätzlich, denn mit 46 Jahren am Todestag passt sie rechnerisch genau zur Geburt von 1865.
Geburtsurkunde, Sterbeurkunde der Mutter und die übereinstimmende Adresse in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, ergeben zusammen den Nachweis, dass Anna Katharina Bucka die Mutter von Frieda Emma Bucka war.
3.4 Emma Bucka / Anna Margareta Bucka sind dieselbe Person
Bei Emma laufen zwei Beweisfragen zusammen, die getrennt zu führen sind. Zuerst die Identität der Person trotz zweier Vornamen, danach die Abgrenzung ihrer Vaterschaftssache von Frieda. Der Schwerpunkt liegt auf der ersten Frage, weil sie die Grundlage für alles Weitere bildet.
Ausgangspunkt ist ein Widerspruch in den Quellen. Dieselbe Person wird je nach Herkunft des Dokuments mit zwei voneinander abweichenden Vornamen geführt. Die Geburtsurkunde Nr. 16/1892 des Standesamts Vielitz bei Selb, die Zivilprozessakte 58 des Amtsgerichts Selb und die Sterbeurkunde Nr. 84/1972 des Standesamts Rehau nennen sie Anna Margareta. Der Geburtseintrag Nr. 151/1892 des Kirchenbuchs Selb führt sie dagegen ausdrücklich als Emma Bucka.
Dass beide Formen dieselbe Person meinen, sichern mehrere unabhängig übereinstimmende Angaben. Alle Quellen nennen den als Geburtstag und Vielitz als Geburtsort, die Geburtsurkunde zusätzlich Vielitz Haus Nr. 12. Als Mutter ist die ledige Fabrikarbeiterin Anna Katharina Bucka eingetragen. Vor allem decken sich die Mutterangaben in standesamtlicher und kirchlicher Quelle vollständig, und die Berufsangabe stimmt mit weiteren bekannten Quellen zu Anna Katharina Bucka überein. Wo Geburtsdatum, Geburtsort und Mutterangaben derart genau zusammenfallen, lässt der abweichende Vorname keinen Zweifel an der Identität.
Den Schlussstein liefert eine Behörde selbst. Emma unterschrieb die Eheurkunde Nr. 22/1913 des Standesamts Rehau eigenhändig und deutlich lesbar als „Emma Zapf“. Am berichtigte der Standesbeamte diese Unterschrift durch einen Randvermerk, der auf einer Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom beruhte. Demnach hatte die Ehefrau nicht als „Emma Zapf“ zu unterschreiben, sondern als „Anna Margareta Zapf“. Emma verwendete den Rufnamen, unter dem sie zeitlebens bekannt war, und das Standesamt setzte ihn auf gerichtliche Anordnung hin mit der bürgerlichen Form Anna Margareta gleich. Dass die Namensvarianten Anna Margareta Bucka und Emma Bucka dieselbe Person meinen, ist durch die Berichtigung zweifellos bestätigt.
Ein zweites amtliches Dokument enthält diese Gleichsetzung außerdem wortwörtlich. Die Einwohnermeldekartei von Martin Zapf im Melderegister der Stadt Rehau führt seine Ehefrau als „Anna Margareta, genannt Emma, geborene Bucka“ und verbindet damit beide Namen in einer einzigen Zeile. Was 1914 noch eine gerichtliche Anordnung klären musste, vermerkt die Kartei als schlichte Selbstverständlichkeit.
Zur Einordnung sei ergänzt, dass auseinanderlaufende Amts- und Rufnamen im 19. Jahrhundert nichts Ungewöhnliches waren, wie sich im selben Komplex schon an Max Fuchs zeigt. Die Namensabweichung bei Emma fügt sich in dieses Muster und spricht nicht gegen, sondern für die Identität.
Als Ergebnis ist gesichert, dass Anna Margareta Bucka und Emma Bucka ein und dieselbe Person sind, kirchlich getauft und im Alltag geführt als Emma, standesamtlich und gerichtlich als Anna Margareta.
Von der Identitätsfrage strikt zu trennen ist die Vaterschaft. In der Zivilprozessakte 58 stellte das Königliche Amtsgericht Selb mit Urteil vom Georg Nikol Hornfischer als Vater des 1892 geborenen Kindes fest. Dieser Befund betrifft aber allein Emma. Für Frieda lässt sich daraus nichts ableiten, denn weder ihr Geburtseintrag noch ihre Geburtsurkunde nennen einen Vater, und eine Anfrage beim Staatsarchiv Bamberg blieb ohne Ergebnis. Verbunden sind beide allein über die Mutter, da Emma 1892 und Frieda 1905 als uneheliche Kinder derselben Anna Katharina Bucka belegt sind. Der Nachweis dieser Mutterschaftslinie für Frieda erfolgt im zugehörigen Frieda-Kapitel. Emmas Rolle als zweites Kind, die ihr Geburtseintrag festhält, hat sich im Laufe der Forschungen auch bestätigt. Der Geburtseintrag Nr. 11/1888 nennt Johann Jakob Bucka als erstes Kind, der Eintrag Nr. 54/1899 führt den später Hans genannten Sohn als drittes, und Friedas eigener Geburtseintrag Nr. 289/1905 bezeichnet sie als viertes. Die Kinderfolge ist damit durch vier voneinander unabhängige Quellen gesichert.
3.5 Michael Bucka und Johann Michael Bucka sind dieselbe Person
Diese Gleichsetzung trägt den ganzen Knoten, denn Eva ist als Tochter eines Michael Bucka belegt, Anna Katharina als Tochter eines Johann Michael Bucka. Nur wenn beide Namensformen denselben Mann meinen, hatten die beiden Frauen denselben Vater.
Der Eheeintrag Nr. 4/1858 führt den Bräutigam als Johann Michael Bucka, der Sterbeeintrag Nr. 45/1902 als Michael Bucka. Verbunden werden beide durch einen nachträglichen Vermerk im Eheeintrag, der auf das Sterbejahr 1902 verweist und damit denselben Mann in beiden Einträgen festhält.
Die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 des Standesamts Vielitz bei Selb bestätigt das und liefert die Elternangabe gleich mit. Sie nennt Michael Bucka als Webermeister in Vielitz Haus Nr. 12 und führt als seine Eltern Nikol Bucka und Rosina, geb. Leupold. Die Schreibweise Nikol ist eine zeittypische Variante zu Johann Nicol Bucka. Dieselbe Urkunde nennt Johann Oswald Bucka als anzeigenden Sohn und schließt den Familienverband.
Eheeintrag, Sterbeeintrag, Querverweis und standesamtliche Urkunde führen zusammen zu demselben Ergebnis: Michael Bucka und Johann Michael Bucka waren derselbe Mann. Diese Dokumente verankern ihn in der älteren Bucka- und Leupold-Generation.
3.6 Die Identität der Anna Katharina Bucka, geb. Baumgärtel
Die Mutter der Bucka-Kinder ist mit hoher Wahrscheinlichkeit, aber nicht restlos beweisbar, die im Geburtseintrag Nr. 51/1831 genannte Catharina Margaretha Baumgärtel aus Stopfersfurth bei Selb. Dafür sprechen der mehrfach wiederkehrende Herkunftsort, die übereinstimmenden Mutterangaben in den Geburtseinträgen aller belegten Kinder und das Fehlen jedes anderen plausiblen Geburtseintrags im Raum Selb. Hinzu kommt der Eheeintrag Nr. 3/1825, der die Eheschließung von Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel am festhält. Er belegt das Elternpaar, in dessen Ehe die 1831 geborene Tochter fällt, und passt zur Patin von 1865, die als Witwe desselben Johann Baumgärtel geführt wird. Offen bleibt allein der Wegfall des Zusatznamens Margaretha, was den Anschluss der Baumgärtel-Linie nach oben betrifft, nicht jedoch die über zahlreiche Folgequellen gesicherte Mutterrolle.
3.7 Johann Oswald Bucka von 1860 als zusätzlicher Seitenbeleg
Johann Oswald Bucka von 1860 stützt das zentrale Elternpaar als unabhängiger Zeuge. Geburtseintrag Nr. 143/1860, Eheeintrag Nr. 7/1886 und die Sterbeurkunde Nr. 1/1902 weisen ihn als Kind von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, aus. Als weiteres gesichertes Kind und durch die Herkunftsangabe „zu Stopfersfurth“ sichert er bisherige Forschungsergebnisse zum Familienverband Vielitz Haus Nr. 12 unabhängig von der direkten Linie ab.
3.8 Eva Bucka und Anna Katharina Bucka waren Schwestern
Das Schwesternverhältnis zeigt sich auf zwei Wegen: über die gemeinsamen Eltern und über die gegenseitigen Taufpatenschaften.
Die Elternschaft ist über die Geburtseinträge belegt. Der Geburtseintrag Nr. 44/1857 bezeichnet Eva als Tochter von Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel, der Geburtseintrag Nr. 30/1865 Anna Katharina als Tochter von Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel. Da Michael Bucka und Johann Michael Bucka dieselbe Person sind, hatten beide Frauen dasselbe Elternpaar.
Über diese formale Zuordnung hinaus bezeugen die Quellen die Nähe der beiden direkt, und zwar über ihre gegenseitigen Taufpatenschaften. Im Geburtseintrag Nr. 102/1891 steht Anna Katharina als Patin von Evas Sohn Johann, dem späteren Max Fuchs. Umgekehrt steht Eva im Geburtseintrag Nr. 151/1892 als Patin von Anna Katharinas Tochter Emma. Beide Male wird die Patin ausdrücklich als Schwester der Kindesmutter geführt. Damit liegt weit mehr als ein Indiz vor: Zwei unabhängige Einträge belegen das Schwesternverhältnis urkundlich.
Hinzu kommt, dass sich der Befund räumlich fügt. Beide Linien führen wiederholt nach Vielitz Haus Nr. 12, und ein zweites Ehepaar Michael Bucka und Katharina Baumgärtel ist im Raum Selb nicht nachweisbar. Der weitere Sohn Johann Oswald Bucka ist außerdem als Kind desselben Elternpaares belegt.
Gemeinsame Eltern, gegenseitige Patenschaften und der geschlossene Ortsbezug ergeben zusammen den Schluss, dass Eva und Anna Katharina Bucka Schwestern waren.
3.9 Max Fuchs und Frieda Bucka waren Cousin und Cousine ersten Grades
Diese Verwandtschaft folgt unmittelbar aus dem Schwesternverhältnis und schließt den Kern des Bucka-Knotens.
Mein Urgroßvater Max Fuchs war der Sohn der 1857 geborenen Eva Katharina Bucka, ursprünglich als Johann Bucka geboren und erst später durch Anerkennung und Legitimation zum Namen Max Fuchs gekommen. Meine Urgroßmutter Frieda Bucka war die Tochter der 1865 geborenen Anna Katharina Bucka. Eva Katharina und Anna Katharina waren Schwestern. Daraus folgt zwingend, dass Max und Frieda Cousin und Cousine ersten Grades waren. Die gemeinsamen Großeltern beider waren Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel.
Genau diese Beziehung bildet den eigentlichen Kern des Komplexes, denn mit der Ehe von Max und Frieda liefen zwei Linien desselben Elternpaares wieder zusammen.
3.10 Die Ehe von 1929 als Zusammenführung des Bucka-Knotens
Mit dieser Ehe schließt sich der Bucka-Knoten, weil zwei getrennte Nachkommenlinien desselben Elternpaares wieder zusammenliefen.
Max Fuchs und Frieda Bucka heirateten am in Neuberg, heute Podhradí, im Bezirk Asch. Das Aufgebot vom trägt den Vermerk „einmal für dreimal“, also die einmalige Verkündung anstelle der sonst dreifachen.
Auffällig wird dieses verkürzte Aufgebot erst im Zusammenhang mit Gerdas Geburt. Bereits am , gut vier Wochen vor der Hochzeit, war in Thonbrunn Haus Nr. 13 die gemeinsame Tochter Gerda zur Welt gekommen, festgehalten im Geburtseintrag Nr. 49/1929 des Pfarramts Neuberg (vollständig im Anhang). Der Eintrag nennt Johann Max Fuchs als Vater und Frieda Emma Bucka als Mutter und trägt einen Legitimationsvermerk, der auf die Trauung der Kindeseltern am in Neuberg verweist. Getauft wurde Gerda am selben , dem Hochzeitstag ihrer Eltern, durch denselben Pfarrer Hans Mikuletz, der auch die Trauung vornahm. Anders als ihr Vater, der 1891 zunächst als Johann Bucka in die Bücher kam, steht sie von der ersten Eintragung an als Fuchs im Taufbuch.
Zum verkürzten Aufgebot vermerkt der Eheeintrag eine „Nachsicht vom 2. und 3. Aufgebot“ vom (Zl. 41952). Die einmalige Verkündung beruhte also auf einer förmlich erteilten Dispens, einer Befreiung von einer geltenden Rechtsvorschrift im begründeten Einzelfall. Ob Gerdas Geburt der Anlass war, lässt sich nicht beweisen, zumal der unmittelbar folgende Eintrag desselben Trauungsbuchs eine gleichartige Nachsicht trägt und verkürzte Aufgebote dort zu dieser Zeit offenbar nicht ungewöhnlich waren. Der Ablauf von Geburt, Aufgebot, Dispens und Trauung binnen gut eines Monats zeigt aber deutlich: Die Eltern führten die Ehe und damit die Legitimation ihrer Tochter erkennbar zügig herbei.
Damit wiederholt sich das Grundmuster des Bucka-Komplexes ein drittes Mal, nun bei meinen Urgroßeltern selbst, allerdings mit einem bezeichnenden Unterschied. Eva wartete gut zehn Monate auf ihre Legitimation, Max sogar neun Jahre, Gerda wurde dagegen schon wenige Wochen nach ihrer Geburt durch die Ehe ihrer Eltern legitimiert und stand im Taufbuch von Anfang an als Fuchs. Zwei Menschen, die beide selbst unehelich geboren worden waren, sorgten dafür, dass ihre Tochter diesen unbequemeren Weg nicht gehen musste.
Auch das Umfeld der Trauung spiegelt den familiären Zusammenhalt. Trauzeugen waren Hans Bucka aus Grünhaid, Gemeinde Schönwald, und Martin Zapf, Schlosser in Rehau, der Ehemann von Friedas älterer Schwester Emma. Dieser Hans Bucka ist der 1899 geborene Sohn von Friedas Mutter Anna Katharina und damit ihr sechs Jahre älterer Bruder mütterlicherseits, wahrscheinlich ein Halbbruder. Die Einwohnermeldekartei der Gemeinde Schönwald nennt sein Geburtsdatum , seine Mutter Katharina Bucka, seinen Zuzug aus Selb-Plößberg nach Grünhaid am und seinen Beruf als Porzellansortierer bei Rosenthal. Name, Beruf und Wohnort stimmen mit dem Eheeintrag überein, der ihn als „Hans Bucka, Porzellansortierer in Grünhaid, Gemeinde Schönwald“ bezeichnet. Mit Hans Bucka und Martin Zapf waren beide Trauzeugen nahe Angehörige der Braut. Für Martin Zapf war es nicht das erste Mal. Schon am hatte er in Selb bei der Eheschließung von Johann Jakob Bucka und Katharina Heinrich unterschrieben, damals als Schwager des Bräutigams. Die Eheurkunde Nr. 96/1923 nennt sein Alter mit 35 Jahren, passend zu seinem Geburtsdatum, sowie die Anschrift Rehau, Untere Ludwigstr. 144. Binnen sechs Jahren stand er damit zweimal für ein Kind der Anna Katharina Bucka ein.
Ein weiterer Beleg für dieses Einstehen füreinander führt in das Jahr 1920. Als Hans Bucka am nach Grünhaid in das Haus Nr. 37 zog, heiratete er dort am selben Tag die zwanzigjährige Babetta Liebner, die bereits in Grünhaid lebte, festgehalten in der Eheurkunde Nr. 35/1920 des Standesamts Schönwald. Als zweiten Trauzeugen nennt sie den Kutscher Johann Bucka, 32 Jahre alt und wohnhaft in Selb, was auf den Jahrgang 1888 und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den ältesten Bruder Johann Jakob führt. Über drei Hochzeiten hinweg ergibt sich damit ein Muster. 1920 unterschrieb wohl Johann Jakob für seinen jüngeren Bruder Hans, 1923 war es Martin Zapf für Johann Jakob, und 1929 unterschrieben Hans und Martin Zapf gemeinsam für Frieda. Innerhalb von neun Jahren traten die Kinder der Anna Katharina Bucka und ihr Schwager Martin Zapf dreimal wechselseitig füreinander ein. Der Zusammenhalt, den die Trauung von 1929 zeigt, war damit keine Ausnahme, sondern die Regel.
Über das Persönliche hinaus liegt die genealogische Bedeutung der Ehe von Max und Frieda in der Struktur dahinter. Der Familienverband hatte sich über die beiden Töchter Eva Katharina und Anna Katharina in zwei Linien verzweigt, über Eva zu Max Fuchs, über Anna Katharina zu Frieda Bucka. Mit der Heirat von 1929 wurden diese beiden Linien wieder vereinigt.
Die Familie verlief damit nicht geradlinig nach unten, sondern bildete innerhalb desselben Verbands eine spätere Rückverbindung. Sie führt zu einem Phänomen, das die Genealogie als Ahnenverlust bezeichnet. Gemeint ist damit, dass die Zahl der tatsächlichen direkten Vorfahren kleiner ist als die rechnerisch mögliche, weil dieselben Ahnen in mehreren Linien vorkommen.
3.11 Der Anschluss an die ältere Bucka-Generation im 18. Jahrhundert
Über Johann Michael Bucka hinaus lässt sich die Linie heute deutlich weiter ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen und mit Quellen belegen. Den Ausgangspunkt bildet Johann Nicol Bucka, der Vater von Johann Michael. Sein Geburtseintrag Nr. 170/1796 verzeichnet die Geburt am in Vielitz und nennt als Eltern Johann Balthasar Bucka, Bauer in Vielitz, und Katharina Wölfl. Sein Sterbeeintrag Nr. 24/1842 führt ihn als Bauer in Vielitz, gestorben am , mit einer Altersangabe von 45 Jahren, 3 Monaten weniger 2 Tagen, die rechnerisch exakt auf das Geburtsdatum 1796 trifft. Beide Einträge sichern dieselbe Person.
Seine Ehe mit Rosina Christiana Leupold ist über den Eheeintrag Nr. 21/1821 für den in Vielitz belegt. Dieser Eintrag leistet zweierlei. Er weist Johann Nicol als Bauer in Vielitz aus und bezeichnet ihn zugleich als einzigen ledigen Sohn des bereits verstorbenen Johann Balthasar Bucka, womit er den Vater benennt und dessen Tod vor 1821 festhält. Rosina Christiana Leupold wird dort vierte ledige Tochter des ebenfalls verstorbenen Johann Leupold genannt. Ihr Geburtseintrag führt darüber hinaus ihre Mutter Katharina Margaretha Hunger und macht die Leupold-Hunger-Linie damit erstmals unmittelbar sichtbar. Rosina selbst steht nun mit eigenen Einträgen in den Quellen und nicht länger allein als Ehefrau am Rand. Der Geburtseintrag Nr. 70/1801 verzeichnet ihre Geburt am in Selb. Ihr Sterbeeintrag Nr. 69/1861 nennt den Tod am in Vielitz, mit einer Altersangabe von 60 Jahren, 2 Monaten und 22 Tagen, die genau auf den neu belegten Geburtseintrag führt. Damit bestätigen sich Geburts- und Sterbeeintrag gegenseitig.
Aus dieser Ehe sind heute sechs Kinder belegt, und damit ist auch die Geschwisterreihe des Johann Michael Bucka geschlossen. Nach ihm selbst, geboren 1822, folgten Magdalena Margaretha am (Geburtseintrag Nr. 161/1824, gestorben am , Sterbeeintrag Nr. 98/1881), Catharina Barbara am (Nr. 5/1827), Anna Maria am (Nr. 126/1829), Eva Catharina am (Nr. 40/1832) und schließlich Johann Jakob am , der später nach Rehau ging. Alle sechs sind im Kirchenbuch Selb mit Vielitz als Geburtsort eingetragen. Die Lebenswege der vier Töchter bleiben weitgehend offen.
Den Anschluss oberhalb Johann Nicol Buckas bildet dessen Vater Johann Balthasar Bucka, dokumentiert im Sterbeeintrag Nr. 119/1808. Ein eigener Geburtseintrag liegt wegen stark unleserlicher Kirchenbücher nicht vor, doch die Urkunde nennt den Tod am in Vielitz und eine Altersangabe von 47 Jahren, 7 Monaten und 27 Tagen, woraus sich ein Geburtsdatum am errechnet. Bestätigt wird seine Einordnung durch den Eheeintrag seines Sohnes von 1821, der ihn als verstorbenen Vater ausweist, sowie durch den Geburtseintrag desselben Sohnes von 1796, in dem er als Bauer in Vielitz bezeichnet wird. Aus dem erschlossenen Namen Johann Balthasar Bucka ist damit ein Mensch mit eigenen Lebensdaten geworden. Seine Frau Katharina Wölfl bleibt als Mutter von Johann Nicol über den Geburtseintrag von 1796 belegt, eigene Lebensdaten zu ihr fehlen bislang, auch hier wegen stark unleserlicher Kirchenbücher im relevanten Zeitraum.
Mittlerweile kann die Linie um zwei weitere Generationen ergänzt werden. Ein Brief aus dem Rehauer Familienzweig vom , geschrieben nach den Aufzeichnungen der Mutter der Absenderin, gibt als Eltern des 1761 geborenen Johann Balthasar Bucka einen Vater desselben Namens an, zur Welt gekommen 1731 in Vielitz, sowie Katharina Geyer, geboren 1736 in Brunn. Familienüberlieferung allein würde für eine solche Zuordnung nicht genügen. Die im selben Schreiben mitgeteilte Eheschließung am in Selb ist jedoch durch den Eheeintrag Nr. 4/1755 des Kirchenbuchs Selb gedeckt, eine Primärquelle, die unabhängig von der Rehauer Erinnerung entstand. Der Eintrag gibt weit mehr her als ein Datum. Er findet sich im Selber Mischkirchenbuch für Taufen, Trauungen und Bestattungen 1748 bis 1770 unter der Überschrift „Numerus proclamatorum et copulatorum 1755“ und ist trotz Wasserflecken und verblasster Tinte bis auf eine Lücke gut lesbar: „Jo[h]a[nn]es Balthasar, Meister Balthasar Pucka, Inwohners u[nd] Schuhmachers in Villitz, mittlerer Sohn, und Katherina, weil[and] Johann Adam Geyers in Brunn […] eintzige Tochter wurden nach 3maliger Proclamation copulirt, den 13. Febr[uar].“
Die Schreibung Pucka verweist dabei nicht auf einen anderen Familiennamen, sie folgt einer Mundart, in der anlautendes b und p ineinander übergingen. Der Eintrag nennt die Väter des Ehepaars, nicht jedoch die Mütter. Auf der Seite des Bräutigams steht Balthasar Bucka, bezeichnet als Meister, Inwohner und Schuhmacher in Vielitz. Die Bezeichnung Inwohner war regional nicht einheitlich. In fränkischen Quellen meinte sie häufig einen Mieter oder einen Einwohner ohne eigenes Haus. Welche Besitz- oder Gemeinderechte Balthasar Bucka in Vielitz tatsächlich hatte, lässt sich aus dem Eheeintrag allein jedoch nicht ableiten. Weil bei ihm das Wort weiland fehlt, lebte er aller Wahrscheinlichkeit nach im noch, geboren sein dürfte er um das Jahr 1700. Dass sein Sohn als mittlerer Sohn geführt wird, belegt mindestens drei Söhne und damit wenigstens zwei Brüder, die bislang namenlos bleiben. Bei der Braut führt der Eintrag Johann Adam Geyer in Brunn an, versehen mit dem Zusatz weiland und damit vor gestorben. Katharina heißt dort seine einzige Tochter, sie hatte also keine Schwestern. Brunn liegt rund zwei Kilometer westlich von Vielitz und gehörte bis 1978 zu dieser Gemeinde. Zur Zeit der Trauung verlief mitten hindurch eine Amtsgrenze, der Dorfbach schied das Amt Selb im Sechsämterland vom Amt Epprechtstein bei Kirchenlamitz. Auf welcher der beiden Hälften die Familie Geyer saß, ist bislang nicht geklärt.
An dieser Stelle lohnt ein Sprung über mehr als anderthalb Jahrhunderte hinweg. Als ersten Trauzeugen bei der Eheschließung von Hans Bucka am in Schönwald nennt die Eheurkunde Adam Geyer, 45 Jahre alt und wohnhaft in Grünhaid. Grünhaid und Brunn gehören heute beide zur Stadt Schönwald und liegen nur wenige Kilometer auseinander. Dass dieser Adam Geyer in einer Linie mit dem 1755 bereits verstorbenen Johann Adam Geyer in Brunn steht, ist damit nicht gesagt, denn zwischen beiden Männern liegen rund fünf Generationen. Auffällig bleibt die Übereinstimmung von Familienname, Rufname und Raum gleichwohl, und sie gibt der Suche nach der Familie Geyer einen zweiten Ansatzpunkt, auf den ich bei den offenen Forschungsfragen zurückkomme.
Geburtseinträge, Sterbeeinträge mit stimmigen Altersangaben und der verbindende Eheeintrag von 1821 ergeben zusammen einen geschlossenen Anschluss von Johann Michael Bucka über Johann Nicol Bucka bis zu Johann Balthasar Bucka. Die Trauung von 1755 setzt darüber noch zwei Stufen, bis zu dem Schuhmacher Balthasar Bucka in Vielitz und zu Johann Adam Geyer in Brunn, wenn auch auf schmalerer Grundlage als die Generationen darunter.
3.12 Orts- und Hausnummernkontinuität
Die Kontinuität weniger Orte und Hausnummern ist für sich genommen kein eigener Abstammungsbeleg, aber sie verdichtet die übrigen Quellen zu einem geschlossenen Bild. Den festen Kern bildet Vielitz bei Selb, Haus Nr. 12. Dort sind Johann Michael Bucka, seine Frau Anna Katharina, geb. Baumgärtel, sowie ihre Kinder Eva, Johann Oswald, Anna Katharina und die 1892 von Anna Katharina geborene Emma nachweisbar. Über Eva stammt auch mein Urgroßvater Max Fuchs aus diesem Haus. Weiter zurück reicht die Ortskontinuität bis zu Johann Nicol Bucka, Rosina Leupold und den beiden Johann Balthasar Bucka, die alle in Vielitz nachweisbar sind. Auch der Schuhmacher Balthasar Bucka lebte 1755 dort, womit sich der Ort über mindestens sechs Generationen halten lässt. Vielitz bleibt damit der Herkunftsort der Familie, während Haus Nr. 12 besonders für Johann Michael Bucka und die jüngeren Generationen als fester Ankerpunkt hervortritt. Später verschiebt sich der Schwerpunkt auf zwei weitere Adressen. Anna Katharina Bucka, ebenfalls in Vielitz geboren, lebte später in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20, wo auch ihre Tochter Frieda zur Welt kam und wo sie selbst 1911 verstarb. Auf der Fuchs-Seite tritt Thonbrunn Haus Nr. 13 hinzu, der Wohnort von Johann Nikol Fuchs und später von Eva und Frieda. Die Einträge von 1929 belegen diesen Punkt gleich doppelt. Der Eheeintrag Nr. 33/1929 führt beide Brautleute mit Wohnung in ebendiesem Haus, Frieda aus der Bucka-Linie lebte also schon vor der Ehe im Haus der Familie Fuchs. Und mit Gerda kam dort am bereits die nächste Generation zur Welt, vermerkt im Geburtseintrag Nr. 49/1929. Dasselbe Haus umspannt damit die Geburt von Johann Nikol Fuchs 1865, seinen Tod 1921, Gerdas Geburt 1929 und Evas Tod 1931. An keiner anderen Adresse wird die Zusammenführung der Linien so unmittelbar deutlich. Auch an den Rändern der Familie zeigt sich diese Ortsbindung. Emma, deren Spur sich lange verlor, lässt sich durch ihre Ehe 1913 und ihren Tod 1972 in Rehau nachweisen. Nach 1945 schließlich führt der Weg der Familie ins oberfränkische Weingarts, Haus Nr. 64. Von dort aus zog meine Familie weiter nach Amberg und ist heute auch im Raum Nürnberg beheimatet. Gerade im ländlichen Raum des 19. Jahrhunderts blieben Familien oft über Generationen mit denselben Häusern verbunden. Die wiederkehrenden Adressen zeigen den Knoten dort, wo er zu Hause war: in denselben wenigen Häusern.
4. Ergebnis und Bewertung
4.1 Gesicherte Hauptstruktur
Den festen Kern des Bucka-Komplexes bildet das Elternpaar Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, in Vielitz Haus Nr. 12. Dass die Namensformen Michael und Johann Michael denselben Mann meinen, ist durch Eheeintrag, Sterbeeintrag, den verbindenden Querverweis und die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 1/1902 gesichert. Von diesem Paar führen zwei Linien nach unten, und beide sind lückenlos dokumentiert. Über die Tochter Eva, deren Weg vom unehelichen Geburtsnamen Baumgärtel über die Legitimation zu Bucka und durch Heirat zu Fuchs Schritt für Schritt zu verfolgen ist, läuft die Linie zu Max Fuchs. Über die Tochter Anna Katharina, abgesichert durch ihren Geburtseintrag und die standesamtliche Sterbeurkunde Nr. 3/1911, läuft sie zu Frieda. Dass beide Frauen Schwestern waren, zeigen nicht nur die gemeinsamen Eltern, sondern auch ihre gegenseitigen Taufpatenschaften. Insgesamt sind von dem Elternpaar heute sechs Kinder urkundlich nachgewiesen: Eva, Johann Adam, Johann Oswald, Johann Jakob, Anna Katharina und Margaretha Katharina. Johann Oswald stützt den Verband dabei als besonders dicht belegter Zeuge. Anna Katharinas Zweig ist auf vier bekannte Kinder angewachsen: Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda. Auch nach oben trägt die Struktur. Der Anschluss über Johann Nicol Bucka und Rosina Leupold bis zu Johann Balthasar Bucka ist durch Geburts-, Ehe- und Sterbeeinträge mit stimmigen Altersangaben gesichert und greift über dessen Eltern hinaus bis zu dem Schuhmacher Balthasar Bucka, der im noch gelebt haben dürfte. Damit steht die Grundfigur klar: zwei Töchter eines Elternpaares, zwei getrennte Linien, die sich 1929 durch die Ehe von Max und Frieda wieder vereinen.
4.2 Quellenlage und Beweiskraft
Die Stärke dieser Rekonstruktion liegt nicht in einem einzelnen Dokument, sondern darin, dass mehrere Quellenarten an denselben Stellen ineinandergreifen. Melderegister, Kirchenbücher, standesamtliche Urkunden, Gerichtsakten, spätere Nachträge und wiederkehrende Adressangaben bestätigen sich gegenseitig.
Besonderes Gewicht haben die beiden standesamtlichen Sterbeurkunden, Johann Michael Bucka Nr. 1/1902 und Anna Katharina Bucka Nr. 3/1911. Beide bestätigen aus amtlicher Quelle, was zuvor schon aus den Kirchenbüchern hervorging, und verankern den Kern der Linie doppelt. Ähnlich wirken die gerichtlichen Unterlagen. Das Verfahren zur Vaterschaftsanerkennung für Johann Bucka belegt dessen spätere Zuordnung als Max Fuchs. Es nennt außerdem Michael Bucka als Vater von Eva und schließt damit eine weitere Verbindung. Mit der Zivilprozessakte 58 ist eine zweite gerichtliche Quelle hinzugekommen, die Emma sichtbar macht.
Für die ältere Linie sind die Geburts- und Sterbeeinträge von Johann Nicol Bucka, Rosina Christiana Leupold und Johann Balthasar Bucka die tragenden Quellen. Ihre Altersangaben passen rechnerisch jeweils zueinander und bilden so einen geschlossenen Quellenverbund bis ins 18. Jahrhundert. Auf dessen früheste Stufen führt allein der Eheeintrag Nr. 4/1755.
Die wiederkehrenden Orte, vor allem Vielitz Haus Nr. 12, Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20 und Thonbrunn Haus Nr. 13, ersetzen keinen Abstammungsbeweis, untermauern aber die urkundlichen Befunde. Und die vielen Namensformen, die zunächst verwirren, erklären sich durchweg aus unehelichen Geburten, späteren Legitimationen, Rufnamen und abweichender Schreibpraxis. Für den Familiennamen Bucka selbst gilt dasselbe. Der Eheeintrag von 1755 schreibt ihn Pucka, was als zeitgenössische Schreibvariante von Bucka einzuordnen ist. Aus all dem ergibt sich eine Beweisführung, die ihre Sicherheit aus dem Zusammenspiel vieler Quellen gewinnt.
4.3 Offene Forschungsfragen
Trotz der starken Beleglage bleiben Fragen offen. Sie betreffen aber ausnahmslos Randbereiche und weiterführende Linien, nicht den Kern. Auf der Fuchs-Seite fehlt weiterhin der Eheeintrag von Eva und Johann Nikol Fuchs. Die Ehe ist über Randvermerk und Sterbeeinträge gesichert, der eigentliche Eintrag ließ sich im zuständigen Bestand jedoch nicht finden. Ebenso fehlt der Geburtseintrag von Johann Nikol Fuchs selbst. Seine Lebensdaten ruhen allein auf seinem Sterbeeintrag, und solange der Geburtsband nicht auftaucht, bleibt seine Elterngeneration unbekannt und die Fuchs-Linie über ihn hinaus verschlossen. Der einzige Hinweis, seine Bezeichnung als Ökonomensohn im Gerichtsprotokoll von 1891, reicht für einen Anschluss nicht aus.
Offen bleiben die Väter von Johann Jakob und Frieda. Ihre Geburtsunterlagen nennen keinen Namen, und für Frieda verlief auch eine Datenbankanfrage des Staatsarchivs Bamberg ergebnislos. Für den Knoten ist das ohne Belang, weil die Zuordnung beider Kinder über ihre Mutter gesichert ist. Bei Hans liegt der Fall anders, seit der Randvermerk auf seiner Geburtsurkunde Andreas Purucker als anerkennenden Vater ausweist. Zu Puruckers eigenem Lebensweg allerdings ist bisher nichts bekannt. Mit der Eheurkunde Nr. 35/1920 ist bei Hans zugleich eine kleinere Unstimmigkeit hinzugekommen. Sie führt ihn am Tag der Trauung als wohnhaft in Vielitz, während die Schönwalder Einwohnermeldekartei für denselben Tag den Zuzug aus Selb-Plößberg vermerkt. Beides ließe sich auflösen, wenn Vielitz als Heimat- und Meldeort und Selb-Plößberg als Wohnort während der Anstellung bei Rosenthal zu verstehen ist. Ein Beleg dafür fehlt bisher. Ebenso unbekannt bleibt die Herkunft seiner Frau, denn auch bei ihr ließ der Standesbeamte die Zeile für die Eltern frei. Ihr Geburtsregistereintrag Nr. 18/1900 des Standesamts Schönwald, auf den die Eheurkunde verweist, wäre hier der nächste Schritt.
Bei den Seitenlinien ist die Frage nach den Nachkommen des 1835 geborenen Johann Jakob Bucka und der Margaretha Johanna Gläsel beantwortet. Die Rehauer Linie lässt sich über private Familienkorrespondenz bis in die Gegenwart verfolgen. Ungeklärt bleibt der weitere Lebensweg der 1867 geborenen Margaretha Katharina Bucka. Dasselbe gilt für die vier zwischen 1824 und 1832 geborenen Töchter des Johann Nicol Bucka, von denen bislang allein zu Magdalena Margaretha ein Sterbeeintrag vorliegt. Offen bleibt auch, wo Emma Bucka bestattet wurde. In Rehau, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbrachte, ist sie nach Auskunft der Friedhofsverwaltung nicht beigesetzt. Naheliegend wäre daher ein Blick auf die Friedhöfe in Selb und Umgebung, also dorthin, wo die Familie ihre Wurzeln hatte.
An den oberen Rändern der Linie liegen die verbleibenden Lücken. Beim 1761 geborenen Johann Balthasar Bucka ist die Elterngeneration erreicht, mit dem Eheeintrag von 1755 sogar die Stufe darüber. Weiter hinauf führt die Bucka-Linie jedoch nicht. Zu dem Schuhmacher Balthasar Bucka fehlen Geburts-, Ehe- und Sterbeeintrag ebenso wie zu Johann Adam Geyer, dessen Tod sich nur auf die Zeit vor eingrenzen lässt. Für den nach der Rehauer Überlieferung 1731 geborenen Johann Balthasar Bucka und Katharina Geyer liegt bislang nur der Eheeintrag Nr. 4/1755 vor. Katharina Wölfl ist bisher allein als Mutter Johann Nicol Buckas in dessen Geburtseintrag Nr. 170/1796 belegt. Bei der Suche nach der Familie Geyer ist zuerst zu klären, in welchem der beiden Brunner Ortsteile sie ansässig war, weil davon die zuständige Pfarrei abhängt. Neben diesem Weg von oben bietet sich seit kurzem ein zweiter von unten an. Der 1920 in Grünhaid ansässige Adam Geyer, geboren um 1875, ließe sich über die Schönwalder Melde- und Kirchenbuchbestände rückwärts verfolgen. Führt seine Linie nach Brunn, wäre ein Faden gefunden, der von der jüngeren Zeit aus auf die Familie des 1755 bereits verstorbenen Johann Adam Geyer zuläuft. Dieser Ansatz ersetzt die Suche im 18. Jahrhundert nicht, er ergänzt sie von der anderen Seite her. Auf der mütterlichen Seite zeigt sich mit der Großmutter Anna Catharina Baumgärtel zwar erstmals die Generation oberhalb von Anna Katharina, geb. Baumgärtel, doch der weitere Anschluss der Baumgärtel-Linie bleibt offen. Ein kleiner quellenkritischer Vorbehalt besteht weiterhin bei der Zuordnung des Geburtseintrags Nr. 51/1831, da der Wegfall des Zusatznamens Margaretha nicht ausdrücklich belegt ist. Dieser Vorbehalt betrifft nur den Anschluss nach oben, nicht den gesicherten Kern.
4.4 Schlussbewertung
Das Elternpaar Johann Michael Bucka und Anna Katharina, geb. Baumgärtel, und seine heute sechs belegten Kinder Eva, Johann Adam, Johann Oswald, Johann Jakob, Anna Katharina und Margaretha Katharina sind durch mehrere unabhängige Quellen miteinander verbunden. Der Zweig der Anna Katharina umfasst vier urkundlich belegte Kinder: Johann Jakob, Emma, Hans und Frieda.
Nach oben reicht die Linie heute konkreter als zuvor. Über Johann Nicol Bucka, abgesichert durch eigenen Geburts- und Sterbeeintrag, und weiter über die beiden Träger des Namens Johann Balthasar Bucka führt sie bis zu der Trauung von 1755, deren Eintrag mit Balthasar Bucka und Johann Adam Geyer die Väter des Ehepaars nennt. Aus dieser Struktur folgt zwingend, dass Max Fuchs und Frieda Bucka als Kinder zweier Schwestern Cousin und Cousine ersten Grades waren.
Ihre Ehe von 1929 führte damit zwei Linien zusammen, die auf denselben Familienverband in Vielitz Haus Nr. 12 zurückgehen. Darin liegt das Besondere des Bucka-Komplexes. Er ist keine gerade Ahnenreihe, sondern eine Struktur aus unehelichen Geburten, späteren Legitimationen, Namensänderungen, stützenden Seitenbelegen und einer späten Rückverbindung innerhalb derselben Familie. Einzelne Fragen bleiben offen und können durch künftige Funde ergänzt werden. An der dargelegten Grundstruktur ändert das nach heutigem Stand nichts mehr.
Nachwort
Als ich mit dieser Arbeit begann, hatte ich wenig mehr als eine Handvoll Namen, ein paar widersprüchliche Daten und das Gefühl, dass in meiner väterlichen Linie etwas nicht so geradlinig verlief, wie es ein Stammbaum gern hätte. Was am Ende daraus wurde, sind zehn Generationen, die bis weit ins 18. Jahrhundert zurückreichen, und vor allem die Gewissheit, dass hinter den dürren Einträgen Menschen standen, deren Entscheidungen bis heute nachwirken.
Das Herzstück dieser Geschichte ist die Ehe meiner Urgroßeltern Max Fuchs und Frieda Bucka. Nüchtern gesehen war sie ungewöhnlich, denn die beiden waren Cousin und Cousine ersten Grades, Kinder zweier Schwestern, die im selben Haus in Vielitz aufgewachsen waren. Was auf dem Papier wie eine Komplikation aussieht, war in Wahrheit der Punkt, an dem zwei längst getrennte Zweige derselben Familie wieder zueinanderfanden. Ohne diese eine Ehe gäbe es meine Familie in ihrer heutigen Form nicht. Von ihr führt der Weg zu meiner Großmutter Gerda, weiter zu meinem Vater und schließlich zu mir, und er endet dort nicht. Längst ist eine elfte Generation da, die von all dem noch gar nichts weiß.
Im Lauf der Recherche sind mir einige dieser Vorfahren so nahe gekommen, dass sie mehr wurden als Namen in einem Register. Allen voran Michael Bucka, der im Zentrum des ganzen Knotens steht. Was mich an ihm berührt, ist nicht seine Rolle als Bindeglied, sondern der Charakter, der durch die trockenen Akten hindurchscheint. Zwei Jahre hintereinander stellte er sich vor ein unehelich geborenes Enkelkind, erst 1891 für den kleinen Johann, den späteren Max Fuchs, dann 1892 für Emma. Er hätte wegsehen können, wie es sicherlich viele taten. Stattdessen übernahm er die Vormundschaft und ließ seine Töchter und deren Kinder nicht im Stich. Dass er selbst Vater einer unehelich geborenen Tochter war, nämlich Eva, erklärt vielleicht, warum er so genau wusste, was eine solche Lage für eine junge Frau und ihr Kind bedeutete. Dass seine Tochter Katharina am Ende vier uneheliche Kinder bekam und er sich für deren Tochter Emma erneut vor Gericht einsetzte, macht das Bild nur deutlicher.
Eine ganz eigene Freude war die Wiederentdeckung von Emma. Lange war sie nur ein Satz in den Erzählungen meiner Großtante und drohte als bloße Familienlegende zu verblassen. Heute steht sie wieder in den Urkunden, sogar doppelt, einmal als Emma, wie die Familie sie kannte, und einmal als Anna Margareta, wie die Ämter sie führten. Auf ihrer Eheurkunde hat sie mit fester Hand als Emma Zapf unterschrieben, ehe eine Behörde diesen Namen in Anna Margareta Zapf verbesserte, und gerade dieser kleine Widerspruch aus ihrer eigenen Feder bestätigt heute genau das, was die Familie über Generationen weitererzählt hatte. Die Meldekartei ihres Mannes hielt am Ende schlicht fest, was längst offensichtlich war, und vermerkte „Anna Margareta, genannt Emma“. Eine Frau, die fast aus der Geschichte gefallen wäre, hat ihren Platz darin zurück, und mit ihr die Gewissheit, dass sich schon damals jemand fand, der ein verwaistes Kind nicht allein ließ. Und diese Fürsorge endete nicht mit Friedas Kindheit. Als Frieda und Max 1929 heirateten, bezeugte Emmas Mann Martin Zapf aus Rehau die Ehe, und Patin der kleinen Gerda, meiner Großmutter, wurde Gertrud Zapf, Emmas Tochter.
Auch die Ältesten haben durch diese Arbeit ein Gesicht bekommen. Johann Nicol Bucka, geboren 1796 und gestorben 1842, Bauer in Vielitz wie schon sein Vater. Rosina Christiana Leupold, die durch eigene Einträge aus dem Schatten der bloßen Erwähnung tritt und nun ebenfalls als Mensch sichtbar wird. Und dort, wo die Selber Kirchenbücher allmählich unleserlich werden, steht mein zweifacher Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater Johann Balthasar Bucka, der 1761 zur Welt kam und 1808 starb. Hinter ihm stehen noch sein gleichnamiger Vater und dessen Vater Balthasar, mein zweifacher Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater. Der 1808 verstorbene Johann Balthasar Bucka hinterlässt dabei eine kleine, fast rührende Spur, eine Notiz in seinem Sterbeeintrag, dass seine Familie der Kirche zwei Gulden spendete. Der Vergleich mit ähnlichen Einträgen aus dieser Zeit zeigte: Zwei Gulden waren deutlich mehr, als die meisten anderen Familien gaben. Ein stiller Hinweis darauf also, dass es ihnen zumindest nicht schlecht ging und sie bereit waren, auch zu geben, nicht nur zu nehmen. Über zweihundert Jahre später sagt mir dieses winzige Detail mehr über einen Menschen als manche förmliche Urkunde.
Was sich bei all dem deutlich zeigt, ist ein Muster, das mich nicht mehr loslässt. Immer wieder uneheliche Geburten, immer wieder schwierige Anfänge, und immer wieder Menschen, die einsprangen, statt sich abzuwenden. Michael, der zweimal zum Vormund wurde. Emma, die nach der Familienüberlieferung ihre kleine Schwester auffing. Eltern, die ihre Kinder durch spätere Heirat legitimierten und ihnen damit einen Namen gaben. Und am Ende meine Urgroßeltern selbst. Max, der neun Jahre als Bucka in den Büchern stand, ehe er ein Fuchs wurde, und Frieda, deren Vater für immer unbekannt blieb, ersparten ihrer Tochter Gerda diesen Anfang. Gut vier Wochen nach der Geburt, am Tag ihrer eigenen Hochzeit, ließen sie Gerda taufen, und sie stand von der ersten Zeile an als Fuchs im Taufbuch. Diese Familie ist nicht trotz ihrer Brüche bis zu mir gekommen, sondern weil in jeder Generation jemand da war, der Verantwortung übernahm.
Genau deshalb ist diese Arbeit für mich am Ende keine Sammlung von Daten und Namen geblieben. Sie ist Erinnerung geworden und Familiengedächtnis, ein Festhalten dessen, woher ich komme und wem ich mein Dasein verdanke. Jede Geburt, jede Anerkennung, jede Heirat, jeder Ortswechsel und jede helfende Hand hatte Folgen, die weit über den Augenblick hinausreichten, bis hierher, bis zu den Jüngsten, die heute in diese Familie hineinwachsen.
Zwei Fotos schlagen dann den Bogen bis in die jüngere Familiengeschichte: meine Urgroßmutter Frieda gemeinsam mit ihrer Tochter Gerda im Jahr 1993 und Frieda mit mir als Baby 1990, nur kurz nach meiner Geburt. Den Abschluss der Anlagen bilden ganz bewusst keine Urkunden, sondern weitere wichtige Erinnerungsstücke: die Sterbebildchen von Frieda und ihrer Tochter Gerda sowie das Sterbebildchen und die Traueranzeige meiner Tante Ingrid, Gerdas Tochter (Anlagen 20 bis 23). Was bleibt, ist Dankbarkeit. Dafür, dass diese Geschichte trotz aller frühen Tode, unehelichen Geburten, Namenswechsel und Vertreibungen nie ganz abriss. Und dafür, dass aus all dem das Wertvollste entstanden ist, was ich kenne. Familie.
M. Hecl
Berlin,
Anhang
Quellenverzeichnis
1. Standesamtliche Quellen
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Nr. 11/1886 – Standesamt SelbEheurkunde Johann Oswald Bucka und Margaretha Katharina Günthert, Eheschließung am .
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Nr. 12/1888 – Standesamt RehauGeburtsurkunde Johann Jakob Bucka, geboren am in Waldhaus, Gemeindebezirk Rehau, Haus Nr. 270.
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Nr. 82/1888 – Standesamt RehauGeburtsurkunde Johann Martin Philipp Zapf, geboren am in Rehau, Sohn von Johann Adam Nikol Zapf und Margaretha Katharina Zapf, geb. Angermann.
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Nr. 6/1891 – Standesamt Vielitz bei SelbGeburtsurkunde Johann Bucka / später Johann Max Fuchs, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 16/1892 – Standesamt Vielitz bei SelbGeburtsurkunde Emma / Anna Margareta Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 2/1899 – Standesamt Vielitz bei SelbGeburtsurkunde Johann Bucka / später Hans Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb, mit Randvermerk vom zur Anerkennung der Vaterschaft durch Andreas Purucker auf Verfügung des Königlichen Amtsgerichts Selb vom .
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Nr. 1/1902 – Standesamt Vielitz bei SelbSterbeurkunde Michael Bucka / Johann Michael Bucka, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 30/1905 – Standesamt Selb-PlößbergGeburtsurkunde Frieda Emma Bucka, geboren am in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20.
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Nr. 3/1911 – Standesamt Selb-PlößbergSterbeurkunde Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka, gestorben am in Selb-Plößberg, Bahnhof Selb Nr. 20.
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Nr. 22/1913 – Standesamt RehauEheurkunde Emma / Anna Margareta Bucka und Johann Martin Philipp Zapf, Eheschließung am in Rehau, mit Berichtigungsvermerk vom zur Unterschrift der Ehefrau auf Grundlage der Anordnung des Königlichen Amtsgerichts Rehau vom .
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Nr. 35/1920 – Standesamt SchönwaldEheurkunde Johann Bucka / Hans Bucka und Babetta Liebner, Eheschließung am in Schönwald, Aufgebotsverzeichnis Nr. 65, mit den Trauzeugen Adam Geyer aus Grünhaid und Johann Bucka, Kutscher in Selb.
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Nr. 96/1923 – Standesamt SelbEheurkunde Johann Jakob Bucka und Katharina Heinrich, Eheschließung am in Selb, mit den Trauzeugen Anton Ruhs und Martin Zapf.
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Nr. 10/1929 – Standesamt AschGeburtsurkunde Gerda Fuchs, geboren am in Thonbrunn, ausgestellt in tschechischer Sprache.
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Nr. 7/1952 – Standesamt WeingartsEheurkunde Erwin Kiese und Gerda Fuchs, Eheschließung am in Weingarts.
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Nr. 28/1955 – Standesamt SchönwaldSterbeurkunde Johann Jakob Bucka, gestorben am in Schönwald.
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Nr. 28/1956 – Standesamt HofSterbeurkunde Johann Martin Philipp Zapf, gestorben am in Hof.
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Nr. 15/1957 – Standesamt SchönwaldSterbeurkunde Katharina Bucka, geb. Heinrich, geboren am in Bamberg, gestorben am in Schönwald.
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Nr. 10/1962 – Standesamt WeingartsSterbeurkunde Max Johann Fuchs / Johann Max Fuchs, gestorben am in Weingarts.
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Nr. 84/1972 – Standesamt RehauSterbeurkunde Emma / Anna Margareta Zapf, geb. Bucka, gestorben am in Rehau, mit Randvermerk zur Eheschließung mit Johann Martin Philipp Zapf am in Rehau.
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Nr. 4/1998 – Standesamt Pinzberg, früher Standesamt WeingartsSterbeurkunde Frieda Emma Fuchs, geb. Bucka, gestorben am in Weingarts.
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Nr. 498/2020 – Standesamt AmbergSterbeurkunde Gerda Kiese, geb. Fuchs, gestorben am in Amberg in der Oberpfalz.
2. Kirchliche Quellen
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Nr. 4/1755 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Balthasar Bucka und Katharina Geyer, Eheschließung am in Selb. Der Eintrag nennt als Väter den Schuhmacher Balthasar Bucka in Vielitz und den bereits verstorbenen Johann Adam Geyer in Brunn.
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Nr. 170/1796 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Nicol Bucka, geboren am in Vielitz.
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Nr. 70/1801 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Rosina Christiana Leupold, geboren am in Selb.
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Nr. 119/1808 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Balthasar Bucka, geboren 1761, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 21/1821 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Nicol Bucka und Rosina Christiana Leupold, Eheschließung am .
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Nr. 70/1822 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Michael Bucka, geboren am in Vielitz.
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Nr. 161/1824 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Magdalena Margaretha Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 3/1825 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Baumgärtel und Anna Catharina Baumgärtel, Eheschließung am .
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Nr. 5/1827 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Catharina Barbara Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 126/1829 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Anna Maria Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 51/1831 – Kirchenbuch Selbwahrscheinlicher Geburtseintrag Catharina Margaretha Baumgärtel, geboren am in Stopfersfurth bei Selb.
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Nr. 40/1832 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Eva Catharina Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 34/1835 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 24/1838 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Michael Baumgärtel, angehender Müllermeister von Schatzbach, mit Vaterangabe Johann Wolfgang Baumgärtel, Müllermeister.
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Nr. 24/1842 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Nicolaus Bucka, gestorben am in Vielitz.
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Nr. 97/1845 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Margaretha Johanna Gläsel, geboren am in Rehau.
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Nr. 158/1846 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Christoph Baumgärtel, geboren am in Schatzbach bei Selb.
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Nr. 44/1857 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Eva Katharina Baumgärtel / spätere Eva Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 4/1858 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Michael Bucka und Anna Katharina Baumgärtel, Eheschließung am .
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Nr. 60/1859 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Adam Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 143/1860 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Oswald Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 69/1861 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Rosina Christiana Bucka, geb. Leupold, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 172/1862 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 30/1865 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Anna Katharina Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 9/1867 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Margaretha Katharina Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 10/1869 – Kirchenbuch RehauEheeintrag Johann Jakob Bucka und Margaretha Johanna Gläsel, Eheschließung am in Rehau. Dieselbe Eheschließung ist im Kirchenbuch Selb ohne fortlaufende Nummer zwischen Nr. 10/1869 und Nr. 11/1869 eingetragen.
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Nr. 85/1870 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Katharina Bucka, geb. Baumgärtel, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 25/1872 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Johann Adam Bucka, gestorben am .
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Nr. 44/1874 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Johann Oswald Bucka, geboren am in Rehau, Haus Nr. 283.
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Nr. 52/1874 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Christoph Baumgärtel, Eheschließung am in Selb-Plößberg, mit den Elternangaben zum Bräutigam.
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Nr. 215/1874 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Anna Elisabetha Baumgärtel, geboren am in Plößberg.
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Nr. 98/1881 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Magdalena Margaretha Bucka, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 7/1886 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Johann Oswald Bucka und Margaretha Katharina Günthert, Eheschließung am .
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Nr. 11/1888 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Johann Jakob Bucka, geboren am in Rehau.
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Nr. 102/1891 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Bucka / später Johann Max Fuchs, geboren am .
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Nr. 151/1892 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Emma Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 33/1895 – Kirchenbuch RehauEheeintrag Johann Oswald Bucka und Anna Pietschmann, Eheschließung am in Rehau.
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Nr. 127/1895 – Kirchenbuch RehauGeburtseintrag Johann Oswald Ferdinand Bucka, geboren am in Rehau.
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Nr. 54/1899 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Johann Bucka, später Hans Bucka, geboren am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 80/1899 – Kirchenbuch SelbEheeintrag Erhard Mehringer und Anna Elisabetha Baumgärtel.
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Nr. 45/1902 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Michael Bucka / Johann Michael Bucka, gestorben am in Vielitz bei Selb.
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Nr. 289/1905 – Kirchenbuch SelbGeburtseintrag Frieda Emma Bucka, geboren am in Selb-Plößberg.
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Nr. 31/1911 – Kirchenbuch SelbSterbeeintrag Anna Katharina Bucka / Katharina Bucka, gestorben am .
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Nr. 4/1921 – Kirchenbuch ThonbrunnSterbeeintrag Johann Nikol Fuchs, gestorben am in Thonbrunn.
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Nr. 33/1929 – Kirchenbuch Neuberg / Pfarramt NeubergEheeintrag Johann Max Fuchs und Frieda Emma Bucka, Trauung am in Neuberg, Aufgebot am „einmal für dreimal“ mit Vermerk über die Nachsicht vom 2. und 3. Aufgebot, erteilt am (Zl. 41952), Trauzeugen Hans Bucka aus Grünhaid, Gemeinde Schönwald, und Martin Zapf, Schlosser in Rehau. Die Einwohnermeldekartei der Gemeinde Schönwald belegt Hans Bucka als den 1899 geborenen Bruder der Braut.
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Nr. 49/1929 – Pfarramt Neuberg / GeburtsregisterGeburtseintrag Gerda Fuchs, geboren am in Thonbrunn Haus Nr. 13, getauft am in Neuberg, dem Tag der Trauung der Kindeseltern, mit Legitimationsvermerk zur Ehe, Taufpatin Gertrud Zapf.
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Nr. 19/1931 – Kirchenbuch ThonbrunnSterbeeintrag Eva Fuchs, geb. Bucka, gestorben am in Thonbrunn.
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Nr. 12/1962 – Kirchenbuch KunreuthSterbeeintrag Max Fuchs, gestorben am .
3. Gerichtliche Quellen
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Nr. 1634/1891 – Königliches Amtsgericht Selb, Signatur K 132Protokoll vom über die Anerkennung der Vaterschaft zu dem Kinde Johann Bucka durch Johann Nikol Fuchs, mit Alimenten-Vergleich. Beglaubigte Kopie aus dem Staatsarchiv Bamberg.
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Zivilprozessakte 58 – Königliches Amtsgericht SelbVaterschafts- und Alimentensache Anna Katharina Bucka gegen Georg Nikol Hornfischer zum 1892 geborenen Kind Anna Margareta / Emma Bucka.
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– Königliches Amtsgericht SelbProtokoll über die Anerkennung der Vaterschaft zu dem Kinde Johann Bucka durch Andreas Purucker. Der Vorgang ist bisher allein durch den Randvermerk der Geburtsurkunde Nr. 2/1899 fassbar, die Akte selbst liegt nicht vor.
4. Archiv- und Behördenauskünfte
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Staatsarchiv BambergDatenbankrecherche.
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Státní oblastní archiv v PlzniArchivauskünfte zu Thonbrunn und Neuberg.
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Standesamt SelbAuskunft zur nicht vorliegenden Eheurkunde Mehringer / Baumgärtel.
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Einwohnermeldeamt RehauEinwohnermeldekartei Johann Martin Philipp Zapf, mit Eintrag der Ehefrau Anna Margareta, genannt Emma, und der Töchter Gertrud Anna Zapf und Inge Elfriede Zapf.
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Einwohnermeldeamt der ehemals selbstständigen Gemeinde Vielitz bei Selb,Auskunft durch das heutige Einwohnermeldeamt Selb: Familienbogen Michael Bucka. Bei den beiden Kindern der Anna Katharina Bucka mit den Geburtsdaten und sind Namen und Geburtsdaten falsch einander zugeordnet. Die Geburtseinträge und Einwohnermeldekarteien belegen die korrekte Zuordnung. Für diese beiden Geburtszuordnungen bleibt der Bogen außer Betracht.
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Stadt Schönwald, BürgerbüroEinwohnermeldekartei Bucka Johann Jakob, mit Geburtsdatum , Mutter Katharina Bucka, Umzug am von Selb-Plößberg nach Schönwald, Geierweg 333, Ehefrau Katharina, geb. Heinrich.
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Stadt Schönwald, BürgerbüroEinwohnermeldekartei Bucka Hans, mit Geburtsdatum , Mutter Katharina Bucka, Beruf Porzellansortierer bei Rosenthal seit , Zuzug aus Selb-Plößberg nach Grünhaid, Haus Nr. 37, am , Ehefrau Babetta, geb. Liebner.
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Friedhofsverwaltung der Stadt RehauAuskunft vom zur Bestattung von Anna Margareta Zapf, geb. Bucka.
5. Digitale Quellen
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Digitalisierte KirchenbücherArchion (Selb, Rehau), Porta Fontium (Neuberg/Thonbrunn).
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DIE ZEIT / US National ArchivesNSDAP-Mitgliederkartei, Datensatz Max Fuchs, Mitgliedsnummer 6658192, Eintritt zum in Thonbrunn.
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OME-Lexikon„Reichsgau Sudetenland“, Kontextquelle zur NSDAP im Sudetenland nach 1938.
6. Familienüberlieferung und Korrespondenz
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Brief aus dem Rehauer Familienzweig, Rehau, vomAntwort auf ein Schreiben an Dieter Bucka, verfasst im Auftrag der Mutter der Absenderin und damit Überlieferung aus zweiter Hand.
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Foto mit Johann Nikol Fuchs und Eva Fuchs, geb. Bucka, etwa 1910 in Thonbrunn Haus Nr. 13verwendet als Abb. 7, Bestand des Autors.